Nach Sanierung

Festakt und große Eröffnung: Wesel hat sein Museum wieder

Applaus von der Hansegilde, deren Mitglieder in historischen Gewändern zum Festakt kamen.

Applaus von der Hansegilde, deren Mitglieder in historischen Gewändern zum Festakt kamen.

Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   Nach drei Jahren öffnet das LVR-Niederrheinmuseum Wesel für alle. Am Sonntag waren die geladenen Gäste dran. Es gab viel zu sehen.

Geschafft! Nach drei Jahren Pause ist aus dem Preußen-Museum NRW im einstigen Getreidemagazin der Zitadelle das LVR-Nieder­rheinmuseum Wesel geworden. Zum Start mit Festakt im Lutherhaus gab’s nicht nur einen großen Bahnhof mit vielen Menschen aus Politik, Kultur, Verwaltung und Wirtschaft, sondern gleich das passende Museumswetter und manch launige Rede.

Denn was ist eigentlich der Niederrhein? Da gehen die Meinungen auseinander. Landrat Dr. Ansgar Müller lieferte in Anlehnung an einen seiner Vorgänger beim Verein Kulturraum Niederrhein die wohl anschaulichste Erklärung: „Der Niederrhein beginnt dort, wo endlich keiner mehr Kölsch trinkt, sondern alle Alt.“ Müller philosophierte mit Blick auf die geänderten Museumsinhalte zudem, dass nun nicht mehr nur der preußische Adler das Museumswappen zieren könnte, sondern auch die niederrheinische Blässgans.

Auch eine Stiftung wird es geben

Es herrschte heitere Gelassenheit, als die auf der Einladung aufgeführten Redner ihre Sicht der Dinge kundtaten. Denn auch, wenn die Übertragung des historischen Hauses noch nicht an den Landschaftsverband Rheinland stattgefunden hat, ist sich Hans-Christian Otto sicher, dass es besser ist als je zuvor. Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Preußen-Museum sowie Ministerialrat im NRW-Heimatministerium, hielt es zudem mit Niederrhein-Kabarettist Hanns Dieter Hüsch: „Der Niederrhein will angeguckt werden. Und dann beginnt die große Liebe...“

Vorhang auf für das neue LVR-Niederrheinmuseum Wesel
Vorhang auf für das neue LVR-Niederrheinmuseum Wesel
Ann-Christin Fürbach

Eine Stiftung wird es im Übrigen auch wieder geben, wie Professor Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, bekanntgab: die Rheinische Stiftung. Auch „wenn Sie nicht verstehen, was das bedeutet, glauben Sie, es ist die beste Lösung überhaupt“, beruhigte er. Er sieht das Museum, das sich der mittelalterlichen und neueren Geschichte widmet, als Ergänzung zum Römermuseum mit dem Archäologischen Park in Xanten. Sodann würdigte er das gastliche Wesel, einst bedeutendes Kunst- und Handelszentrum, „Vesalia Fortis“, strategischer Stützpunkt für Spanier, Niederländer, Franzosen und Preußen und das bis heute beliebte und lohnende Ziel für Besucher. Und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp freut sich über ein Angebot, das regional und überregional Strahlkraft entwickeln wird.

Kulturell lebhaftes und pulsierendes Fleckchen Erde

Auch wenn die Dauerausstellung laut Museumsdirektor Dr. Veit Veltzke erst 2020/21 zu sehen ist, die jetzige Schau mit dem Titel „Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“ gibt schon einen prima Einblick in das, was die Besucher dann erwarten dürfen. Es geht um Themen, bei denen unsere Region Maßstäbe gesetzt hat, um ein kulturell lebhaftes und pulsierendes Fleckchen Erde.

Und während drinnen die letzten Worte gesagt und die letzten Klänge von Almuth Herbst (Sopran) und Fanny Herbst (Harfe) verhallt waren, warteten vor der Tür schon die Busse, um die Gäste sicher und trocken ins neue Museum zu bringen. Dort waren fast alle restlos begeistert. Doch es gab auch eine kleine Panne: Ausgerechnet zur Eröffnung streikte der Fahrstuhl...

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