Taser und Bodycams

Gewerkschaft beharrt auf Elektroschocker für NRW-Polizisten

In Niedersachsen sind Bodycams bei der Polizei längst im Einsatz. Die Aufnahmen sollen Angreifer abschrecken.

In Niedersachsen sind Bodycams bei der Polizei längst im Einsatz. Die Aufnahmen sollen Angreifer abschrecken.

Foto: Holger Hollemann / dpa

An Rhein und Ruhr.  Auf einer Tagung in Düsseldorf drängt die GdP auf die Einführung von Tasern und Bodycams. Die Zahl der Angriffe auf Beamte in NRW ist gestiegen.

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Angesichts einer wachsenden Zahl von Angriffen drängt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) darauf, dass Polizeibeamte in Nordrhein-Westfalen endlich mit sogenannten „Tasern“ und Bodycams ausgestattet werden. „Schon die Androhung eines Taser-Einsatzes wirkt auf den Angreifer abschreckend“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Heiko Müller an diesem Donnerstag (4. Juli 2019) auf einer Fachtagung in Düsseldorf. Auch der Einsatz einer Bodycam schrecke Angreifer ab, weil diese wüssten, dass man sie später mit Hilfe der Aufnahmen zur Verantwortung ziehen könne.

Bei Tasern handelt es sich um Elektroschockpistolen. Die GdP sind die Angriffe auf Polizisten in den Bundesländern deutlich zurückgegangen, in denen bereits Taser im Einsatz sind. In NRW sollen eigentlich 9000 von ihnen angeschafft werden, falls sich diese bei einem Probelauf in einzelnen Polizeibehörden bewähren. Die Taser sollten in Streifenwagen für besondere Einsatzlagen bereit liegen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die Einführung jedoch auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben und das unter anderem mit knapper werdenden finanziellen Spielräumen begründet. Auch die Einführung von Bodycams ist in NRW Thema: „Minister Reul hat den Polizisten die Bodycam zwar immer mal wieder versprochen, aber es passiert nichts“, monierte Müller.

In 464 Fällen wurden Polizisten schwer verletzt.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der gewalttätigen Angriffe auf Polizisten laut jüngstem Lagebild des Landeskriminalamtes einmal mehr gestiegen. Fürs Jahr 2018 wurden insgesamt 9 308 Attacken gezählt – 3,12% mehr als im Vorjahr. In fast 1000 Fällen wurden Polizisten verletzt, in 464 Fällen schwer. In neun Fällen kam es sogar zu einem Mord- oder Totschlagsversuch.

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