Lecker Brot und Kuchen

In der Museumsbäckerei...

Fred, der Bäcker. Seine Brotshows und Backerzählgeschichten sind für Kinder gedacht – aber auch die Erwachsenen haben ihren Spaß. Garantiert!

Fred, der Bäcker. Seine Brotshows und Backerzählgeschichten sind für Kinder gedacht – aber auch die Erwachsenen haben ihren Spaß. Garantiert!

Foto: Bäckereimuseum

Hattem  In Hattem lässt sich die Geschichte des Brot- und Kuchenbackens entdecken – in einer 150 Jahre alten Backstube, mit unterirdischen Gängen.

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Man gerät in Versuchung in diesem malerischen Hansestädtchen an der Ijssel. Der Himmel ist holländischer wie er nicht sein könnte, mächtige Wolkengebilde, majestätisch und so imposant, dass Maler sich nicht verweigern konnten und diesen Himmel immer wieder auf Leinwand packten. Im Voerman-Museum kann man diese wuchtigen künsterischen Interpretationen auf sich wirken lassen – und wer es leichter, verspielter, pittoresker mag, der geht gleich eine Tür weiter ins Anton Pieck-Museum. Aber die Versuchung der Versuchungen krabbelt einem schon vorher in die Nase, kaum, das man sich zum gemütlichen Erkundungsgang durch dieses alte Festungsstädtchen aufgemacht hat. Denn immer, wenn Backtag ist in Hattem, und das ist fast jeden Tag, dann duftet es nach Frischgebackenem, nach Brot, Waffeln, Kuchen, Plätzchen...

Het warme Land

In Hattem hat nicht nur die Kunst ihre Museen, hier ist auch „Het warme Land“ – heißt: hier ist das größte Bäckereimuseum der Niederlande zu Hause. Und da kann man nicht nur gucken und entdecken, man kann auch naschen, kneten, backen, unterirdische Gänge erobern, Backgeschichten von früher hören. Und es ist völlig normal, dass einem fröhliche Bäckergesellen mit weißen Schürzen und lustigen weißen Knickmützen über den Weg laufen – fast so, als wären sie soeben aus einem dieser märchenhaften Milleubilder von Anton Pieck herausgeklettert.

150 Jahre alt ist die Bäckerei, die vor einigen Jahren von engagierten Hattemer Bürgern wieder aktiviert wurde. Längst haben die großen Sahne-Butter-Brezel ihre Fangemeinde – aber, Tipp: der Apfelkuchen, manchmal noch backofenwarm, ist wahrlich auch nicht zu verschmähen! Das Schöne ist: Das Bäckereimuseum ist ein Erlebnismuseum – für große, ganz besonders für kleine Besucher. Fred, der Bäcker, erzählt spannende Geschichten aus der Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab und Brot im „richtigen“ Ofen gebacken wurde. Und, das gibt es wohl nur in Hattem, die beiden Museumshäuser sind mit einem unterirdischen Gang miteinander verbunden, den man natürlich benutzen darf – und soll. Der Gang tief unter der Erde ist allerdings nicht so alt wie die Ur-Backstube: Vor ein paar Jahren erst haben die Hattemer den Tunnel graben lassen – weil die vielen Besucher sonst das kleine Sträßchen vor dem Bäckereimuseum permanent verstopft haben und kein Auto oder Fahrrad mehr durchkam...

Während also der Nachwuchs mit Fred Brezeln dreht und Brötchen backt können die Großen im historischen Caféchen, das sich „Opoe’s Gelagkamer“ nennt, die Beine ausstrecken bei einem leckeren Tässchen Kaffee oder Tee und wundersamen Naschereien aus der Backstube nebenan. Stilecht wie im 19. Jahrhundert.

Waffeleisen und Keksdosen

Und natürlich lässt sich auch die üppige Sammlung alter Gebrauchsobjekte entdecken. Alte Backstuben und Geräte, der Süßwarenladen in Tante Emma-Manier oder der Aufenthaltsraum des Bäckermeisters mit Zuber und Bett laden zum Zeitsprung ein.

Es geht vorbei an Öfen und Waffeleisen, Keksdosen und Konditorutensilien, an Brotschiebern, Arbeitskleidung und Fortbewegungsmitteln, wie dem guten alten „bakkersfiets“ (Bäckerfahrrad) mit großem Korb oder Kasten vor dem Lenkrad.

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