Verkehrswende

Prominente unterstützen Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“

Rückendeckung für „Aufbruch Fahrrad“: Buchautorin Charlotte Roche unterstützt die Volksinitiative, die das Radfahren in NRW deutlich attraktiver machen will.

Rückendeckung für „Aufbruch Fahrrad“: Buchautorin Charlotte Roche unterstützt die Volksinitiative, die das Radfahren in NRW deutlich attraktiver machen will.

Foto: Verenafotografiert.de

An Rhein und Ruhr.   Eckart von Hirschhausen, Charlotte Roche und andere setzen sich dafür ein, dass das Fahrradfahren in Nordrhein-Westfalen attraktiver wird.

Auf der Zielgeraden bekommt die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ Unterstützung von immer mehr Prominenten. Beispiel Eckart von Hirschhausen: „Es ist absurd, dass wir immer noch auf eine Mobilitätswende warten und über den Wiederverkaufswert von Dieseln sprechen, wenn es eigentlich darum geht, von den fossilen Brennstoffen wegzukommen“, meint der Mediziner und Moderator.

Die Initiative, die die Möglichkeiten für Radfahrer in Nordrhein-Westfalen entscheidend verbessern möchte, will ihre gesammelten Unterschriften am 2. Juni im Rahmen der ADFC-Sternfahrt vor dem Landtag an Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) übergeben. „Ich wünsche mir, dass wir die 100.000 überschreiten“, sagte Thomas Semmelmann, der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, gegenüber der Redaktion.

Unterstützung auch aus der Kommunalpolitik

Zahlreiche Persönlichkeiten unterstützen die Volksinitiative im Internet in kleinen Videobotschaften oder mit Fotostatements. Neben von Hirschhausen sind das zum Beispiel der Kabarettist Jürgen Becker, die Moderatorin und Buchautorin Charlotte Roche, der „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel, „Sendung mit der Maus“-Erfinder Armin Maiwald.

Unterstützung kommt aber auch gerade aus der Kommunalpolitik, etwa von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker oder ihren Amtskollegen Thomas Geisel (Düsseldorf) und Ulrich Sierau (Dortmund) oder dem Neusser Landrat Wolfgang Petrauschke. Auch Roland Schäfer, Bürgermeister von Bergkamen und Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, macht sich für den „Aufbruch Fahrrad“ stark, wie ADFC-Landeschef Semmelmann berichtet.

Ziel: 25% Radverkehr im Jahr 2025

Die Volksinitiative will, dass der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr in NRW von derzeit 8% auf 25% im Jahr 2025 steigt. Neun Forderungen an die Landespolitik hat sie dazu formuliert. Als besonders bedeutsam gilt der Ruf nach dem Bau von Radschnellwegen, weil sie als Rückgrat einer sicheren Fahrradinfrastruktur gelten. Im Gespräch mit der Redaktion erinnerte Semmelmann daran, dass im Jahr 2018 insgesamt neun Radfahrer in NRW bei Lkw-Abbiegeunfällen ums Leben gekommen waren. Insgesamt 215 Vereine, Verbände und Gruppen stehen hinter „Aufbruch Fahrrad“. Die organisatorischen Fäden laufen beim ADFC und dem Verein Radkomm zusammen.

Die notwendigen 66.000 Unterschriften, damit sich der Landtag mit den Forderungen befasst, habe man bereits seit geraumer Zeit beisammen, hatten die Initiatoren von „Aufbruch Fahrrad“ kürzlich verkündet. Einen konkreten Zwischenstand nennen die Initiatoren nicht. Bekannt ist gleichwohl, dass allein in den ersten drei Aprilwochen fast 28.000 Unterschriften zusammengekommen sind. Allerdings darf der April durch den Beginn der Fahrradsaison und das schöne Wetter nicht als repräsentativ für den gesamten Sammelzeitraum gelten.

Weitere Sammelaktionen geplant

Weitere Sammelaktionen sind noch geplant – u. a. beim Herner Radmarathon an diesem Samstag (27. April) oder tagsdrauf bei der Duisburger Radwanderung oder beim Grünen Markt in Düsseldorf. Alle Unterschriften, die noch bis zum 1.Mai eingehen, sollen noch Ämtern zur Prüfung übergeben werden, sagen die Initiatoren von „Aufbruch Fahrrad“. Auch im Mai gebe es noch einzelne Sammelaktionen. Die Unterschriften dann würden aber wohl nicht mehr geprüft werden können.

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