Ausflugstour

Nach Bus-Brand auf A3: Viel Glück für Kranke und Behinderte

Weitgehend ausgebrannt ist der Reisebus auf der A3 bei Oberhausen-Holten, mit dem die Regenbogen-Gruppe am Dienstag nach Münster fahren wollte.

Foto: ANC

Weitgehend ausgebrannt ist der Reisebus auf der A3 bei Oberhausen-Holten, mit dem die Regenbogen-Gruppe am Dienstag nach Münster fahren wollte. Foto: ANC

Duisburg.   Mit 40 Personen war der Verein Regenbogen auf Ausflugstour. Dann brannte der Bus. Gleich mehrere glückliche Zufälle verhinderten Schlimmeres.

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Das war Glück im Unglück und alle 40 Klienten des Vereins Regenbogen sind wohlauf, ebenfalls die 18 Betreuer. Ihr Reisebus war am Dienstag auf der A 3 plötzlich in Flammen aufgegangen. Zum Weihnachtsmarkt nach Münster sollte es gehen: „Wir holen den Ausflug schnell nach“, verspricht Rolf Wöste, Geschäftsführer bei der Regenbogen GmbH, die seelisch kranke Menschen und Behinderte betreut. Normalität ist jetzt wichtig.

Ziel war der Weihnachtsmarkt in Münster

Ausflüge, die auch das tägliche Alltagsleben für die seelisch Kranken trainieren sollen, bietet Regenbogen regelmäßig seinen Klienten an. Diesmal sollte es weihnachtlich stimmungsvoll nach Münster gehen. Knapp 50 Klienten, die in ihren eigenen Wohnungen oder in Wohngemeinschaften von Regenbogen-Mitarbeitern ambulant betreut werden, hatten sich zu der Fahrt angemeldet.

Knapp 40 Teilnehmer, darunter auch Kinder und Jugendliche, und die Betreuer verteilten sich dann am Dienstagmorgen auf den gemieteten Bus und einen Neun-Sitzer, der hinter dem Bus her fahren sollte, was sich als glückliche ­Fügung erwies, wie Rolf Wöste berichtet. Denn schon nach wenigen Kilometern schlug die „Nachhut“ auf der A 3 in Höhe des Ausfahrt Oberhausen-Holten Alarm und verständigte per Handy den Bus vor ihr: Aus dem Motorraum des Busses stiegen dichte Rauchwolken aus.

„Der Busfahrer hielt sofort auf dem Standstreifen an. Und die Mitarbeiter haben schnell alle Klienten aus dem Bus begleitet. Das hat alles gut geklappt. Alles blieb ruhig und lief ohne Panik ab“, schildert Wöste den Ablauf. „Glück im Unglück“, sagt er erleichtert. In Erinnerung ist auch ihm, dass solche Brände schon in Tragödien mit vielen Toten endeten.

Polizei und Ärztin fahren zufällig hinter dem Bus

Geholfen hat auch, dass zufällig eine Zivilstreife der Polizei hinter der Regenbogen-Truppe herfuhr und dahinter eine Ärztin, die ebenfalls anhielt. Bei drei Passagieren, die hinten im Bus über dem Motor saßen, bestand zunächst Verdacht auf eine Rauchvergiftung. Es war dann die alarmierte Duisburger Feuerwehr, die den brennenden Bus löschte. Der Busfahrer hatte noch selbst erfolglos versucht, den Motorbrand zu löschen und sich dabei Verletzungen an den Händen zugezogen.

Gerade für Menschen, die ohnehin seelisch und psychisch belastet sind, kann so ein Ereignis traumatisch sein. Deshalb brachten die Regenbogen-Mitarbeiter zunächst alle zum Vereinssitz nach Wanheimerort. Gemeinsam bei Kaffee und Kuchen sollte der Schrecken verdaut werden. „So etwas bleibt nicht in der Jacke“, weiß Wöste. Alle Beteiligten hätten den Vorfall aber gut verkraftet, nur eine jüngere Frau wollte zunächst nicht zurück in ihre Wohnung. „Auch ihr geht es jetzt wieder gut“, so Wöste.

>>>> HILFE FÜR SEELISCH KRANKE UND BEHINDERTE

Der Verein Regenbogen betreut auf vielfältige Weise seelisch Kranke und Behinderte, Jugendliche wie Erwachsene. Und dies stationär, in eigenen Wohneinrichtungen oder ambulant im betreuten Wohnen. Die Regenbogen GmbH unterhält auch das „Haus Regenbogen“, in dem Jugendliche und junge Erwachsene leben, und bietet darüber hinaus auch rehabilitative Beschäftigungsprogramme.

Insgesamt betreut Regenbogen an die 2000 Menschen. Der Verein wurde 1983 gegründet. Rolf Wöste ist seit April 2014 Geschäftsführer und Nachfolger von Elisabeth Hofmann.

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