Staufalle

Schranke im Handbetrieb stürzt Autofahrer in Verwirrung

Achtung, hier kommt der Zug! Mit Flatterband sperren die Bahnübergangsposten (BüP) die Strecke. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der lange Rückstau auf der Duisburger Straße zu erkennen.

Achtung, hier kommt der Zug! Mit Flatterband sperren die Bahnübergangsposten (BüP) die Strecke. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der lange Rückstau auf der Duisburger Straße zu erkennen.

Foto: Kerstin Bögeholz

oberhausen.   Sicherungsposten regeln den Verkehr mit Flatterband und Fahne an einer defekten Schranke in Oberhausen. Das Provisorium wird noch andauern.

Erst vor wenigen Wochen schwärmte Bahn-Manager Ronald Pofalla in Oberhausen beim prominent besetzten Pressetermin an der Betuwe-Linie von der digitalen Zukunft am Gleis. Davon können sie in Lirich an der viel befahrenen Duisburger Straße derzeit allerdings nur träumen: Der dortige Bahnübergang läuft jetzt rundum analog – per Handbetrieb!

Bei einem Verkehrsunfall wurde die Schranke im September auf der Fahrbahnseite in Richtung Oberhausen beschädigt. Sie lässt sich seitdem nicht mehr auf und ab bewegen und ist mit einem Spanngurt in geöffneter Position gesichert, damit sie sich nicht selbstständig macht und plötzlich auf die fahrenden Autos herabsenkt.

Kosten von bis zu 60 000 Euro

Erst Ende Oktober könne die Schranke repariert werden, berichtet ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Die Kosten belaufen sich auf 50 000 bis 60 000 Euro, wobei auch der Personaleinsatz eine teure Rolle spielt.

Ständig sind jetzt zwei Mitarbeiter vor Ort. Es handelt sich um Bahnübergangsposten (im Bahndeutsch kurz BüP genannt), die zum Geschäftsbereich DB-Fahrwegdienste gehören und dafür sorgen, dass die Autos stoppen, wenn die Regionalbahn 36 auf ihrem Weg zwischen Oberhausen-Hauptbahnhof und Duisburg-Ruhrort hier vorbeirollt. Tagsüber ist das vier Mal stündlich der Fall, in den Abendstunden dann nur noch drei oder zwei Mal pro Stunde. Es ist also jede Menge zu tun für die Sicherungsposten – und das in der Zeit von 4.34 Uhr in der Frühe bis 0.25 Uhr mitten in der Nacht.

Mit Signalfahne und Flatterband stellen sich die beiden BüP auf die Duisburger Straße und stoppen bereits Minuten vor dem Passieren der Regionalbahn 36, die von der Nordwestbahn bedient wird, den Autoverkehr, was teils zu langen Rückstaus führt. Manch’ ein Autofahrer, der hier nicht so oft unterwegs ist, interpretiert die Situation falsch und denkt, es handele es sich um eine Baustelle mit längerer Vollsperrung – und wendet seinen Wagen spontan mitten im Rückstau auf der Duisburger Straße. Wer schon weiß, was hier los ist, zeigt mehr Einsicht und wartet, bis die beiden BüP die Straße wieder freigeben.

Auch Ampel-Warnlicht beschädigt

Kurios dabei: Insgesamt gibt es hier sechs Einzel-Schranken, jeweils zwei für die beiden Gehwegseiten und zwei für die Straße. Fünf der Schranken bewegen sich nach Vorschrift auf und ab; nur die Straßenschranke auf der Fahrbahnseite Richtung Oberhausen ist verklemmt. An dieser Seite ist nach dem Verkehrsunfall auch das Ampel-Warnlicht des Bahnübergangs schwer beschädigt. Es hängt immer noch schief in seiner Verankerung, ist durch einen Bauzaun gesichert und wartet – wie die Schranke – auf die Reparaturteams.

An der eingleisigen Strecke der gemütlichen „Ruhrort-Bahn“ scheint derzeit die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. . .

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