Corona-Tests

Gesundheitsbehörden: Immer erreichbar im Corona-Notfall?

Corona-Test bei einem Jungen am Flughafen Dortmund. Dr. Heinz Ebbinghaus (im BIld) und sein Team nehmen hier die Tests von Reise-Rückkehrern.

Corona-Test bei einem Jungen am Flughafen Dortmund. Dr. Heinz Ebbinghaus (im BIld) und sein Team nehmen hier die Tests von Reise-Rückkehrern.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Gesundheitsämter müssen bei positiven Corona-Tests an Schulen immer erreichbar sein und schnell handeln. Dafür gibt es extra Notfallnummern.

Die Meldungen von Corona-Fällen an Schulen und in Kindertagesstätten nehmen kein Ende. Eine Woche ist das Schuljahr nun alt – gestartet unter besonderen Hygienemaßnahmen und Mundschutz im Klassenzimmer. Und trotzdem gibt es seitdem fast täglich Berichte von positiven Corona-Tests in Klassen, bei Lehrern, Schülern oder deren Verwandten. Für die Behörden vor Ort eine gewaltige Aufgabe. Im Hintergrund sind viele Stellen mit den Fällen befasst, prüfen und kontaktieren das Umfeld der betroffenen Person und wägen weitere Maßnahmen ab. Ob eine ganze Klasse in Quarantäne muss oder eine Schule vorübergehend geschlossen wird, das entscheidet letztlich das örtliche Gesundheitsamt selbst.

Grundsätzlich gilt, dass Schüler mit einem positiven Corona-Test nicht am Unterricht teilnehmen dürfen, so das NRW-Schulministerium. Gleiches gilt auch für Lehrkräfte. Bei infizierten Familienangehörigen entscheide das Gesundheitsamt „über ggf. vorzunehmende hygienische und organisatorische Maßnahmen.“

Schulleiter müssen Träger und Aufsichtsbehörde informieren

Sollte die Schule noch vor den Gesundheitsbehörden von einem positiven Corona-Test eines Schülers oder eines Lehrers erfahren, muss die Schulleitung „den Schulträger, die Schulaufsichtsbehörde, das Gesundheitsamt sowie die örtliche Ordnungsbehörde über diese besonderen Vorkommnisse informieren“, so das Schulministerium.

Dafür gibt es in den Städten und Kreisen an Rhein und Ruhr teils eigene Telefonnummern und E-Mail-Adressen, die den Schulleitungen vor Schulstart mitgeteilt wurden. Diese seien in den meisten Fällen unter der Woche zu den üblichen Bürozeiten zu erreichen und teilweise auch am Wochenende besetzt. E-Mails werden am Wochenende ebenfalls zeitnah beantwortet, wie etwa die Stadt Oberhausen auf NRZ-Anfrage mitteilt.

Darüber hinaus steht in vielen Städten und Kreisen die Feuerwehrleitstelle als Ansprechpartner zur Verfügung, etwa im Kreis Kleve. „Sobald bei einem solchen Notruf der Disponent in der Leitstelle feststellt, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst unverzüglich Maßnahmen ergreifen müsste, informiert die Leitstelle den Bereitschaftsdienst des Gesundheitsamtes, der für solche Fälle ebenfalls „rund um die Uhr“ besetzt ist“, teilt der Kreis auf Anfrage mit.

Dinslakener Schulleiter erreichte Gesundheitsamt nicht

Zuletzt hatte sich ein Dinslakener Schulleiter darüber geärgert, dass das zuständige Gesundheitsamt am Wochenende nicht erreichbar gewesen sei. Zwei Schüler seiner Schule seien an Corona erkrankt. Er selber habe von der Erkrankung am Samstag erfahren und dann versucht, die Behörden zu erreichen. Er habe sich aber „die Finger wundtelefoniert“, berichtet der Pädagoge – vergeblich.

Am Sonntag meldete sich dann das Gesundheitsamt von selbst beim Schulleiter – es sei im Rahmen der Verfolgung der Kontakte des erkrankten Vaters auf die Schule gestoßen. Der Kreis Wesel als zuständige Behörde gab auf NRZ-Anfrage an, dass es sehrwohl eine Notfallnummer gibt, die zu jederzeit erreichbar sei. Am Wochenende stünde der Bereitschaftsdienst des Gesundheitsamtes bereit, um entsprechende Anrufe entgegen zu nehmen.

Informationskette setzt sich in Gang

Erfahren die Behörden von einer Corona-Infektion an einer Schule, setzt sich eine Informationskette in Gang, wie Silke Lenz, Sprecherin der Stadt Essen erklärt. Der Fachbereich Schule der Stadt informiert die zuständige Schulaufsichtsperson der Bezirksregierung, so Lenz.

„In Abstimmung zwischen der Schulleitung, dem Gesundheitsamt der Stadt Essen, des Fachbereichs Schule und der Schulaufsicht wird dann entschieden, welche weiteren Maßnahmen zu treffen sind.“ Von dort würden weitere Stellen informiert, die zur Schule gehören, so Lenz: „Allen voran das Lehrerkollegium, die Schulpflegschaft, selbstverständlich die Eltern, aber auch OGS-Kräfte, die Betreiber des Schulessens, die Ruhrbahn als ÖPNV-Dienstleister, die Reinigungskräfte.“

>>> Kontaktnachverfolgung durch Gesundheitsämter

Die Gesundheitsbehörden erfahren auch über Labore und Krankenhäuser von positiven Corona-Tests.

Um Kontakte nachzuverfolgen, führen die Behörden „Umfeldanalysen“ durch. In Essen macht dies das Lagezentrum Untere Gesundheitsbehörde. „Bei den Umfeldanalysen wird natürlich auch abgefragt, ob Einrichtungen, wie Schulen, Kitas o.ä betroffen sind“, sagt Stadtsprecherin Silke Lenz. Dementsprechend würden Schulen und Kitas auch durch die Behörden über positive Corona-Fälle informiert.

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