Adventskalender

Massa, Suria und Co.: Das waren die Affen des Krefelder Zoos

Die zweijährige Suria nuckelte am Daumen ihrer Orang-Utan-Mutter Lea: Beide Tiere sind bei dem Brand ums Leben gekommen.

Die zweijährige Suria nuckelte am Daumen ihrer Orang-Utan-Mutter Lea: Beide Tiere sind bei dem Brand ums Leben gekommen.

Foto: Foto: Zoo Krefeld

Krefeld.  In unserem Adventskalender schenken wir Ihnen die berührendsten Geschichten des Jahres. Heute denken wir traurig an die Affen aus Krefeld zurück.

Dieser Artikel erschien zum ersten Mal am 3. Januar 2020.

Tragisch ist das, was sich in der Silvesternacht im Krefelder Zoo ereignet hat: Eine von fünf Himmelslaternen, die drei Frauen steigen ließen, landete auf dem Dach des Affenhauses und entfachte binnen weniger Sekunden einen Großbrand. Diesem Feuer fielen 55 Tiere zum Opfer, darunter Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen, Silberäffchen, aber auch Flughunde und diverse Vögel. Welche Tiere den Brand nicht überlebten:

 

Alle Affen der fünfköpfigen Orang-Utan-Zuchtgruppe verbrannten in dem verheerenden Feuer. Besonders traurig: Unter den vier Borneo-Orang-Utans waren vier Tiere, die im Zoo Krefeld das Licht der Welt erblickten. Darunter war auch das Weibchen Lea, das 1993 geboren wurde und das 2004 (Tochter Sungai), 2010 (Sohn Changi) und 2016 (Tochter Suria) selbst Mutter in ihrem heimischen Zoo wurde. Bis zuletzt hatte das Mutter-Tochter-Gespann aus Lea und Suria die Besucher verzückt. Surias Vater, der Zuchtmann Bunjo, überlebte das Unglück nicht.

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Der älteste Gorillamann Europas starb durch das Feuer

Auch die beiden ältesten Bewohner des Affenhauses fielen den Flammen zum Opfer: Der Silberrückenmann Massa (Jahrgang 1971) und das Gorilla-Weibchen Boma (Jahrgang 1975). Massa war der älteste Gorillamann Europas, kam trotz einigen Altersgebrechen wie schwindendem Sehvermögen und Bauchspeicheldrüsenproblemen gut zurecht. Gemeinsam mit dem Weibchen Boma zeugte er über die Jahre fünf Jungtiere, die mittlerweile in verschiedenen europäischen Zoos leben.

Glück im Unglück hatte die junge Gorilla-Zuchtgruppe um Männchen Kiodogo: Sie leben im Gorilla-Garten und entgingen so dem Brand. Noch mehr Glück hatten die beiden Schimpansen Limbo (Jahrgang 1993) und Bally (Jahrgang 1973) im Affenhaus. Wie durch ein Wunder überlebten sie das Feuer, kamen mit Brandverletzungen davon. Sie sind nun im Gorilla-Garten untergebracht und werden tierärztlich versorgt.

Ursprüngliche Umbaupläne sind nun in der Schwebe

Charly, der dritte Schimpanse des Krefelder Zoos (Jahrgang 1973), kam allerdings im Affenhaus um. Für die Zukunft war ursprünglich geplant, die Zahl der Schimpansen durch eine Zuchtgruppe zu steigern. Dafür sollten spätestens 2021 vier Weibchen aus europäischen Zoos die Gruppe verstärken und in den geplanten Neubau der Außenanlage ziehen. Diese Pläne sind nun in der Schwebe.

Zu einer hochbedrohten Art zählten die drei Goldenen Löwenäffchen Daniel, Victoria und ihr Sohn Gabino. Die Leihgaben aus dem atlantischen Regenwald Brasiliens lebten seit Ende 2018 in Krefeld. Auch sie überlebten das Feuer nicht.

Familiengründung bei den Silberäffchen stand bevor

Das Silberäffchen Pavel aus Bratislava lebte kaum einen Monat im Krefelder Zoo. Mit dem Silberäffchen-Weibchen Chantal aus Szeged sollte es eine Familie gründen – doch das Schicksal machte einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Importe aus Osteuropa fielen ebenfalls den Flammen zum Opfer.

So erging es auch den drei Weißkopfsakis Mifi, Thaoma und Moritz. Mifi (Jahrgang 1990) zählte zu den ältesten seiner Art in ganz Europa. Trotz eines verlorenen Auges kam der Senior bis zuletzt gut in seinem vertrauten Umfeld zurecht.

Junges Zwergseidenäffchen war gerade knapp fünf Monate alt

Mit gerade einmal knapp fünf Monaten war das Jungtier der Zwergseidenäffchen das Nesthäkchen im Affenhaus. Gemeinsam mit einem weiblichen und einem männlichen Artgenossen teilte es den Lebensraum, ehe das Feuer seinem Leben und dem seiner Artgenossen ein jähes Ende setzte.

Über die verschiedenen Affenartenhinaus, lebten noch andere Tierarten in dem Affenhaus, darunter auch die Zwergagutis. Die Nagetiere Frieda und Rufus wurden im Krefelder Zoo geboren. Erst am 18.12.2019 erhielten sie Gesellschaft durch ein Weibchen aus dem Dortmunder Zoo, das gemeinsam mit Rufus ein Zuchtpaar bilden sollte. Von den Zwergagutis gibt es in Europa nur noch rund 20 Tiere. Der Tod der drei Nager in Krefeld ist also auch ein Rückschlag für den Fortbestand der Tiere.

Brand im Krefelder Zoo: Mögliche Verursacher stellen sich
Brand im Krefelder Zoo- Mögliche Verursacher stellen sich

Spendenkonto für Neubau des Affenhauses eingerichtet

Auch die fliegenden Tiere, die im Affenhaus lebten, überlebten den Brand nicht: Zwölf Flughunde, sowie 21 Vögel. Unter den Vögeln waren seltene Arten wie der Königlanzstar, der Schildturako und der Rotohrbülbül.

Der Zoo Krefeld hat bereits bekannt gegeben, dass die Menschenaffenhaltung auch weiterhin ein Schwerpunkt bleiben wird und ein neues Affenhaus gebaut werden soll. Mithilfe von Spendengeldern soll das ermöglicht werden. Dazu hat der Zoo die Nummern von zwei Spendenkonten veröffentlicht:

  • Zoo Krefeld GmbH Sparkasse Krefeld IBAN: DE 41 3205 0000 0000 0070 70, BIC: SPKRDE33XXX Zoofreunde Krefeld, Verwendungszweck: Spende Affenhaus
  • Sparkasse Krefeld IBAN: DE42 3205 0000 0000 3177 43, BIC: SPKRDE33, Verwendungszweck: Spende Affenhaus
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