Mysteriöser Fund

Tonnenweise Chemikalien nach Brand in Lagerhalle entdeckt

In dieser Lagerhalle wurden die Chemikalien und Gasflaschen durch Zufall bei einem Feuerwehreinsatz entdeckt.

In dieser Lagerhalle wurden die Chemikalien und Gasflaschen durch Zufall bei einem Feuerwehreinsatz entdeckt.

Foto: Oliver Krato/dpa

Kreis Minden-Lübbecke.   Natronlauge, Ameisen- und Schwefelsäure: 35 Tonnen Chemikalien lagerten in einer abgelegenen Ortschaft in Ostwestfalen. Zwei Personen türmten.

Nach Löscharbeiten in einer Lagerhalle sind Feuerwehr und Polizei im ostwestfälischen Preußisch Oldendorf auf ein riesiges Chemikalienlager gestoßen. Die Einsatzkräfte stellten etwa 35.000 Liter verschiedener Stoffe sicher, unter anderem von Phosphor- und Schwefelsäure sowie Natronlauge und dazu ungewöhnlich viele Gasflaschen.

Örtliche Medienvertreter spekulierten über eine „Bombenwerkstatt“. Beim Eintreffen sahen die Einsatzkräfte zwei Personen „in einem größeren Fahrzeug“ türmen, berichtete die Kreispolizei am Sonntagabend. Die Lagerhalle, die früher einer Möbelfirma gehörte und jetzt von einer Privatperson untervermietet wird, wurde gesichert. Experten des Landeskriminalamtes wurden hinzugezogen. Zudem sollte nach Ministeriumsangaben die Polizei in Bielefeld die Ermittlungen übernehmen.

Ausgebranntes Auto gefunden

Mysteriös: In etwa zwei Kilometern Entfernung Luftlinie wurde später ein total ausgebranntes Auto gefunden, allerdings ein Kleinwagen – mutmaßlich ein Toyota.

Der auf der Nordseite des Wiehengebirges gefundene Pkw ist dem ersten Anschein nach nicht verunfallt. „Die Auffindesituation auf einer Wiese lässt die Vermutung zu, dass das Auto in Brand gesteckt wurde“, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

Ob es einen Zusammenhang zu dem Chemikalienfund gibt, war zunächst unklar. Zu den Spekulationen um eine mögliche „Bombenwerkstatt“ wollte sich der Polizeisprecher nicht äußern. Die Ermittlungen sollen fortgesetzt werden. Weil die Chemikalien alle in festen Behältern lagern, bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, hieß es. Messungen in der Luft und in einem nahegelegenen Bach verliefen negativ.

Qualm stieg aus dem Gebäude

Die Lagerhalle befindet sich in Börninghausen (etwa 2200 Einwohner), einem auf der Südseite des Wiehengebirges, in einem Tal gelegenen Ortsteil von Preußisch Oldendorf – und da konkret in einem kleinen Industriegebiet. Die Feuerwehr war gerufen worden, weil Qualm aus dem etwa 650 Quadratmeter großen Gebäude aufstieg.

Ersten Erkenntnissen zufolge könnte eine in Brand geratene Kabeltrommel den Rauch verursacht haben. Verletzt wurde niemand. „Der Brand dort war schnell gelöscht“, berichtete der Polizeisprecher. Unmittelbare Gefahr für die Chemikalien habe durch das Feuer nicht bestanden. Sie seien erst im Nachgang entdeckt worden.

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