Gartenbaukunst

In den Gärten von Mien Ruys

 Die Tuinen Mien Ruys. Hier ein Blick in den Wassergarten.

 Die Tuinen Mien Ruys. Hier ein Blick in den Wassergarten.

Foto: Stichting Tuinen Mien Ruys

Dedemsvaart (NL).  Sie war die erste Gartenarchitektin, die Bahnschwellen in ihre Beete baute… Mien Ruys. Ihre Versuchsgärten kann man heute noch bestaunen.

Es gibt Orte, mit denen fühlt man sich auf sonderbare Weise verbunden, man ist im Einklang mit sich und dem, was dieser Ort an Atmosphäre, an Zauber, an Magie über einen ausbreitet. Ganz oft sind Gärten solche Orte, an denen die Seele sich zu Hause fühlt.

Ganz gewiss ist so ein verzaubernder Ort der Garten von Mien Ruys. Wobei, es ist nicht ein Garten, es sind 30 Stil- und Versuchs-Gärten, blühende und grünende Landschaften, ‘mal geradlinig und streng geordnet. Dann überrascht bunter und herrlich freier Pflanzenwuchs, ein fröhliches Spiel von scheinbar natürlichem Durcheinander, das Spiel von Licht und Schatten – Rechtecken und Quadraten.

Fröhliches Spiel von Licht und Farbe, Schatten und Natur

Und Sie schlendern durch allerlei Natur, noch ein wenig volllüstig von all dem, was da gerade die Sinne auf Spannung hält, Sie folgen einem schmaler werdenden Pfad, dichtes Grün rechts und links, vorne sind die ersten Baumkronen zu erahnen und dann – welch’ Überraschung – helles Licht, Sonne, der Himmel reißt auf – eine Lichtung.

Da hat der Mensch nachgeholfen ja, aber wie schön… im inneren Rund wachsen Moose und Klee und allerlei flache, kriechende Vegetation, Steine geben die Linie vor, die weitausladenden Äste der Eichen halten die Welt fern.

Mien Ruys, Pionierin derniederländischen Gartenbaukunst

Mien Ruys (Wilhelmina Jacoba Moussault-Ruys) – Tochter eines Gärtners, geboren 1904, gestorben 1999, war eine der ersten niederländischen Landschaftsgärtnerinnen. Und großartig, dass man dank der „Stichting Tuinen Mien Ruys“ auf ihren Spuren wandeln kann, so, als dürfe man damit rechnen, dass die Pionierin der niederländischen Gartenkunst hinterm nächsten Busch hervorkommt – natürlich mit der

Gartenschere in der Hand...

Dedemsvaart war das Zuhause von Mien Ruys, bis dorthin sind es vom Niederrhein zwei gute Stunden Fahrtzeit mit dem Auto. Der Garten gibt eine Übersicht über die Gartenbauarchitektur von 1924 bis heute.

Das Bauhaus-Denken hat Mien Ruys bei ihrer Arbeit beeinflusst

Mien Ruys studierte u.a. in Berlin, war achitektur-, ja, bauhaus-begeistert, Rechtecke und Quadrate, Linien und Achsen finden sich immer wieder. Ganz sicher war sie eine der wichtigsten Vertreterinnen der klassischen Moderne in der Gartengestaltung – sie machte u.a. Waschbetonplatten und Eisenbahnschwellen als Gestaltungselemente populär. http://www.tuinenmienruys.nl/en/

Dabei probierte sie immer wieder aus, welche Pflanzen wo am besten wachsen konnten. „Mien war es sehr wichtig, für den Standort angemessene Pflanzen zu verwenden – und nicht zu versuchen, die Wuchsbedingungen zu ändern“, sagt Luc Pol, der Gartenführer.

„Sie war Pionier in der gärtnerischen Nutzung vieler Pflanzen, darunter Frauenmantel, Riesen-Chinaschilf, Japan-Zwergschilf, Brandkraut und Wickelwurz.“

Ihr kleines Häuschen steht heute noch nahe des Park-Platzes, man hat einen wunderbaren Blick ins gestaltete Grün, inzwischen kann man hier tagen und forschen. Oder einfach nur lustwandeln.

Geöffnet bis 31. Oktober, di-sa: 10-17 Uhr, so: 12-17 Uhr (inkl. Pflanzenmarkt). Ab 29. September zeigen zehn Keramik-Künstler ihre Arbeiten.

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