Neue Studie

Studie: Ruhrbistum lässt Missbrauchsfälle aufarbeiten

„Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene künftig noch besser vor sexualisierter Gewalt schützen“: Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck lässt die Missbrauchsfälle in seinem Bistum aufarbeiten.

„Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene künftig noch besser vor sexualisierter Gewalt schützen“: Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck lässt die Missbrauchsfälle in seinem Bistum aufarbeiten.

Foto: Caroline Seidel / dpa

Im Ruhrgebiet.  Wissenschaftler untersuchen die Missbrauchsfälle im Ruhrbistum seit 1958 systematisch. Das Bistum Essen hat ein Münchener Institut beauftragt.

Wissenschaftler sollen die Missbrauchsfälle im Bistum Essen historisch und systematisch aufarbeiten – und zwar von der Bistumsgründung im Jahr 1958 bis heute. Man habe das Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer Studie beauftragt, teilte das Ruhrbistum am Freitag (28. Februar) mit. Besonders wichtig sei die Opfer-Perspektive.

Bei einer von den deutschen Bischöfen im Jahr 2018 vorgestellten Studie zum sexuellen Missbrauch war im Bistum Essen von 85 Opfern und 60 beschuldigten Priestern seit Bistumsgründung ausgegangen worden. Die IPP-Wissenschaftler sollen jetzt Akten sichten und Gespräche führen - auch mit Tätern und Personalverantwortlichen. Daraus wolle man „möglichst konkrete Konsequenzen für die kirchliche Arbeit ziehen, um Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene künftig noch besser vor sexualisierter Gewalt schützen zu können“, heißt es beim Bistum Essen.

Bistum Münster hat Historiker beauftragt

Näheres zur Studie will das Bistum am Freitag kommender Woche mitteilen. Andere Bistümer haben ebenfalls Wissenschaftler beauftragt, Missbrauchsfälle aufzuarbeiten. So lässt das Bistum Münster, zu dem weite Teile des Niederrheins gehören, die Fälle in seinem Bereich von einem fünfköpfigen Historikerteam der Westfälischen Wilhelms-Universität untersuchen. Für die zweieinhalbjährige Studie stellt das Bistum rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Generalvikar Klaus Winterkamp hat den Wissenschaftlern „maximale Unabhängigkeit“ zugesichert. (dum)

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