Niederlande

Hilfe für Hochwasseropfer ging über Grenzen hinweg

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Mit Sandsäcken wurde der Deich gesichert. 

Mit Sandsäcken wurde der Deich gesichert. 

Foto: Privat

Velden.  Die Flut an der Maas – und eine enge Freundschaft, die über Grenzen hinaus geht. So geschehen im kleinen Ort Velden in der Nähe von Venlo.

Gebiete, Häuser und Geschäfte wurden evakuiert und in Mitleidenschaft gezogen und die Verwüstung ist groß. In manchen Gegenden wissen die Menschen bereits, was alles passieren kann und wie man sich bestmöglich vorbereitet, wenn ein Hochwasser droht. Dies ist auch in Limburg, gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze, der Fall.

Das Dorf Velden (zwischen Arcen und Venlo gelegen) ist allerdings ganz auf sich allein gestellt, da die Gemeinde alle Hände voll zu tun hat, das Zentrum von Venlo und das touristische Arcen zu schützen. Die Veldener schließen sich daher zusammen, um ihre Gemeinde zu retten. Und auch die Menschen aus der Partnergemeinde Straelen und Umgebung kommen nach Velden, um zu helfen. So wurden die Menschen auch bei dem aktuellen Hochwasser um Mithilfe gebeten, um gemeinsam mit den Veldenern 40.000 Sandsäcke zu füllen, auf den Deich zu stellen und teilweise neue Deiche zu bauen. Der Aufruf erfolgte über Social Media, Telefon, Radio und TV und die Bitte um Hilfe wurde schnell erhört. Um 11 Uhr waren bereits 300 Helfer bereit und die Befüllung begann.

Aus Straelen und dem gesamten Umland kamen Menschen zum Helfen. Sie brachten Traktoren und Wagen mit, um die Sandsäcke und Schaufeln zum Deich zu bringen. Manche Unternehmer schickten ihr gesamtes Personal mit Lieferwagen nach Velden, um zu helfen. Auch Speisen und Getränke wurden von verschiedenen Firmen aus Auwelholt und Straelen mitgebracht, damit fleißig gearbeitet werden kann.

Am Ende standen Niederländer und Deutsche Seite an Seite, füllten Sandsäcke auf und bauten damit gemeinsam einen Deich. Sie redeten, lachten und arbeiteten vor allem sehr hart, bis es dunkel wurde. Um 2 Uhr morgens war der rettende Deich fertig. Sieben Kilometer schafften alle Helfer in 15 Stunden. Ein unglaublicher Erfolg!

Die Veldener arbeiteten noch zwei weitere Tage hart daran, den Deich zu überwachen, zusätzliche Sandsäcke an Leckstellen zu platzieren und Katastrophentouristen fernzuhalten. Sie brachten zusätzliche Sandsäcke nach Arcen, um auch dort alles trocken zu halten. Erst am Sonntagabend wurde das Sicherheits-Signal gegeben, sodass die evakuierten Menschen und Tiere endlich wieder nach Hause zurückkehren konnten.

Ein trockenes und unbeschädigtes Haus - dank der Hilfe vieler Menschen. Die Gemeinde Velden ist unglaublich dankbar und möchte den deutschen Nachbarn auf der anderen Seite der Grenze ein herzliches Dankeschön aussprechen. Dank ihrer spontanen Hilfe blieben die Häuser und Geschäfte verschont. Und diese nachbarschaftliche und freundschaftliche Hilfe wird die Gemeinde niemals vergessen!

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