Tierrettung

Feuerwehr Rheurdt rettet acht Islandpferde aus Schlammgrube

Drei Islandpferde hatten sich selbst befreien können. Für acht weitere musste mit Menschenkraft nachgeholfen werden.

Drei Islandpferde hatten sich selbst befreien können. Für acht weitere musste mit Menschenkraft nachgeholfen werden.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Rheurdt

Rheurdt.  Mehrere Islandpferde sind am Donnerstag in Rheurdt am Niederrhein in einer Schlammgrube eingesunken. Retter befreiten die Tiere mit großer Mühe.

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Zum Teil bis zum Hals steckten am Donnerstag mehrere Islandpferde von einem Pferdehof in Rheurdt in einer Schlammgrube fest. Für die Freiwillige Feuerwehr Rheurdt war es ein Schweiß treibender Einsatz. Am Ende aber wurden alle Pferde befreit und nur ein Tier verletzte sich leicht.

Um kurz vor 14 Uhr war die gesamte freiwillige Feuerwehr Rheurdt zu einem Altrheinarm am Bergdahlsweg gerufen worden. Am dortigen Islandpferdehof waren insgesamt elf Pferde ausgebüxt und in die „Littard Kull“ galoppiert, so der Name des alten Rheinarms.

Pferde drohten immer tiefer im Schlamm einzusinken

„Drei Pferde hatten sich mit letzter Kraft befreien können. Weitere acht Pferde jedoch drohten immer tiefer einzusinken“, berichtete die Feuerwehr. Die breitete Bretter und Decken um die Tiere aus, und schaffte mit Schaufeln und mit bloßen Händen zusammen mit Helfern des Pferdehofs, den Schlamm zur Seite.

Was den Einsatz erleichterte: „Die Pferde arbeiteten mit“, sagte Kerstin Seifert, Ehefrau des Pferdehofbesitzers, auf Nachfrage. Günstig für den Verlauf der Rettung sei zudem auch ein Wesensmerkmal von Islandpferden gewesen: „Sie bleiben in Gefahr ruhig“, sagte Seifert.

Rettung der Islandpferde nur mit reiner Muskelkraft

Maschinen setzte die Feuerwehr nicht zu Rettung ein. Das hätte die Islandpferde womöglich verletzen können. Ohnehin war es in der Kull zu schlammig. Die ebenfalls hinzugezogene Drehleiter der Feuerwehr Kamp-Lintfort, die auch ein besonderes Tierrettungssystem an Bord hat, kam gar nicht bis zum Einsatzort durch. „Reine Muskelkraft war nötig“, teilte die Feuerwehr mit.

Dass sich die Islandpferde in die „Kull“ - so der niederrheinische Ausdruck für Altrheinarme - gewagt hatten, lag laut Kerstin Seifert auch an den zuletzt sehr trockenen Sommern: „Normalerweise steht dort Wasser. Da halten sich die Pferde von fern“, erklärte Seifert. Zum zweiten Jahr in Folge allerdings sei die Kull ausgetrocknet gewesen. Zudem sei auch der Grundwasserspiegel in der Gegend laut Seifert gesunken. Gleichwohl sei die Kull stets voll Schlamm, der zudem laut Feuerwehr „seifig“ ist und die Tiere wohl anlockte, weil er grün bewachsen ist, meinte Seifert.

Pferde waren nach der Rettung völlig erschöpft

Nach einer halben Stunde hatten die insgesamt 22 Feuerwehrleute zusammen mit den Helfern des Pferdehofs die Islandpferde befreit. Der Einsatz war nach insgesamt eineinhalb Stunden beendet.

Die Pferde waren nach der Rettung „völlig erschöpft“, berichtete die Feuerwehr. Mit Schläuchen und Rundschlingen um ihren Körper waren sie gesichert worden. Mit Holzplatten und Decken war der Bereich um die Tiere stabilisiert worden.

Ein Islandpferd wiegt bis zu 350 Kilo; sie können auch als Pony bezeichnet werden und werden zwischen, 1,35 und 1,45 Meter groß, sagte Seifert.

Großes Lob für die Freiwillige Feuerwehr

Noch andere Helfer hatten sich nach dem Notruf sofort zum Islandpferdhof begeben, darunter Tierarzt Christoph Prenger-Berninghoff aus Krefeld und Pascal Herbst, einer der Reitschüler des Islandpferdehofs: „Er hat ganz toll mitgeholfen und konnte auch die Feuerwehr gut unterstützen, weil er sich mit den Pferden auskennt“, lobte Kerstin Seifert, die ebenfalls bei der Befreiungsaktion mit anpackte. Ein großes Lob gab es zudem für die Feuerwehr Rheurdt:Die waren alle Super!“, sagte Seifert.

Insgesamt 30 Islandpferde hat der Pferdehof, den es seit 15 Jahren in Rheurdt gibt. Noch nie sei Tieren des Hofs in dieser Zeit gravierendes passiert, sagte Seifert: „Das ist das erste Mal gewesen“. Wiederholen soll sich solch ein Vorfall möglichst nicht, sagte Seifert: „Wir haben jetzt einen stärkeren Zaun zu der Kull gezogen“, erklärte sie. Die Arbeit an den Pferden war am Donnerstagabend jedoch noch nicht erledigt, sagte Seifert: „Wir müssen noch einige der Pferde vom Schlamm befreien“. (dae)

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