Ausstellung

Facette Niederrhein lädt zum Galeriebesuch – per Mausklick

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Per Mausklick geht’s in die aktuelle 3D-Ausstellung der freien Künstlervereinigung Facette Niederrhein.

Per Mausklick geht’s in die aktuelle 3D-Ausstellung der freien Künstlervereinigung Facette Niederrhein.

Foto: Facette Niederrhein

Am Niederrhein.  Die Künstlergruppe vom Niederrhein ist in Corona-Zeiten kreativ geworden. Die digitale 3D-Ausstellung lässt sich bequem von zuhause aus besuchen.

Mit einem leisen Klick öffnet sich die Tür, die daraufhin den Blick auf einen großen Ausstellungsraum freigibt. Die Wände sind in Dunkelgrau gehalten, die Decke erstrahlt in hellem Weiß. Wo starten? Vielleicht beim stolzen Stier, der jeden Gast beim Eintreten mit seinem durchdringenden Blick begrüßt. Isolde Schmitz-Becker hat das Aquarell angefertigt, ebenso wie das daneben hängende Bild von Gänsen. Sich Zeit für Kunst nehmen, das geht in dieser Ausstellung ganz wunderbar. Denn geöffnet ist sie zu jeder Tages- und Nachtzeit, der Eintritt ist frei. Und der Anfahrtsweg nicht vorhanden. Die 3D-Ausstellung der Künstlervereinigung Facette findet virtuell statt und setzt damit ein Zeichen in Sachen Digitalisierung.

Dabei war die Idee zur neuen Ausstellungsform „aus der Not heraus geboren“, wie der Vorsitzende Manfred Küsters zugibt. Museen und Galerien mussten pandemiebedingt schließen, der Hunger nach Kunst und Kultur aber war ungebrochen groß. Auch bei den Kunstschaffenden vom Niederrhein, die gerade ein neues Konzept erarbeitet hatten. Wieso also nicht eine coronakonforme, sprich digitale Ausstellung organisieren? Mit der Plattform Kunstmatrix geht das überraschend einfach, wie Küsters schnell feststellte: „Das ist sehr vergleichbar mit einer normalen Galerie, die man anmietet.“ Natürlich musste er sich erst einmal etwas mit der Technik auseinandersetzen, aber als frisch gebackener Rentner hatte er dafür Zeit und Muße.

Fans in Australien, Russland oder China

„Wir Mitglieder sind alle gut untereinander vernetzt“, so Küsters. „Jeder, der etwas zu zeigen hatte und mitmachen wollte, konnte mir die Fotos seiner Arbeiten zuschicken.“ Die Bilder nur noch etwas bearbeiten, „internettauglich“ machen, und schon konnte der Vorsitzende sie in dem virtuellen Ausstellungsraum platzieren. Ganz ohne Nagel und Hammer, dafür mit Computer und Maus. Und einmal dabei, erweiterte die Künstlervereinigung kurzerhand auch noch auf einer anderen Plattform ihre Präsenz. Seit November gibt es Facette auf Instagram, postet hier alle zwei Tage ein Foto von jeweils einem Kunstwerk. Rund 180 Menschen haben den Account bereits abonniert.

Viel wichtiger als die Zahl ist Küsters aber etwas ganz anderes: „Wir wollen als Gruppe sichtbar bleiben, unsere Fan-Gemeinde bei Laune halten.“ Und wer hätte noch vor einigen Monaten gedacht, dass die Künstlervereinigung vom Niederrhein auf einmal in Australien, Russland oder China gesehen wird? Genau das aber ist passiert, wie der Vorsitzende beim Durchklicken der Likes festgestellt hat. Damit passt der neue Internetauftritt genau zur Umstrukturierung von Facette, die sich nach über 30 Jahren vor allem jüngeren Kunstschaffenden öffnen möchte. Der Startschuss dazu sollte eigentlich eine in Mönchengladbach stattfindende Ausstellung sein.

Ausstellung für die Zeit nach Corona bereits geplant

„Wir haben Gastaussteller und Jugendliche eingeladen“, erzählt Mitorganisator Klaus-Peter Schlebusch. „Damit nicht nur die alte Garde präsent ist.“ Das Konzept stand. Und wurde von Corona über den Haufen geworfen. Aber irgendwann, da sind sich die Organisatoren Schlebusch und Schmitz-Becker sicher, können sie die Ausstellung realisieren. Am liebsten, wenn niemand mehr Masken tragen muss und Interessierte ganz ohne Zeitdruck in eine Galerie dürfen. Denn miteinander ins Gespräch kommen, das ist ein wesentliches Merkmal der Ausstellungen von Facette. Diesen Aspekt hebt auch Schmitz-Becker besonders hervor: „Das Miteinander fehlt momentan.“

Und doch ist auch die 71-Jährige über die Möglichkeiten des Internets froh. Privat ist sie schon seit Jahren in verschiedenen Facebook-Gruppen zum Thema Kunst unterwegs, freut sich immer über „direktes Feedback, durch das man die eigenen Fähigkeiten einzuschätzen lernt“. Vielleicht wird es deshalb die zeitlich immer begrenzten 3D-Ausstellungen der Künstlervereinigung Facette auch noch nach der Pandemie geben. Damit sich weiterhin für alle Kunstinteressierten die Tür zur Ausstellung ganz einfach von Zuhause aus mit einem leisen Klick öffnen kann.

>>> Per Mausklick in die Ausstellung

Interessierte können sich bequem die dritte 3D-Ausstellung der freien Künstlervereinigung Facette von Zuhause aus ansehen. Dazu einfach auf die Homepage www.facette-kunst.de klicken.

In der geführten Tour schwenkt die Kamera von Bild zu Bild. Besucherinnen und Besucher können sich aber auch selbst durch die Ausstellung klicken.

Titel und Künstler sind neben jedem Werk zu finden. Wer Interesse an einem Bild hat, kann über einen Button Kontakt aufnehmen. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni online.

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