Betrüger

Polizei Oberhausen warnt vor neuen Maschen der Betrüger

Dieser Polizist ist echt, das zeigt auch sein Ausweis. Die falschen Polizisten rufen in der Regel eh nur an.

Dieser Polizist ist echt, das zeigt auch sein Ausweis. Die falschen Polizisten rufen in der Regel eh nur an.

Foto: Dirk Bauer

Oberhausen.   Betrüger bringen als falsche Polizisten nicht nur Senioren um ihr Geld. Sie gaukeln auch Liebe vor und entern Computer.

Betrüger lassen sich immer wieder neue üble Tricks einfallen, um an das Geld anderer Menschen zu kommen. Obwohl die Polizei regelmäßig warnt, schaffen es die Kriminellen in vielen Fällen, ihre Ziele zu erreichen.

Eine Masche ist der falsche Polizist. „Er hat den Enkeltrick so gut wie abgelöst“, sagt Kriminalhauptkommissar Ralf Simon vom Kommissariat 21. Die Betrüger rufen zunächst an. Die Telefonnummer, die im Display erscheint, ist der der Polizei ähnlich. Oder es ist tatsächlich die der Ordnungshüter. Manchmal sogar die 110. „Die Täter erzählen, bei einem Einbruch sei ein Zettel mit den Daten des Angerufenen aufgetaucht. Die Leute sollten schnell nachschauen, ob ihr Geld noch da sei. So erhalten die Betrüger meist schon einen Einblick in die Vermögensverhältnisse der Opfer“, sagt Simon.

Sie erklären den Senioren dann, dass ihr Geld bei ihnen oder auch der Bank nicht mehr sicher sei. Sie sollten es in eine Plastiktüte packen und vor die Haustür stellen. Jemand würde es abholen und in Sicherheit bringen. „Auf diese Art und Weise sind schon einige Altersvorsorgen den Bach runter gegangen“, bedauert der Polizist.

Betrugsobjekt Handy

Jenseits der falschen Polizisten gilt das Handy als Betrugsobjekt. Da sitzt zum Beispiel irgendwo in der Welt ein Betrüger. Der Täter gibt vor, das Handy eines Anbieters kaufen zu wollen. Gleichzeitig bietet er einem interessierten Käufer dieses Handy an. Dem Käufer nennt er nicht die eigenen Bankdaten, sondern die des Verkäufers. Der Käufer überweist die Summe, der Verkäufer verschickt das Handy an den Betrüger. Der Käufer steht ohne Geld und Handy da.

Mit der Sehnsucht nach Zuwendung spielen Betrüger ganz anderer Art. Sie nutzen Flirtplattformen für das sogenannte Love Scamming. Es werden überwiegend Frauen angeschrieben, wie Simon sagt. Besonders beliebt sei bei den Betrügern die Maske des amerikanischen Ingenieurs. Die Männer gaukeln den Frauen in E-Mails Liebe vor, dabei wollen sie nur Geld.

Täter gehen sehr geschickt vor

Typisch: Kurz vor einem ersten Treffen fehlt etwa das Geld für eine Fahrkarte. Das überweisen die Frauen dann. Immer wieder werden so von ihnen kleinere Beträge gefordert. Treffen gibt es aber nie. „Wir hatten hier Frauen, die wollten sich selbst dann nicht davon abbringen lassen, weiter zu zahlen, nachdem der Betrug aufgeflogen war“, schildert Simon die Dramatik. Die Täter sind sehr geschickt.

Extrem gefährdet sind auch Firmen bzw. deren Daten. Simon: „Firmen müssen ein externes Backup von Kundendaten anlegen.“ Sonst ist das Unternehmen erpressbar. In Oberhausen hatte im vergangenen Jahr ein Mitarbeiter einer Firma einen Link angeklickt, eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle, und schon waren alle Daten verschlüsselt. Die Täter verlangten ein Lösegeld für die Entschlüsselung.

>>> Tipps der Polizei

Die Polizei rät: Bleiben Sie misstrauisch gegenüber Unbekannten. Öffnen Sie Ihre Tür nur mit vorgelegter Türsperre. Geben Sie keine persönlichen Daten weiter. Wählen Sie notfalls die 110.

Beratung und Hilfe: polizeiberatung.de, polizei.nrw.de, seniorensicherheitsberatung-oberhausen.de., Kommissariat Vorbeugung, Tel.: 0208-8264511, bundesweites Opfer-Telefon: 116 006.

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