Pandemie

Venlo und andere Städte wollen wegen Corona keine Besucher

Die beliebten „Zwei Brüder von Venlo“ sollen am Wochenende von Besuchern aus Deutschland gemieden werden.

Die beliebten „Zwei Brüder von Venlo“ sollen am Wochenende von Besuchern aus Deutschland gemieden werden.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Aus den Niederlanden.  Die niederländischen Städte Venlo, Enschede und Winterswijk bitten deutsche Besucher, am Tag der Deutschen Einheit nicht zum Shoppen zu kommen.

Mehrere niederländische Städte in der Grenzregion haben die Menschen in NRW aufgefordert, am Tag der Deutschen Einheit nicht zum Shoppen über die Grenze zu fahren. Unter den Orten, die von einem Einkaufstrip dringend Abraten sind unter anderem Venlo, Enschede und Winterswijk. Grund dafür sind die stark steigenden Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden.

Die Bezirksregierung Münster rät ebenfalls davon ab, auf unnötige Ausflüge und Einkaufsfahrten in die benachbarten Niederlande zu verzichten. Zwar werden die grenznahen Provinzen Drenthe, Overijssel, Gelderland und Limburg werden vom Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit nicht als Risikogebiete eingestuft. In vielen niederländischen Städten und Gemeinden der Grenzregion liegen die Inzidenzzahlen aktuell jedoch bereits zwischen 50 und 80 Infizierte pro 100.000 Einwohner, teils auch deutlich höher.

An deutschen Feiertagen ist in Venlo und den anderen Einkaufsstädten in der Nähe der NRW-Grenze meist besonders viel los. Deswegen bittet Venlos Bürgermeister Antoin Scholten die Deutschen, vor allem am Samstag und Sonntag nicht nach Venlo zu kommen.

Sollten sich Besucher aus Deutschland dennoch für einen Shoppingtrip entscheiden, warnt er davor, dass Einkaufsbereiche und Parkplätze abgeriegelt werden, wenn zu viel los ist. Die Maßnahmen sollen das ganze Wochenende über gelten, schreibt Scholten in einer Presseerklärung. Er bittet auch die Unternehmen, aktuell auf Werbung in Deutschland zu verzichten.

„In einer normalen Situation sind Sie von Herzen willkommen, aber wir bitten Sie, Ihren Besuch jetzt aufzuschieben“, schreibt er. Das diene der eigenen Sicherheit und Gesundheit, aber auch der Sicherheit „der Mitarbeiter in unseren Einkaufszentren und unserer eigenen Bewohner“.

Niederlande: Enschede fordert Besucher auf, zuhause zu bleiben

Am Dienstag forderten laut niederländischer Nachrichtenagentur ANC Enschede, Dinxperlo und Winterswijk die Deutschen auf, zu Hause zu bleiben und nicht zum Vergnügen in den Niederlanden einkaufen zu gehen.

Die Innenstadt sei zwar am 3. Oktober geöffnet, von Feiertagsshoppen in Enschede werde jedoch dringend abgeraten. „Dieses Jahr bitten wir deutsche Besucher (...) nicht am Feiertag nach Enschede zu kommen“, heißt es auf der Homepage der Stadt Enschede. Die Innenstadt werde an solchen Tagen so gut besucht, dass nicht überall der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden könne. „Wenn möglich, verschiebe deinen Shoppingtag auf einen anderen Tag unter der Woche oder sonntags“, wird dort appelliert.

Auch in Winterswijk befürchtet man, dass es zu voll werden könnte. Dort sollen die Deutschen an der Grenze von der Polizei über die Corona-Maßnahmen informiert werden. Bürgermeister Joris Bengevoord hat die Polizei auch angefragt, danach in den Gassen der Stadt zu schauen, wo es zu voll ist und die Menschen anzusprechen. Auch Landrat Dr. Kai Zwicker aus dem Kreis Borken habe auf der anderen Seite der Grenze dazu aufgerufen, vernünftig mit einem Besuch in die Niederlande umzugehen.

Enschede und Winterswijk sind nun Corona-Risikogebiet

Gerade deutsche Touristen, werden sich seit Freitag aber genau überlegen, ob sie die Reise nach Enschede oder Winterswijk wirklich antreten wollen. Enschede gehört zur Provinz Overijssel, Winterswijk zur Provinz Gelderland. Beide Regionen wurden von der Bundesregierung als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Die Ausweisung zum Risikogebiet und die in aller Regel darauf folgenden Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen sich testen lassen und in Quarantäne, bis das Ergebnis da ist.

Venlo hat neue Regeln für einen Aufenthalt aufgestellt

Wer doch nach Venlo fahren will, muss einiges beachten. Die Stadt hat nach Angaben von Citymanager Marcel Tabbers erneut Regeln für den Aufenthalt aufgestellt, wie bereits im Frühjahr.

Der wichtigste Ratschlag „Halten Sie den empfohlenen Mindestabstand von anderthalb Metern zueinander ein.“ Und: Wer Erkältungsbeschwerden hat und Symptome einer Grippe spürt, soll zu Hause bleiben. Die Niederlande verzeichnen seit Wochen steigende Neuinfektionen. Drei Provinzen gelten als Risikogebiete. Das Land hatte angesichts der steigenden Zahlen die Maßnahmen verschärft. Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht.

Venlo: Wochenmarkt auch am Tag der Deutschen Einheit

Um den Besucherstrom zu steuern, werden sowohl auf den Zufahrtsrouten als auch in den Einkaufsstraßen Verkehrslotsen eingesetzt. Es könne laut Marcel Tabbers deshalb zu Staus kommen. Den Anweisungen unserer Lotsen sei deshalb Folge zu leisten.

Am 3. Oktober findet - wie an jedem Samstag - der Wochenmarkt statt. Er ist der größte in Limburg mit einem breiten Angebot an frischen Lebensmitteln, Textilien und Blumen. In der Gastronomie gilt: Um den nötigen Abstand zu wahren, wurden vielerorts die Terrassen vergrößert.

Wer drinnen oder draußen Platz nehmen möchte, wird gebeten, Kontaktdaten im Zusammenhang mit möglichen Quellen- und Kontaktnachverfolgungen anzugeben. Samstags sind die meisten Geschäfte bis 17 Uhr geöffnet. Sonntags sind die Geschäfte in der Regel von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

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