Standort Niederrhein

Der Niederrhein wirbt für sich und für Nachhaltigkeit

Niederrhein-Experten auf der weltweit größten Fachmesse für Investitionen und Immobilien, der Expo Real in München.

Niederrhein-Experten auf der weltweit größten Fachmesse für Investitionen und Immobilien, der Expo Real in München.

Foto: Lothar Berns

München/Niederrhein.  Der Standort Niederrhein hat eine Menge zu bieten. Das macht die Region am gemeinsamen Messestand in München deutlich. Es gibt viel Nachhaltiges.

Es ist viel in Bewegung gekommen in die (Gedanken-) Welt der Immobilienbranche und Wirtschaftsförderer – wie wollen wir künftig leben und wohnen? Welche Immobilien sind gefragt? Wie lässt sich das große Thema Nachhaltigkeit und Flächenverbrauch berücksichtigen?

Auf der heute zu Ende gehenden Internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen, der Expo Real in München, wirbt die Region Niederrhein am quietschorangefarbenen Stand der „Standort Niederrhein GmbH“ wieder gemeinschaftlich um Aufmerksamkeit und Investoren. Und sie hat neben den immer währenden Standortvorteilen wie der exzellenten Infrastruktur mit den Verkehrsanbindungen auf Straße, Wasser und in der Luft, der Nähe zum niederländischen Markt und zum Ruhrgebiet und dem Mix aus Urbanität und Natur nun auch den Trumpf „Nachhaltigkeit“ gespielt (siehe auch unten).

http://www.invest-in-niederrhein.de/de/home.html

Zur Eröffnung der Messe reisten u.a. die Landräte der Kreise Kleve, Wesel, Viersen, Rhein-Kreis Neuss, die Oberbürgermeister aus Krefeld und Mönchengladbach und der IHK-Präsident Mittlerer Niederrhein an.

Ministerin verspricht Experten-Pool

Und auch Ministerin Scharrenberg (u.a. ja auch Bauministerin des Landes) war wieder mit von der Partie und traf den Ton der Branche: „Wir brauchen dringend Bauland und müssen künftig Grundstücke schneller an den Start bringen.“

Dabei wies sie auf das NRW-Projekt „Bau.Land.Leben“ hin. Kommunen sollen die Möglichkeit bekommen, auf einen Pool von Experten zuzugreifen, Standardprozesse sollen digitalisiert werden um Bauplanverfahren und -genehmigungen in der Tat nun auch zu beschleunigen.

Baugenehmigungen sollen flotter gehen

Wolfgang Spreen, Landrat im Kreis Kleve, betonte einmal mehr die Bedeutung von Fachkräften. Der Kreis habe „Millionensummen in die beiden Berufskollegs Kleve und Geldern investiert“. Auch die Erfolgsgeschichte der auf 7500 Studierende angewachsenen Hochschule Rhein-Waal in Kleve und Kamp-Lintfort sei für die Region und die Wirtschaft von immenser Bedeutung.

Zu den Nachhaltigkeits-Projekten im Kreis Kleve zählen u.a. die sechs Klimaschutz-Siedlungen (in Kleve, Emmerich, Geldern) und die riesige Photovoltaik-Anlage auf dem Airport Weeze. 75.000 Solarpanelen haben in 2018 19.654 Kilowattstunden regenerative Energie produziert - der gesamte Stromverbrauch des Airports betrug im vergangenen Jahr 5845 Kilowattstunden.

Ansgar Müller, Landrat im Kreis Wesel, wies u.a. darauf hin, das Anfragen nach großflächigen Arealen vom Kreis bereits abgesagt werden mussten. „Ich halte es für sehr bedauerlich, dass das Verfahren zum Regionalplan stockt und nicht bis Ende 2020 abgeschlossen werden kann.“

Strukturwandel bleibt die große Herausforderung

Es wird Einiges auf die Region zukommen, da ist sich Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat im Rheinkreis Neuss und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Standort Niederrhein GmbH, ziemlich sicher.

Der Niederrhein sei ein starkes Stück innerhalb der Metropolregion Rheinland, in NRW, Deutschlands und Europas.

Aber die Anforderungen würden auch größer, nach wie vor gelte es, den Strukturwandel zu schaffen. „Das ist die größte Aufgabe der nahen Zukunft. Wir werden viele neue Arbeitsplätze brauchen.“ Wirtschaft passiere nicht von alleine, „nur gemeinsam bekommen wir das hin.“ Und: „Wir müssen uns genau überlegen, wie wir mit der Umwelt umgehen, wie wir flächenschonend Gewerbe ansiedeln können.“ Aber eines sei auch klar: „Ohne Flächen wird das nicht gehen.“

Im Kreis Wesel guckt man besonders auf die Entwicklung des Hafens und die Nutzung der Fläche des ehemaligen Kohlekraftwerkes in Voerde. Im Kreis Kleve freut man sich auf eine wohl bald spruchreife Neunutzung des Areals der ehemaligen Molkerei Campina/Friesland in Kalkar-Kehrum.

Kleves Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers ist nach anderthalb Messetagen guter Dinge. „Es gab gleich drei Standortwünsche für überschaubare Discounter. Da die Standorte allerdings hier und da mit örtlichen Einzelhandelsgutachten kollidieren, wird man zunächst mit den Bürgermeistern Kontakt suchen.“

Eine Anfrage aus der Schweiz

Interessant sei eine Anfrage eines „Hochkaräters aus der Schweiz“, wo ein auf Nachhaltigkeit bedachter Investor nach Investments in Windräder sucht. „Spannend war auch ein Gespräch, bei dem nach Wegen zur Revitalisierung von Bahnhöfen gesucht wurde.“

Bereits seit der Vorjahres-Expo Real gibt es Gespräche über ein Thema, das für die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve eine besondere Herausforderung darstellt: Eine kleine Investorengruppe möchte ein Inklusionshotel realisieren.

„Es ging im Gespräch auf der Expo Real auch darum, einen Standort zu definieren, der unsere ebenso heimatverbundenen wie engagierten Investoren junger Hotelprojekte nicht ansatzweise irritiert“, so Hans-Josef Kuypers.

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