Pandemie

Corona in den Niederlanden: Weniger neue Fälle, mehr Tests

Neue Quarantäne-Regeln für Reisende

Ab dem 8. November gelten neue Quarantäne-Regeln für Einreisende aus Risikogebieten. Rückkehrer müssen nun entweder zehn Tage in Quarantäne oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Den dürfen sie aber frühestens nach fünf Tagen machen.

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Aus den Niederlanden.  Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden hat sich im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert. Mehr Jugendliche positiv getestet.

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden bleibt auf einem ähnlichen Niveau wie in der Vorwoche. Das Nachbarland von NRW vermeldete innerhalb von sieben Tagen 36.931 neue Fälle.
  • Deutschland wird von den Niederlanden weiterhin als Risikogebiet eingestuft, ein Gerichtsurteil hat aber die Quarantäneregelung zuletzt geändert. Die wichtigsten Fragen und Antworten für die Grenzregion finden Sie hier.
  • In den Niederlanden gibt es einen Teil-Lockdown. Seit vergangener Woche dürfen Einrichtungen wie Museen und Kinos aber wieder öffnen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden bleibt auf einem ähnlichen Niveau wie in der Vorwoche. In den vergangenen sieben Tagen (18. bis 24. November) wurden im Nachbarland von Nordrhein-Westfalen insgesamt 36.931 (Vorwoche: 37.706) neue Fälle registriert, vor zwei Wochen waren es noch mehr als 43.000. Die aktuellen Zahlen veröffentlichte das zuständige niederländische Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag, 24. November. Die Zahl der positiv getesteten Personen im Alter von 13 bis 17 Jahren ist laut RIVM angestiegen.

Zum vierten Mal in Folge wurden weniger Neuinfektionen innerhalb einer Woche verzeichnet. Zuletzt waren diese Fälle aber deutlicher gesunken. Ebenfalls etwas zurückgegangen ist erneut die Zahl der neuen Todesfälle, von 479 auf 422. Zudem wurden mit 193 etwas weniger Menschen auf den Intensivstationen der niederländischen Krankenhäuser neu aufgenommen als zuvor (224). Seit Mitte Oktober befinden sich die Niederlande in einem Teil-Lockdown. Die Regierung hatte diesen im November für zwei Wochen noch verschärft. Seit vergangenem Donnerstag, 19. November, dürfen Einrichtungen wie Theater, Museen, Kinos und Bibliotheken wieder öffnen. So dürfen die Niederländer auch wieder drei Gäste zu Hause empfangen - bisher waren es zwei.

Trotz der Erleichterungen ging die Regierung zuletzt davon aus, dass der Teil-Lockdown erst in der zweiten Januar-Hälfte nächsten Jahres aufgehoben werden kann. Bis dahin wird auch von Auslandsreisen dringend abgeraten.

Während in Deutschland aktuell darüber diskutiert wird, welche Regeln für die Weihnachtsfeiertage gelten, ist im Nachbarland von NRW noch nicht klar, wie die Niederländer die Feiertage verbringen dürfen. Große Familienfeiern zum traditionellen Nikolausfest werden noch nicht möglich sein. Die Regierung will auf jeden Fall verhindern, dass durch große Familienfeiern im Dezember eine dritte Welle über das Land rollt. Gesundheitsminister Hugo de Jonge warnte in der vergangenen Woche, dass die Zahlen immer noch viel zu hoch seien. „Wir haben es noch lange nicht geschafft.“

Inzwischen stieg den Behördenangaben zufolge der Reproduktionswert - das sogenannte Sieben-Tage-R - Wert auf 1,02. In der vergangenen Woche lag der R-Wert noch unter eins. Ist dies für längere Zeit der Fall, zeigt dies ein Abflauen des Infektionsgeschehens.

Corona in den Niederlanden: Weniger Fälle pro 100.000 Einwohner

Trotz der zuletzt gesunkenen Fallzahlen, werden die Niederlande vom Robert-Koch-Institut und dem Auswärtigen Amt weiterhin als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das Land hat den aus deutscher Sicht kritischen Inzidenzwert von 50 schon seit Wochen deutlich überschritten, am Dienstag (24. November) sank dieser Wert knapp unter 200. Laut RIVM gab es in den vergangenen sieben Tagen 197,9 Fälle (204,0) pro 100.000 Einwohner.

Der Inzidenzwert ist damit erneut gesunken, in der Vorwoche lag er noch bei 204,0. Das veröffentlichte die niederländische Gesundheitsbehörde RIVM in ihrem wöchentlichen Corona-Report. Zum Vergleich: Für NRW vermeldete das RKI am Dienstag Sieben-Tage-Inzidenz von 158,91.

Diese niederländischen Regionen sind am stärksten betroffen

In der direkt an den Kreis Kleve angrenzenden Sicherheitsregion Gelderland-Süd sank der Wert auf 196,6 (207,4) . Alle 25 Sicherheitsregionen in den Niederlanden liegen noch über dem Grenzwert. Besonders hoch sind die Werte hier:

  • Flevoland (267,4)
  • Twente (250,5)
  • Midden- en West-Brabant (250,4)
  • Hollands-Midden (246,6)

Niederlande erklären Deutschland zum Corona-Risikogebiet

Auch das niederländische Außenministerium hat seit Anfang November seine Reisewarnstufe für ganz Deutschland verschärft. Wie das Auswärtige Amt auf seiner Homepage schreibt, wurde Deutschland damit zum Corona-Risikogebiet erklärt. Aufgrund der in Deutschland gestiegenen Corona-Fälle wurde bekannt gegeben, dass für ganz Deutschland die Warnstufe „orange“ gelten soll, „nur notwendige Reisen“. In einem gemeinsamen Appell warnten NRW-Innenminister Reul und der niederländische Justizminister Grapperhaus vor Reisen ins Nachbarland.

Reisewarnung gilt seit 17. Oktober - Gerichtsurteil änderte Quarantäneregelung

Die Bundesregierung hatte schon am 2. Oktober für weite Teile der Niederlande eine Corona-Reisewarnung ausgesprochen, seit Mitte Oktober gilt das gesamte Land als Corona-Risikogebiet. Laut Corona-Reiseverordnung mussten sich Reiserückkehrer aus einem Corona-Risikogebiet vor ihrer Einreise beim Gesundheitsamt melden. Diese Regelung wurde aber durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts für NRW in Münster außer Kraft gesetzt. Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wird es wohl keine Neuregelung der Quarantäne für Reiserückkehrer aus dem Ausland geben. Bisher wird allerdings eine freiwillige, zehntägige Quarantäne empfohlen, wenn man von einer längeren Reise im Ausland zurückkehrt.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, ob es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ dorthin folgt dann nach kurzer Zeit. (red/dpa)

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