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Tornado in Bocholt: Neue Gewitter in der Nacht erwartet

Tornado in NRW: In der Nacht zu Mittwoch zogen heftige Gewitter über den Niederrhein hinweg. In Bocholt wirbelte ein Tornado durch die Straßen.

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Bocholt.  Die Wetterlage bleibt unbeständig. In der kommenden Nacht kann es neue Gewitter geben. In der vergangenen wütete ein Tornado durch Bocholt.

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Für die Nacht zu Donnerstag wurde für Teile von NRW wieder vor schweren Gewittern gewarnt. „Dieses Mal können die Gewitter wesentlich verbreiteter auftreten“, sagt der Meteorologe Matthias Ohnheiser vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Vor allem die Gebiete westlich und östlich des Rheins seien gefährdet. Stellenweise könne es Niederschlagsmengen von bis zu 30 Liter geben. Auch Hagel, Sturmböen und Schwersturmböen seien dabei nicht auszuschließen. „Es ist allerdings vom Zufall abhängig, welche Gebiete besonders getroffen werden“, so der Meteorologe. Für den Landesteil östlich von Dortmund bestand die Warnung nicht.

Insgesamt schätzten die Experten das Unwetterpotential für die Nacht deutlich höher ein als in der Nacht zuvor. Bis zum Donnerstagmorgen klingen die Regenfälle ab und es sei mit deutlich kühleren Temperaturen zu rechnen als zuletzt: Für den Donnerstag werden 18 bis 23 Grad erwartet.

In Bocholt hat in der vergangenen Nacht ein Tornado mit einem Radius von 50 bis 100 Metern gewütet. Mit 14 Fahrzeugen und 90 Einsatzkräften ist die Feuerwehr Bocholt in der Nacht zu Mittwoch im Einsatz gewesen. Vier Fahrzeuge und sechs Häuser wurden schwer beschädigt, drei Häuser leicht.

Ein Auto wurde mitgerissen und landete auf dem Dach

„Ein Dach wurde komplett abgetragen, alter Baumbestand ist umgestürzt, ein Auto wurde mitgerissen und landete auf dem Dach, ein Wohnwagen zerfiel in mehrere Teile“, berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr. Eine Person wurde leicht verletzt. „Wir können froh sein, dass das nachts passiert ist“, so der Einsatzleiter. Von 23.20 Uhr bis 4.30 Uhr waren seine Männer im Einsatz. Der Kern der Zerstörung sei im Bereich Heroldstraße, Herzogstraße, Markgrafenstraße gewesen.

Der Tornado-Beauftragte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Andreas Friedrich, sprach von einem mittelschweren Tornado. „Nach ersten Einschätzungen erreichte er die Stärke F2 auf der Fujita-Skala, quasi die Richterskala für Tornados. Das entspricht Windgeschwindigkeiten von etwa 180 bis 250 km/h“, so Friedrich. Tornados sind kleinräumige Wirbelstürme, die nur selten einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer erreichen. Allerdings gehören sie zu den „heftigsten Windsystemen der Erde“.

Kurz und heftig war die Gewitterfront mit Sturmböen. Sie hatte jedoch weniger Wucht als befürchtet. „Das Gewitter hat sich über Deutschland ziemlich schnell abgeschwächt“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Mittwochmorgen. Über Belgien und die Niederlande war es zuvor noch mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde gezogen. Über Nordrhein-Westfalen zog das Gewitter schließlich weiter in Richtung Nordsee.

Bäume stürzten auf Straße in Xanten

In Xanten sperrte die Polizei wegen umgestürzter Bäume die Urseler Straße. Die Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau musste in der Nacht 23 Mal ausrücken. Besonders auf dem Johann-van-Aken-Ring, der Uedemer Straße und Rosendaler Weg kam es zu Behinderungen durch mehrere umgestürzte Bäume. Diese sowie umgewehte Baustellenabsperrungen und abgerissene Äste musste die Feuerwehr in der Nacht beseitigen. (tl/dpa)

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