Bürokratie

Hamminkelner Rettungswache steht seit Jahresanfang leer

Der Rettungswagen in Hamminkeln steht immer noch in der Feuerwache, obwohl die benachbarte Rettungswache fertig ist.

Der Rettungswagen in Hamminkeln steht immer noch in der Feuerwache, obwohl die benachbarte Rettungswache fertig ist.

Foto: Markus Joosten

Hamminkeln.   Alle warten auf den Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises. Doch der lässt auf sich warten. Nun fordert die USD eine Rund-um-die-Uhr-Besetzung.

Die Situation ist abstrus. Da steht in Hamminkeln am Daßhorst eine niegelnagelneue Rettungswache mit allem Zippzapp. Aber keiner benutzt sie. Das Gebäude steht leer. „Schuld“ daran ist der Kreis Wesel. Der muss schon seit geraumer Zeit einen neuen Rettungsdienstbedarfsplan aufstellen, doch die Verabschiedung verzögert sich weiter und weiter.

Es gibt Proteste im linksrheinischen Kreisgebiet. Nach Angaben der Kreisverwaltung schlägt der Gutachter vor, Rettungswachenstandorte zu verlegen und neu zu errichten. Zudem soll der Notarzt nachts nicht mehr in Xanten und Rheinberg stationiert sein, sondern in Alpen. Gegen den Vorschlag wehren sich große Teile der Bevölkerung und der Politik in Xanten. Sie befürchten eine Verschlechterung der Notarztversorgung und eine Schwächung des Krankenhauses.

Der Plan muss im gesamten Kreis beschlossen werden

Und weil es dort hakt, geht es auch in Hamminkeln nicht weiter. Denn der Plan muss halt kreisweit beschlossen werden und so lange das nicht geschieht, bleibt die Rettungswache in Hamminkeln ein Geisterhaus. Der Rettungswagen steht tagsüber in der Feuerwache in unmittelbarer Nachbarschaft, nachts übernimmt die Rettungswache an der Schillkaserne den Dienst für einen Großteil des Hamminkelner Stadtgebiets. Wertherbruch und Teile von Dingden werden von Bocholt aus versorgt.

Dieser Umstand wiederum ruft die USD auf den Plan. Deren Fraktionsvorsitzender Helmut Wisniewski fordert: „Wenn wir schon so eine Wache bauen, muss sie auch besetzt werden.“ Alles andere sei der Bevölkerung doch gar nicht zu erklären.

Rettungswache soll im 24-Stunden-Betrieb laufen

Die Stadt hatte sich seinerzeit bereit erklärt, einen Standort für die neue Rettungswache zu suchen und auch zu bauen, um die Sicherheit der Hamminkelner Bevölkerung zu erhöhen. Denn eigentlich ist geplant, die Wache in Hamminkeln rund um die Uhr an jedem Tag der Woche zu besetzen, um im Notfall schnell helfen zu können. Zusätzlich soll von Montag bis Freitag tagsüber ein Rettungswagen samt Mannschaft für Hamminkeln zur Verfügung stehen - wenn denn der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises endlich verabschiedet ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben