Umweltauflagen

Nach großer Demo: Landwirte zu weiteren Protesten bereit

Beim Aktionstag am 22. Oktober 2019 kamen allein nach Bonn Landwirte mit rund 2000 Traktoren. Bundesweit waren nach Schätzungen der Organisatoren etwa 15.000 Trecker auf den Straßen.

Beim Aktionstag am 22. Oktober 2019 kamen allein nach Bonn Landwirte mit rund 2000 Traktoren. Bundesweit waren nach Schätzungen der Organisatoren etwa 15.000 Trecker auf den Straßen.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ hält sich weitere Protestaktionen offen. Staatssekretär hat Initiatoren ins Bundesministerium eingeladen.

Die Initiatoren der Bewegung „Land schafft Verbindung“ wollen Bauern in Deutschland erneut zum Protest auf die Straße rufen, falls die Politik nicht auf die Sorgen des Berufsstandes eingeht. Die Vernetzung untereinander, Schilder, Transparente – alles das sei nun vorhanden. „Bei Bedarf können wir das schnell wieder hochfahren“, sagte Maike Schulz-Broers an diesem Donnerstag (24. Oktober 2019) im Gespräch mit der Redaktion.

Die Landwirtin aus der Lüneburger Heide hatte die Protestbewegung im Internet angestoßen. Am vergangenen Dienstag hatten Bauern bundesweit demonstriert – gegen neue Umweltauflagen und für mehr Respekt für ihren Berufsstand. „Das war Wahnsinn“, freut sich Schulz-Broers. Bundesweit seien schätzungsweise 15.000 Trecker auf der Straße gewesen. Allein 2000 davon waren laut Polizeiangaben in Bonn, wo sich mehr als 5500 Demonstranten versammelt hatten.

Einladung ins Ministerium

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte Verständnis für die Proteste gezeigt, zugleich aber Veränderungsbereitschaft bei den Bauern eingefordert. Ihr Staatssekretär Onko Aeikens (CDU) hatte auf der Demo in Bonn die Initiatoren des Protestes zu einem Gespräch ins Ministerium eingeladen. Diesem Gespräch sehen die Macher von „Land schafft Verbindung“ entgegen, ein Termin lag in der Kürze der Zeit noch nicht vor.

Angekündigt hat das Bundesministerium ein offenbar millionenschweres „Nährstoffprogramm“, das die von Bauern gerade auch am Niederrhein mit großer Sorge erwarteten neuen Düngevorgaben begleiten soll. „Wir werden den Berufsstand in dieser schwierigen Situation bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützen.“, versicherte eine Sprecherin auf Nachfrage. Das Programm werde derzeit erarbeit.

Effizienter düngen

Im Gespräch sei, Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Separierung von Gülle zu fördern, ebenso die modellhafte Erprobung der NIRS-Technologie (Nahinfrarotspektroskopie) zur Ermittlung der Nährstoffgehalte während der Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern und die Ansäuerung von Gülle mit Schwefelsäure. Durch die Ansäuerung sollen Ammoniak-Emissionen in die Luft reduziert und das Düngen effizienter werden. Weitere Maßnahmen würden geprüft, so die Sprecherin. Finanziert werden soll das Programm unter anderem aus Mitteln der Ackerbaustrategie.

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