Nahverkehr

Straßenbahnlinie 112 liegt wegen Thyssenbrücke bald still

Die Thyssenbrücke wird betoniert. Mitte September gibt es keine Verbindung zu Styrum mehr, weil die alte Brücke abgerissen wird und die neue noch nicht befahrbar ist.

Die Thyssenbrücke wird betoniert. Mitte September gibt es keine Verbindung zu Styrum mehr, weil die alte Brücke abgerissen wird und die neue noch nicht befahrbar ist.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.  In Oberhausen fährt ab 14. September für Monate keine Straßenbahn. Die Linie 112 von und nach Mülheim wird durch Busse ersetzt. Grund ist der Neubau der Thyssenbrücke.

Wer mit der Straßenbahn 112 nach Oberhausen fahren möchte, muss ab 14. September an der Haltestelle Mülheim-West in den Bus umsteigen. Der bringt die Fahrgäste dann bis nach Sterkrade – auf der gleichen Strecke wie sonst die Bahn. „Allerdings dauert die Fahrt zehn Minuten länger“, erklärt eine Sprecherin der Stadtwerke Oberhausen AG (Stoag). Grund für den Schienenersatzverkehr ist vom 14. September bis voraussichtlich 29. November.

In Oberhausen wird in diesem Zeitraum gar keine Straßenbahn mehr unterwegs sein. Man habe geprüft, ob eine kleine Umfahrung der Baustelle ausreiche, sich dann aber dafür entschieden, den Bus doch ganz bis Sterkrade durchfahren zu lassen, so die Stoag. Denn: Die sechs Oberhausener Straßenbahnfahrzeuge werden regelmäßig von der Ruhrbahn gewartet und hätten, weil die Styrumer Brücke dicht ist, per Schwertransport zur Werkstatt in Mülheim gebracht werden müssen. Das aber wäre zu teuer geworden. Also bleiben die Bahnen während der Zeit der Brückensperrung in Mülheim.

Bauarbeiten liegen zwei Monate hinter dem Zeitplan

Die Bauarbeiten an der neuen Thyssenbrücke liegen wegen gravierender Baumängel und zwischenzeitlichem Baustopp zwei Monate hinter dem eigentlichen Zeitplan, sie laufen derzeit aber ganz normal weiter. „In Kürze werden die Gehwege betoniert, dann finden Arbeiten an der Stützwand an der Hauskampstraße statt“, berichtet Projektleiter Ralf Grunert. Etwas später beginnt der Bau der Gasleitung unter dem südlichen Gehweg. Sie soll bis 12. Oktober fertig sein.

Ab dem 13. Oktober ist dann die Vollsperrung der Eisenbahnstrecke unter der Thyssenbrücke für etwa zwei Wochen vorgesehen. „Dann soll auch die alte Brücke abgerissen werden, anschließend folgen Restarbeiten“, so Grunert. Geht alles glatt, soll ab 30. November nicht nur die 112, sondern auch der Autoverkehr in beide Richtungen wieder rollen.

Frage der Mängelbeseitigung ist weiterhin unklar

Noch nichts Neues gibt es nach Aussagen des Bauleiters in der Frage, wer die Kosten für die Mängelbeseitigung übernimmt beziehungsweise, wie sie aufgeteilt werden. Zum Hintergrund: Als Verursacher der Schäden waren von einem Gutachter die Firma Heinrich-Walter-Bau und die Planergemeinschaft Grassl/Schüssler-Plan ausgemacht worden. Diese haben aber erstmal weitere Daten zum Fall angefordert. Erst dann könne man weiterverhandeln mit der Stadt Mülheim. Darüber, ob eine außergerichtliche Einigung gefunden werden kann. Das aber ist bisher noch nicht passiert.

>>>Wartung der Straßenbahnen nach 2500 Kilometern

Die Straßenbahnen der Stoag müssen einer Durchsicht/Wartung nach mindestens 2500 Kilometer unterzogen werden. Die tägliche Laufleistung beträgt zwischen 200 und 300 Kilometern.

Die Thyssenbrücke wird komplett neu gebaut. In den Herbstferien wird die alte Brücke abgerissen. Durch die Baumängel sind die Kosten für die neue Brücke explodiert. Aktuell gibt es keine Angabe dazu.

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