Testament

Mehr Menschen würden Vermögen für den guten Zweck vererben

Immer mehr Menschen in Deutschland sind bereit, Hilfsorganisationen in ihren Testatementen zu berücksichtigen.

Immer mehr Menschen in Deutschland sind bereit, Hilfsorganisationen in ihren Testatementen zu berücksichtigen.

Foto: Jens Büttner / dpa

An Rhein und Ruhr.  Die Bereitschaft zum Vererben an gemeinnützige Institutionen nimmt zu. In NRW liegen Tier- und Umweltschutz in der Gunst der Befragten ganz vorn.

Die Bereitschaft der Bürger zum Vererben an gemeinnützige Organisationen hat sich deutlich erhöht. 28 Prozent der Deutschen ab 50 Jahren können sich vorstellen, eine gemeinnützige Organisation in ihrem Testament zu bedenken, wie eine am Donnerstag von der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ veröffentlichte Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. Bei der ersten Erhebung dieser Art im Jahr 2013 waren es nur elf Prozent. In Nordrhein-Westfalen ist die Bereitschaft nur einen Hauch geringer, hier gaben 26,4 Prozent an, Vereine oder Organisationen testamentarisch berücksichtigen zu wollen. Der neuen Erhebung zufolge ist besonders bei Kinderlosen die Bereitschaft zum gemeinnützigen Vererben ausgeprägt (51 Prozent; 2013: 34).

Als mögliche Empfänger von gemeinnützigen Erbschaften sehen die Befragten vor allem Organisationen aus dem Bereich Umwelt-, Natur und Tierschutz. Fast jeder Zweite, der sich gemeinnütziges Erben vorstellen könne, wolle hier mittels Testament wirken. So profitierte der Tierschutzverein Duisburg beispielsweise von einer großen Erbschaft. 2017 vererbte eine Katzenliebhaberin aus Marxloh zwei Millionen Euro an das Tierheim.

Der Naturschutzbund Nabu in NRW hingegen hat nach Auskunft von Sprecherin Birgit Königs zwar vereinzelt Erbschaften erhalten, seit längerer Zeit aber schon nicht mehr. Die Finanzierung des Nabu fußt auf Mitgliedsbeiträgen und Spenden, erklärt sie.

Friedensdorf erbte 3,8 Millionen Euro

Ebenfalls jeder Zweite in NRW würde Organisationen aus den Bereichen Soziale Hilfe, Behinderten- und Krankenhilfe sowie zur Erforschung und Behandlung von speziellen Krankheiten im Testament bedenken wollen. Die Kinder- und Jugendhilfe wären für 29,8 Prozent mögliche Erben, die Not- und Katastrophenhilfe für 28,1 Prozent, Kirche- und Glaubensgemeinschaften für 12,3 Prozent. Auf dem letzten Platz landen Organisationen aus Kunst und Kultur.

Auch das Friedensdorf in Oberhausen kommt in den Genuss von Erbschaften. „Die Erbschaften sind für uns Gold wert“, sagt Sprecherin Claudia Peppmüller auf Anfrage der NRZ. Die Hilfsorganisation hat gar eine Broschüre zu dem Thema aufgelegt. Im Jahr 2018 erhielt das Friedensdorf, das sich um kranke Kinder aus Kriegsgebieten kümmert, 3,8 Millionen Euro aus Erbschaften, darunter befand sich ein einziger enormer Nachlass von 3,4 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor erhielt das Friedensdorf 1,85 Millionen Euro aus Nachlässen.

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