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Streit um Namensgebung der Arena in Düsseldorf geht weiter

Das Espritlogo der Arena in Düsseldorf ist schon weg.

Foto: Bretz

Das Espritlogo der Arena in Düsseldorf ist schon weg. Foto: Bretz

Düsseldorf.   Fortuna Düsseldorf soll nicht glücklich über die neue Namensgebung der Arena sein. Vor allem der Name "Merkur Spielarena" steht zur Diskussion.

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Zwischen Fortuna Düsseldorf und der Stadt gibt es anscheinend viel Gesprächsbedarf. Der Grund: Vermarkungsrechte und Namenssponsoring. So soll man beim Bundesligisten nicht glücklich über die neue Namensgebung und dem Geschäft mit dem Glücksspielanbieter, der Gauselmann-Gruppe, sein.

Vor allem der Name „Merkur Spielarena“ war auf Ablehnung gestoßen, als Alternative soll man nun über „Merkur Arena“ verhandeln. Fortuna soll es indes versäumt haben, einen eigenen Vorschlag zu machen.

Der Deal mit dem Glücksspielanbieter soll rund 3,75 Millionen Euro im Jahr bringen. Die Fortuna hingegen soll leer ausgehen. Doch auch gerade weil es immer wieder zu Schließungen von Spielhallen kommt, sorgt gerade dieser Abschluss für Kritik. Auch war moniert worden, dass durch die Namensgebung und damit einhergehenden Logos und Werbeflächen Spielsucht gefördert werde.

„Werbung fördert nicht die Spielsucht“

SPD-Fraktionschef Markus Raub findet diese Kritik jedoch „an den Haaren herbeigezogen“. „Dass diese Werbung Spielsucht fördert, ist Quatsch. Wer die König-Pilsener-Arena sieht oder deren Werbung, wird ja auch nicht zum Alkoholiker.“ Doch auch die Fortuna kann Raub nicht verstehen.

Der Verein hatte sich in der Vergangenheit gewünscht, mit Logo oder Wappen auf der Außenhaut der Arena abgebildet zu sein. „Das war bisher jedoch rechtlich nicht möglich. Jetzt ginge das, aber nun wollen sie nicht mehr“, so Raub weiter.

Rückabwicklung des Geschäfts?

Auch FDP-Ratsfrau Monika Lehmhaus kann nicht verstehen, warum die Fortuna das Logo ablehnt. „Sind sie sich nun zu fein dafür?“ Lehmhaus glaubt, dass der Verein gerne selbst einen Vertrag mit Gauselmann gemacht hätte, um so Geld zu verdienen. Zudem kann sie den Hick-Hack um das Namenssponsoring nicht verstehen. Die Ratsfrau hat damals für den Namen gestimmt.

„Die Stadt unterstützt mit Zuschüssen die Rennbahn. Dort geht es ja auch um Wetten“, so Lehmhaus. Das Spielhallen geschlossen werden, wenn sie in der Nähe von Kinder- und Jugendeinrichtungen sind, sieht sie nicht so. „Von einem Verbot oder einer Ächtung sind wir weit entfernt.“

Und noch einen Punkt betrachtet Lehmhaus als schwierig: Im Stadtrat soll von der FDP nach der Sommerpause der Vorstoß gewagt werden, eine Rückabwicklung des Geschäfts anzustreben. Doch obwohl der Vorschlag aus den eigenen Reihen kommt, hält Lehmhaus ihn für nicht richtig, „gerade weil Vertragstreue ein Thema bei uns ist“.

Auch CDU-Ratsherr Giuseppe Saitta hält die Vertragsunterzeichnung für richtig und ist als „Aufsichtsrat darüber auch sehr glücklich“. Auch er findet, dass sich die Fortuna früher hätte einschalten können. „Das kommt dann auch beim Sponsor nicht gut an. Diese Diskussion sollte zudem nicht in der Öffentlichkeit geführt werden.“

„Äußerst unglückliche“ Namensgebung

Grünen-Sprecher Norbert Czerwinksi hingegen findet die neue Namensgebung „äußerst unglücklich“ und hält den Namensgeber „für einen dubiosen Partner“. „Zwar ist das ein guter Preis, aber wir finden es nicht gut, wenn sich Düsseldorf mit dem Namen schmückt.“ Daher haben die Grünen eine kleine Anfrage für den nächsten Haupt- und Finanzausschuss gestellt. Dort soll geklärt werden, wie es überhaupt zu dem Abschluss gekommen ist und welche Richtwerte es für ein solches Sponsoring gibt.

Ein weiteres Gespräch soll diesen Donnerstag stattfinden. Dann will sich OB Thomas Geisel mit den Fortuna-Spitzen treffen. Dabei soll vor allem über die weiteren Vermarktungsrechte der Fortuna diskutiert werden. Denn gerade bei den Logen könnte der Verein mitverdienen, wenn er dafür die Rechte hätte.

Bisher hatte der Verein 13 eigene und 14 weitere vermarktet. Diese hatte die Stadt sonst nicht losbekommen. Zudem hatte die Fortuna zuletzt wohl 30 000 Euro für diese Plätze bezahlt, mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga fordert die Stadt nun mehr Geld – nämlich 60 000 Euro.

>> DIE ERSTEN DREI SPIELE DER FORTUNA

Das erste Spiel der Fortunen in der Bundesliga ist gleich ein Heimspiel in der Arena. Am Samstag, 25. August, geht es gegen den FC Augsburg.

Danach geht es am 2. September nach Leipzig zum Auswärtsspiel.

Am dritten Spieltag steht dann erneut ein Heimspiel für die Düsseldorfer an. Für die Fortuna geht es am 15. September gegen Hoffenheim.

Erbsenzählen für die 1. Liga - Kommentar von Stephan Wappner 

In Düsseldorf werden bis 2021 viele Spielhallen dicht gemacht. Es gibt Filialen, die keine Konzessionen mehr bekommen, weil sie zu nahe an Einrichtungen für Kinder und Jugendlichen liegen. Hier und da wird also bald die Merkur-Sonne, die für Glücksspiel und also auch Spielsucht steht, vom Ladeneingang abmontiert, an der Arena soll sie bald in ausladender Größe montiert werden. In Zeiten, in denen Fußballclubs ihre Seele für Millionen und Abermillionen Euro an Konzerne verkaufen, ist der Deal der Stadt mit der Gauselmann-Gruppe nicht wirklich überraschend.

Man hätte sich aber für die frisch aufgestiegene Fortuna sicher etwas anderes gewünscht als für Städte wie Gelsenkirchen (Veltins-Arena) oder Leipzig (Red Bull-Arena). Dass man jetzt anscheinend darüber sinniert, das Düsseldorfer Stadion nicht „Merkur Spielarena“ zu nennen, sondern „Merkur Arena“, klingt nach einem faulen Kompromiss.

Parteien sollten sich zusammenraufen

Die Arena soll zeitnah entschuldet werden. Gute Idee. Dass sich deshalb die Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH als Stadttochter mit der Fortuna über die Öffentlichkeit um die Vermarktung von Logen streitet, hat gerade so Kreisliganiveau, um mal in der Fußballsprache zu bleiben.

Es geht dem Vernehmen nach um rund 60 000 Euro. Die Parteien sollten sich Donnerstag „zusammenraufen“ – und künftig – gemeinsam – alles für den Verbleib in der 1. Liga tun. Denn dort kommt man mit Erbsenzählerei nicht weiter. Und zwar unabhängig davon, wie das Stadion heißt oder nicht heißt.

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