Essen am Niederrhein

Im „Haus Nachtigall“ in Uedem kommt Tradition auf den Tisch

Am Waldrand gelegen, das Tiergehege gleich vor der Haustüre: „Haus Nachtigall“ Heuken in Uedem.

Am Waldrand gelegen, das Tiergehege gleich vor der Haustüre: „Haus Nachtigall“ Heuken in Uedem.

Foto: Thomas Momsen

Uedem.  Lecker essen am Niederrhein: „Haus Nachtigall“ in Uedem ist seit fünf Generationen familiengeführt. Und die Tradition kommt auch auf den Tisch.

Bitte ebkes tief einatmen. Und die Natur drumherum wirken lassen. Lassen Sie sich nicht vom Damwild irritieren, das Sie vom Wildgehege dabei beobachtet. „Haus Nachtigall“ ist von allem umgeben, was den Niederrhein abseits von Vater Rhein ausmacht – Wander-, Spazier-, Radwege. Und ganz viel Wald. Und Ruhe. „Haus Nachtigall“ steht da Am Hochwald seit 1891.

Heute führt Elisabeth Billion (42) den Betrieb – in fünfter Generation – gemeinsam mit den Eltern Marlene und August Wiggenhorn, die auch nach 50 Jahren Gastronomen-Dauereinsatz immer noch gerne mitanpacken. Übrigens: Immer waren es die Frauen, die Gasthof, Ausflugslokal und später dann auch Restaurant und Hotel weitergeführt haben.

Damit es mit den damit verbundenen Namensänderungen keine Verwirrung gibt, trägt „Haus Nachtigall“ immer noch den Zusatz „Heuken“ – es waren Eugenie und Heinrich Heuken, die nach dem zweiten Weltkrieg das völlig zerstörte Haus wieder aufgebaut haben.

Süß und herzhaft

Im „Haus Nachtigall“ kommt der Niederrhein ursprünglich und herzhaft auf den Teller. „Deftiges vom Land“ ist die Devise in der Restaurantküche. Bodenständig und lecker. Süß und herzhaft, das ist für einen Niederrheiner so eine Art kulinarisches Bekenntnis.

Deshalb sind vielleicht auch die Deftiges-vom-Land Buffets so beliebt, die Elisabeth Billion mit ihrem Team im Winter anbietet: Himmel & Erde mit gebratener Blutwurst, Panhas, „Hofmus“ also Grünkohl (das Rezept dazu – für vier Personen – finden Sie in unserer Rezept-Box rechts). Die Dessertklassiker: Herrencreme, „Stivve Rijs met Applemus“, Welfenspeise (nächster Buffet-Termin: 16. November).

Sie können aber nicht nur am Buffet schwelgen sondern auch à la carte den Niederrhein genießen, etwa mit Hasenpfeffer vom ganzen Hasen oder mit Tafelspitz, wie Oma ihn machte. Tipp: Probieren Sie ‘mal das hausgemachte Schwarzbrot mit rohem Schinken, der nach altem Familienrezept selbst gepökelt und getrocknet wird.

Gestkükskes on Bierpapp

Das Wild kommt aus heimischen Wäldern, und es gibt nicht mehr viele Restaurants, in denen sich so ursprüngliche Gerichte finden – zu Karfreitag zum Beispiel: „Gestkükskes on Bierpapp“ – das typische Fastenessen mit Hefeplätzchen und Biersuppe als Dessert. Wer gerne Reibekuchen mag – im Winter an jedem Freitag gehören die Rebbes dazu. https://hotel-uedem.de/

Man sitzt gemütlich im jagdlichen Ambiente, an den Wänden alte Fotos und gemalte Impressionen – die Geschichten dazu bekommen Sie, wenn Sie mögen, von Elisabeth Billion und ihren Eltern gern erzählt.

Seit fünf Generationen ist das Haus in Familienbesitz und familiengeführt. Das war nicht immer einfach. „Als Ausdruck des Dankes für das Überstehen von mehr als 100 Jahren wechselvoller Geschichte“ hat die Familie Wiggenhorn 1991 einen Bildstock zu Ehren der Schutzmantelmadonna gebaut.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben