Übergriffe

Beamtenbund NRW wirbt für mehr Respekt in der Gesellschaft

Mit Schildern rufen die Mitglieder des DBB-Landesvorstandes bei der Kampagne gegen Hass, Hetze und Gewalt auf.

Mit Schildern rufen die Mitglieder des DBB-Landesvorstandes bei der Kampagne gegen Hass, Hetze und Gewalt auf.

Foto: dbb

An Rhein und Ruhr.  Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst sehen sich Übergriffen ausgesetzt. "Wir wollen eine Debatte anstoßen", sagt DBB-Chef Staude.

Mit Videospots an Bahnhöfen, einer Postkartenaktion, Plakaten im Düsseldorfer Stadtgebiet und Online-Aktivitäten wirbt der nordrhein-westfälische Beamtenbund (DBB) seit diesem Montag (21. September 2020) für mehr Respekt. Hintergrund sind Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst und andere. "Wir wollen eine gesellschaftliche Debatte anstoßen", sagte dbb-Landeschef Roland Staude der Redaktion.

Gerade in jüngerer Zeit sei das Thema verstärkt seitens der Mitglieder an den dbb herangetragen worden. Eine Studie des Beamtenbundes in Hessen, wonach zwei Drittel der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst schon Erfahrungen mit Übergriffen gemacht hat, lässt sich aus Sicht Staudes auch auf NRW übertragen.

Angriffe mit Forken und Holzlatten

Erhebungen zu einzelnen Berufsgruppen in NRW gibt es, Beispiele: Ein aktuelles Lagebild des Landeskriminalamtes zählt für 2019 insgesamt 9 241 Fälle von Gewalt gegen Polizisten - fast unverändert so viele wie im Vorjahr und in der Mehrzahl Widerstandshandlungen und Körperverletzungen. 127 Übergriffe wurden laut NRW-Umweltministerium im Jahr 2018 auf Amtstierärzte gezählt, 42 davon waren Körperverletzungen. "Da geht es auch um Angriffe mit Forken oder Holzlatten", berichtete Staude.

Der DBB-Landeschef zeigt sich überzeugt: „Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, im Alltag Respekt und Wertschätzung zeigen und sich klar gegen Hass, Hetze und Gewalt positionieren." Die Videospots laufen in dieser Woche in den Bahnhöfen Köln, Düsseldorf, Essen und Bielefeld. Online wird die Kampagne begleitet z. B. Interviews von Betroffenen - etwa von einer Ordnungsamtsmitarbeiterin aus Aachen. Veranstaltungen sollen folgen.

"Gewaltprävention ist Vorgesetztenpflicht"

Der Beamtenbund drängt auch auf mehr Vorsorge und fordert mehr Deeskalationstrainings und einheitliche Standards bei Alarmsystemen: "Gewaltprävention ist Vorgesetztenpflicht", meinte Staude. Ganz wichtig sei, dass die Kommunikation zwischen den einzelnen Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden besser werde. Staude erinnerte an den Kämmereimitarbeiter in Köln, der im Dezember 2019 erstochen wurde. Der 47-Jährige hatte bei einem Bürger GEZ-Gebühren eintreiben sollen, aber nicht wissen können, dass dieser als gefährlich eingestuft war.

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