Unkrautvernichter

Lanuv: Glyphosat-Werte in Flüssen am Niederrhein unauffällig

Der Unkrautvernichter Glyphosat (enthalten in Präparaten wie Roundup) sorgt wieder für Diskussionen.

Der Unkrautvernichter Glyphosat (enthalten in Präparaten wie Roundup) sorgt wieder für Diskussionen.

Foto: Haven Daley / dpa

An Rhein und Ruhr.  Das Landesumweltamt hat Messungen aus der Rhein-Ruhr-Region ausgewertet. Glyphosat ist bei der Behörde nicht Teil des Routinemessprogrammes.

In Flüssen der Rhein-Ruhr-Region ist das Landesumweltamt (Lanuv) im vergangenen Jahr auf keine nennenswerten Rückstände des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat gestoßen. Das hat eine Auswertung der Behörde eigens für die Redaktion ergeben. „Die Werte waren fast überall unter der Bestimmungsgrenze von 0,05 Mikrogramm je Liter“, sagte eine Lanuv-Sprecherin an diesem Mittwoch (14. August 2019) – also deutlich unter dem sogenannten Orientierungswert von 28 Mikrogramm pro Liter.

Die Sprecherin bezog sich auf Messungen u. a. im Rhein bei Düsseldorf und Kleve-Bimmen, in der Ruhr bei Mülheim, in der Lippe bei Wesel, in der Emschermündung, sowie in der Mündung des Wesel-Datteln-Kanales. Die Bewertung beziehe sich auf die gemessenen Jahresdurchschnittskonzentrationen, zwischendurch kann es also Spitzen geben.

Laborwerte für 2019 lagen noch nicht vor

Die Lanuv-Sprecherin betonte zudem: „Glyphosat ist kein Bestandteil unseres Routinemessprogrammes.“ In der Gruppe Pflanzenschutzmittel werde Glyphosat „nicht als das Gefährlichste“ wahrgenommen. Gemessen wird sporadisch. Allerdings gibt es auch Messungen u. a. von kommunaler Seite. Laborwerte für 2019 lagen beim Lanuv noch nicht vor.

Aktuell sorgt der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat wieder für Diskussionen. Die Stadt Köln hatte an einer Messstelle in diesem Frühjahr im Grundwasser eine erhöhte, aber noch nicht bedenkliche Glyphosat-Konzentration festgestellt. In Ostwestfalen waren erhöhte Werte in Oberflächengewässern gemessen worden. Freilich muss da streng unterschieden werden, weil Grund- und Oberflächenwasser unterschiedlich genutzt werden.

Eigene Messungen zum Grundwasser

Zu Glyphosat im Grundwasser führt das Landesumweltamt eigene Messungen durch. Der aus der Trinkwasserverordnung abgeleitete Schwellenwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter sei im vergangenen Jahr an keiner der landesweit 670 Messstellen überschritten worden, erklärte die Behördensprecherin. Am Niederrhein habe es Glyphosat-Nachweise im Grundwasser in den vergangenen Jahren nur zweimal gehabt – 2011 in Viersen (0,29 Mikrogramm je Liter) und 2007 in Krefeld (0,11 Mikrogramm je Liter).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben