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Sturmtief „Burglind“ fegt über NRW – Pegelstände steigen an

Das Orkantief hinterließ in NRW, wie hier in Heiligenhaus, viele Schäden.

Das Orkantief hinterließ in NRW, wie hier in Heiligenhaus, viele Schäden.

Foto: Alexandra Roth

Essen.   Mit orkanartigen Böen erreichte „Burglind“ am Mittwoch NRW. Umgekippte Bäume behinderten den Verkehr. Pegel in den Gewässern steigen.

Entwurzelte Bäume, überflutete Straßen und feststeckende Züge: mit orkanartigen Böen und starkem Regen zog am Mittwoch das Sturmtief „Burglind“ über Nordrhein-Westfalen. Der erste schwere Sturm des noch jungen Jahres erreichte dabei Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde, so der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Einsatzkräfte haben viel zu tun

Vor allem Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei sowie die Deutsche Bahn hatten am Morgen alle Hände voll zu tun. In NRW sind bei witterungsbedingten Unfällen drei Personen schwer- und sechs Personen leicht verletzt worden, teilte das Landesamt für Polizeiliche Dienste mit. Im Ruhrgebiet soll es keine Verletzten gegeben haben.

In Duisburg zählte die Polizei bis elf Uhr rund 40 sturmbedingte Einsätze. Rund 50 Mal musste die Feuerwehr am Morgen in Düsseldorf ausrücken. Die meisten Einsätze in der Region erfolgten wegen kleinerer Sturmschäden wie herabfallenden Ästen, losen Dachziegeln und auf die Fahrbahn gestürzten Baustellenabsperrungen. Im Bereich des Bochumer Westkreuzes war zeitweise die Fahrbahn eines Zubringers der A 40 überflutet. Die Gefahrenstelle wurde abgesichert.

Umgegippte Bäume störten den Verkehr

Größere Schäden und Beeinträchtigungen gab es durch umgestürzte Bäume. In Essen und Duisburg wurden Autos von Bäumen getroffen, die den Windböen nicht standhielten. Auf der A 43 war ein 15 Meter langer Baum zwischen der Auffahrt Witten-Herbede und Sprockhövel auf die rechte Spur gekippt. Ein Autofahrer fuhr mit seinem Wagen in den Baum hinein, blieb aber unverletzt. Die A 43 wurde in Richtung Wuppertal gesperrt.

Wegen Sicherheitsrisiken fielen am Mittwoch zudem einige Wochenmärkte in der Region aus. Ebenso schlossen vorsichtshalber der Kaisergarten in Oberhausen und der Essener Grugapark. In Oberhausen rät das städtische Gebäudemanagement sogar vom Betreten der Wälder in den nächsten Tagen ab.

Denn im Wald bestehe die latente Gefahr, dass Bäume umstürzen und Kronenteile unvermittelt auf den Boden fallen, erklärte der zuständige Diplom-Forstingenieur Jürgen Halm. Schuld habe auch der Regen, wie Robert Hausen, Meteorologe des DWD, erklärte: „Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um.“

Baum reißt Oberleitung ab

Auch die Bahn hatte mit den Sturmfolgen zu kämpfen. So fielen zahlreiche Züge im Regional- und S-Bahnverkehr in NRW aus. Teilweise mussten ganze Strecken gesperrt werden. In Gladbeck traf es die Linien S9, RE14 und RB44. Dort hatte ein umgestürzter Baum am Bahnhof Gladbeck-West die Oberleitung beschädigt. Passagiere mussten zwischen Bottrop und Haltern am See auf einen Schienenersatzverkehr umsteigen.

Auf der Wetterstraße in Witten legte der starke Wind gegen sieben Uhr einen Personenzug lahm, nachdem eine schief stehende Tanne den Stromabnehmer vom Dach des Zuges gerissen hatte. Folge: Der Zug, der von Witten nach Hagen fuhr, blieb ohne Strom auf der Strecke stehen. „Aus Sicherheitsgründen wurde dann auch die Oberleitung abgeschalte“, sagte Thomas Becker vom Lagedienst der Feuerwehr Witten. Sie evakuierte die Bahn, in der nur 25 Fahrgäste saßen.

Andere Städte in der Region kamen hingegen glimpflicher davon. So gab es etwa in Mülheim, Hattingen, Herne und Wanne-Eickel kaum wetterbedingte Einsätze.

Pegel in Ruhr und Emscher steigen

Das stürmisch-nasse Wetter hat auch Auswirkungen auf die Gewässer in der Region. Die Pegelstände von Ruhr und Emscher sind in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Die Emscher erreichte am Mittwoch in Gelsenkirchen eine Höhe von fast 2,90 Meter, so die Emschergenossenschaft. Der mittlere Normalwert liegt bei 1,02 Meter. Hochwassergefahr bestehe derzeit aber nicht, die Hochwassermarke liegt dort bei 4,12 Meter.

An der Ruhr sind die Hochwassermeldegrenzen zum Teil bereits überschritten. Allerdings rechnet der Ruhrverband damit, dass das Wasser in den nächsten Tagen abfließt – verzögert nur durch den bereits angekündigten neuen Regen.

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