Arbeiten beim Nachbarn

„Das Beste aus beiden Ländern“

Theun Brinksma und Mark Rooijendijk leiten die Firma Veiling Rhein-Maas (Landgard) in Straelen.

Theun Brinksma und Mark Rooijendijk leiten die Firma Veiling Rhein-Maas (Landgard) in Straelen.

Foto: Fabian Strauch

Straelen-Herongen.   Theun Brinksma und Mark Rooijendijk haben eine echte Erfolgsstory hingelegt. Die beiden Niederländer haben ihre Firma knapp hinter der Grenze.

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Eine Verbindung zu ihrem Nachbarland hatten die Niederländer Theun Brinksma und Mark Rooijendijk auf eine besondere Weise schon immer. Dass es die beiden mittlerweile sogar zum Arbeiten auf die andere Seite der Grenze gezogen hat, war allerdings nicht ihr jahrelanger, ureigenster Wunsch. Egal, wie es letztendlich dazu kam: Ihr Abenteuer in Deutschland ist bislang eine absolute Erfolgsstory, die sich noch lange nicht dem Ende zuneigt.

Der Arbeitgeber des Duos ist Veiling Rhein-Maas in Straelen-Herongen, die bundesweit einzige Blumen- und Pflanzenversteigerung. Brinksma ist als Kundenbetreuer Ansprechpartner für Bestands- und Neukunden aus Skandinavien, dem französischsprachigen Raum und Südeuropa. Für seine Strecke aus Oirschot, westlich von Eindhoven, braucht der 57-Jährige rund eine Stunde pro Fahrt, er steht jeden Tag um 3:30 Uhr auf. Ein Problem? Sicher nicht. „Für ein deutsches Unternehmen auf dem französischen Markt zu arbeiten ist für mich eine Traumkombination.“

Zuvor war er jahrelang für ein niederländisches und ein französisches Unternehmen auf dem deutschen Markt aktiv. Und bereits 1985 zog es ihn für ein Praktikum ins Nachbarland. „Ich hatte schon immer einen großen Bezug zu Deutschland.“

Deutsch lernen mit „Tom und Jerry“

Einen großen Bezug zum Nachbarland, besser gesagt zur deutschen Sprache, hatte auch Mark Rooijendijk schon immer. Der 53-Jährige ist als Leiter der Qualitätskontrolle dafür verantwortlich, dass mit den Tausenden täglich angelieferten Blumen und Pflanzen alles stimmt und sie für die Versteigerung mit den richtigen Angaben versehen werden. Er kommt jeden Tag aus Cuijk, südlich von Nimwegen, nach Herongen, eine halbe Stunde Fahrt pro Strecke. Ihn reizte vor allem das Jobprofil, weniger die Arbeitsstelle in Deutschland als solche. Sein Antrieb war ein beruflicher Tapetenwechsel.

Einen Sprachschnellkurs musste er dafür aber nicht absolvieren. Wie sein Kollege Brinksma erfüllt auch Rooijendijk den Stereotypen des sehr gut Deutsch sprechenden Niederländers. Auf dem Flur fällt mit Niederländisch aber keiner auf, Brinksma und Rooijendijk sind in der Belegschaft, in der von 340 Mitarbeitern 66 aus den Niederlanden stammen, alles andere als Exoten.

Aber wie kommen die Niederländer eigentlich zu ihren gewöhnlich sehr guten Deutschkenntnissen? Zumindest Mark Rooijendijk, der erst seit Juli 2018 bei Veiling Rhein-Maas arbeitet, erinnert sich noch sehr gut an seine – nennen wir es mal – Sprachkurse. „Meine Deutschkenntnisse habe ich aus der Schule“, erzählt er und führt mit einem Lachen fort: „Praktisch habe ich die Sprache aber zu Hause mit ,Tom und Jerry’ gelernt. Bei uns lief immer deutsches Fernsehen.“

Grundsätzlich kommen Brinksma und Rooijendijk in Deutschland gut zurecht, sagen sie. Sowohl aus steuerrechtlicher als auch aus kultureller Sicht. Beiden gefällt die deutsch-niederländische Mischung bei ihrem Arbeitgeber, „es gibt hier das Beste aus beiden Ländern“, sagt Rooijendijk. Beispielsweise die Flexibilität und Direktheit der Niederländer auf der einen Seite und deutsche Disziplin auf der anderen Seite. Der Mix aus allem sorge für lockeren aber doch seriösen Umgang, der beiden so gefällt.

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