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Gastronomen beklagen: Gäste bleiben trotz Reservierung fern

Trotz Reservierungen bleiben immer wieder Tische leer - hier im Tatort in Essen-Rüttenscheid.

Trotz Reservierungen bleiben immer wieder Tische leer - hier im Tatort in Essen-Rüttenscheid.

Essen-Rüttenscheid.   Gastronomen beklagen, dass Kunden trotz Reservierung nicht erscheinen. Im „Tatort“ müssen größere Gruppen eine Kostenübernahme zusichern.

Der Tisch im Restaurant ist eingedeckt, das Besteck poliert. Fehlen also nur noch die Gäste, die vorab reserviert haben. Doch niemand kommt. Niemand sagt ab. Der Tisch bleibt leer. Das Nachsehen hat der Gastronom.

„Am Montag blieb ein Tisch für fünf Personen leer“, sagt Jean Mathis, Inhaber des Tatort Essen. Trotz Reservierung. Auch in der vergangenen Woche führte die Unverbindlichkeit einiger Gäste zu freien Plätzen. „Da könnte ich kotzen.“

Als No-Show bezeichnen Gastronomen ein solches Szenario, wenn Gäste ohne Stornierung fernbleiben. Für die Wirte entstehen so finanzielle Einbußen. Bei 40 Plätzen im Tatort Essen kalkulieren die Betreiber mit Einnahmen von etwa 70 Euro pro Person. Schlägt das No-Show-Gespenst zu, fehlen entsprechend Umsätze.

Mehr Sicherheit bei Gruppen

„Einmal sind 25 Personen nicht erschienen“, sagt Mathis. Bei der Reservierung wurde zwar eine Telefonnummer hinterlegt. Doch Anrufe blieben erfolglos. Das Handy war abgeschaltet. Nach dieser Erfahrung sah sich der Gastronom gezwungen, seine Reservierungsbedingungen für Gruppen zu verschärfen. Diese müssen eine Erklärung zur Kostenübernahme unterschreiben. „Das gilt ab zehn Personen“, sagt Mathis.

Einen Vorteil bietet die Lage des Lokals an der Rüttenscheider Straße. „Wir haben etwa 30 Prozent Laufkundschaft.“ Bleibt ein Tisch leer, kann er nachträglich besetzt werden. Aber eben nicht immer.

Hoher Aufwand im Restaurant Schote von Nelson Müller

Einen Kilometer weiter nördlich im Gasthaus zum Brenner hat Betreiber Daniel Bischoff weniger negative Erfahrungen mit nicht eingehaltenen Reservierungen gemacht. „Klar ist das aber ärgerlich“, sagt Bischoff. Etwa 100 Plätze bietet der Gasthof. Der Wirt kann oft die Vertrauenskarte ausspielen – er kennt viele seiner Gäste.

Nelson Müller und sein Team im Restaurant Schote betreiben einen hohen Aufwand, damit Reservierungen eingehalten werden. Die 35 Plätze im Restaurant werden lediglich einmal am Abend vergeben. „99 Prozent mit Reservierungen“, sagt Katrin Lohmann, Assistenz der Geschäftsführung. „Denn schon ein wider Erwarten leer stehender Tisch mit vier Personen bedeutet gleich einen Umsatzausfall von zehn Prozent“, erklärt sie.

Jede Reservierung wird abtelefoniert

Um eine gewisse Verbindlichkeit zu erzeugen, wird in der Schote jede einzelne Reservierung per Mail rückbestätigt. „Darüber hinaus rufen wir alle Gäste am Tag selber noch einmal an“, sagt Lohmann. Der Aufwand, der hinter dem gesamten Procedere steht, sei es absolut wert: „Die No-Show-Quote tendiert bei uns gen Null.“

Aufwand, den gerade kleinere Gastronomen nicht aufbringen können. „Wir haben nicht mal ein Büro“, sagt Mathis. Einig sind sich alle Gastronomen, dass es gute Gründe geben kann, eine Reservierung abzusagen. Nur solle dann doch zum Hörer gegriffen werden. „Einen Tag vorher absagen – das nennt man gute Erziehung“, sagt Mathis.

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