Pandemie

Corona in den Niederlanden: Inzidenz steigt auf knapp 1380

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Corona in den Niederlanden

Niederlande, Amsterdam: Menschen lassen sich während einer Probe im Concertgebouw auf der Bühne die Haare schneiden. Geschäfte, die wegen der Pandemie geschlossen bleiben müssen, wurden aus Protest an diesem Tag in niederländischen Museen, Theater und Konzerthallen für Kunden geöffnet.

Vier Wochen nach Verhängung des harten Corona-Lockdowns hat die niederländische Regierung seine Corona-Auflagen gelockert.

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Essen.   Die Infektionszahlen in den Niederlanden steigen weiter. 241.000 Neuinfektionen gab es in einer Woche. So ist die Corona-Lage in den Regionen.

  • Die Corona-Inzidenz in den Niederlanden liegt aktuell bei 1379,5, es gibt aber sehr große regionale Unterschiede bei den Infektionszahlen.
  • Seit dem 15. Januar hat die Regierung die Corona-Regeln gelockert, auch nicht-systemrelevante Geschäfte dürfen wieder öffnen.
  • Ein Überblick über die Corona-Lage in den bei Urlaubern beliebten Regionen.

Die Corona-Zahlen in den Niederlanden steigen weiter an. In der vergangenen Woche zählte das RIVM 241.071 Corona-Neuinfektionen im Land. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt landesweit bei 1379,5, im Großraum Amsterdam sogar bei 2320. Die Zahlen gab das Niederländische Gesundheitsinstitut am Dienstag (18.1.) bekannt. In der Vorwoche lag die landesweite Inzidenz bei 1146,8.

Nach dem vierwöchigen harten Corona-Lockdown hat die niederländische Regierung die Corona-Auflagen nun wieder etwas gelockert. Seit dem 15. Januar dürfen nicht-systemrelevante Geschäfte und Friseure im Nachbarland von NRW bis 17 Uhr öffnen, ebenso wie Sportclubs, Universitäten und höhere Schulstufen.

» Lesen Sie dazu: Venloer Bürgermeister befürchtet Ansturm Ungeimpfter aus NRW

Gaststätten und Kultureinrichtungen bleiben unterdessen bis mindestens 25. Januar geschlossen. Dann will sich die Regierung erneut zum weiteren Vorgehen äußern. Bürgerinnen und Bürger dürfen zu Hause vier Besucher empfangen, bisher waren es zwei. Die Quarantänepflicht entfällt für diejenigen, die eine Booster-Impfung bekommen haben oder in diesem Jahr infiziert waren.

Corona in den Niederlanden: 3G-Regelung bei der Einreise aus Deutschland

Das RKI stuft die Niederlande weiterhin als Hochrisikogebiet ein. Für Reisende gelten damit Beschränkungen, wenn sie von dort zurückkehren. Grundsätzlich gilt eine Quarantäne-Pflicht. Für geimpfte, genesene oder getestete Personen gelten allerdings Ausnahmen, wie auch für den kleinen Grenzverkehr zwischen NRW und den Niederlanden.

Vor Reisen wird auch in die Überseegebiete des Königsreichs der Niederlande gewarnt. Das RKI hat aktuell alle Inseln (Aruba, Bonaire, Curaçao, St. Eustatius, Saba und St. Martin) als Hochrisikogebiete eingestuft.

Auch bei der Einreise aus Deutschland gibt es weiterhin Restriktionen: Deutschland ist im „code geel“, in der Warnstufe gelb. Alle Einreisenden, egal mit welchem Verkehrsmittel sie einreisen, müssen einen negativen Testnachweis, alternativ einen Impf- oder Genesenennachweis dabei haben und vorzeigen können. Groß angelegte Kontrollen an der Grenze gibt es allerdings nicht.

Inzidenzen in den Niederlanden: Deutliche Unterschiede in den Regionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz unterscheidet sich von Region zu Region weiter deutlich (s. unten stehende Tabelle, Quelle: Niederländisches Gesundheitsinstitut RIVM, Stand Dienstag, 18. Januar). Das Ministerium unterteilt das Land bei seiner Übersicht nicht in die auch vielen Deutschen geläufigen Provinzen, sondern in insgesamt 25 unterschiedlich große, sogenannte Veiligheidsregio’s.

Die landesweit höchsten Inzidenzen melden aktuell:

  • Amsterdam-Amstelland: 2320
  • Utrecht: 1674,5
  • Zaanstreek-Waterland: 1656,9
  • Kennemerland: 1838,6
  • Rotterdam-Rijnmond: 1668,7

Im Ballungsraum Amsterdam ist die Inzidenz erneut gestiegen und liegt am Dienstag (18.1.) bei 2320 (Vorwoche: 2082,6). In Zeeland, mit den Städtchen Domburg, Renesse, West- und Oostkapelle gern angesteuertes Ziel von Urlaubern aus NRW, liegt die Inzidenz aktuell bei 1143,2 (Vorwoche: 913,9).

Die Corona-Lage auf den Nordseeinseln und an der Küste

So sehen die Zahlen auf den niederländischen Inseln und in den Küstenstädten aus:

  • Texel gehört wie der angrenzende Bereich rund um Den Helder, der sich über Bergen bis nach Egmond erstreckt, zu Noord-Holland-Noord. Die Inzidenz liegt dort bei 1174,9 (Vorwoche: 968,8).
  • Vlieland, Ameland, Terschelling und Schiermonnikoog zählen zu Fryslân, hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 837,4 (Vorwoche: 854,1).
  • Katwijk, Noordwijk und die malerische Universitätsstadt Leiden gehören zu Hollands-Midden, Inzidenz: 1578,6 (Vorwoche: 1269,8).
  • Zandvoort zählt zu Kennemerland, hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 1838,6 (Vorwoche: 1462,6).
  • Den Haag und Scheveningen gehören zu Haaglanden, Inzidenz: 1543,5 (Vorwoche: 1136).

Tagesaktuelle Corona-Zahlen lassen sich auch in einem sehr dezidierten Dashboard der niederländischen Regierung nachlesen. Dort ist es möglich, nach einzelnen Orten zu suchen. Die Inzidenzzahlen werden allerdings nicht angezeigt.

Verwaltungseinheit Zahl der Infektionen Sieben-Tage-Inzidenz
Groningen 6714 1143,9
Fryslân 5455 837,4
Drenthe 4322 873,5
IJsselland 5395 1008,8
Twente 7882 1247,7
Noord- en Oost-Gelderland 8546 1028
Gelderland-Midden 6483 924,5
Gelderland-Zuid 6837 1212,2
Utrecht 22793 1674,5
Noord-Holland-Noord 7823 1174,9
Zaanstreek-Waterland 5631 1656,9
Kennemerland 10146 1838,6
Amsterdam-Amstelland 24866 2320
Gooi en Vechtstreek 3693 1425,3
Haaglanden 17322 1543,5
Hollands-Midden 12857 1578,6
Rotterdam-Rijnmond 22166 1668,7
Zuid-Holland-Zuid 5924 1284,9
Zeeland 4406 1143,2
Midden- en West-Brabant 17228 1524,6
Brabant-Noord 10275 1557,9
Brabant-Zuidoost 10217 1302,5
Limburg-Noord 4077 781,6
Limburg-Zuid 4858 817,5
Flevoland 5155 1203,8

(mit dpa)

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