Bahn

Neue Züge im Sauerlandnetz fahren erst Ende 2019

NWL-Geschäftsführer Burkhard Bastisch in seinem Büro in Unna. Vor ihm ein Modell des Pesa Link.

NWL-Geschäftsführer Burkhard Bastisch in seinem Büro in Unna. Vor ihm ein Modell des Pesa Link.

Foto: Lars Heidrich

Unna/Hagen/Meschede.   Bahnfahrer im Sauerlandnetz müssen noch länger mit veralteten Fahrzeugmaterial leben. NWL-Geschäftsführer Bastisch: Stabile Situation bis zu den Sommerferien

Bahnfahrer im Südwestfalen müssen noch bis in das Jahr 2020 hinein mit veralteten Zügen im Sauerland-Netz leben. Die von der Deutschen Bahn (DB) ursprünglich zum Fahrplanwechsel im Dezember vergangenen Jahres eingeplanten neuen Züge (Typ Link) des polnischen Herstellers Pesa können erst „mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 nach und nach eingesetzt werden“, sagte Burkhard Bastisch, Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), in einem Interview mit der WESTFALENPOST.

Die Bahn-Tochter DB Regio hatte die Ausschreibung für das Sauerlandnetz im Jahr 2013 erneut gewonnen und dabei den Einsatz von insgesamt 36 Dieseltriebwagen des Typs Link vom polnischen Hersteller Pesa zugesagt. Doch die Maße passen nicht, die Züge sind noch immer nicht zugelassen. Inzwischen setze die Bahn sogar eigenes Personal direkt im polnischen Pesa-Werk ein, sagte Bastisch.

Die nun übergangsweise eingesetzten Züge, überwiegend aus dem Kölner Raum, hätten „nicht die Qualität, die die Fahrgäste erwarten“, räumte Bastisch ein. Weil sie „sehr intensiv genutzt“ worden seien, müssten sie häufiger in die Werkstatt. Von den ebenfalls eingesetzten zwölf Neigetechnik-Zügen, die „wie ausrangiert aussehen“ (Bastisch), seien oft nur die Hälfte einsatzfähig. Es gab massive Beschwerden von Fahrgästen, weil es zu Verspätungen und verpassten Anschlüssen kam, die Kapazitäten nicht ausreichen, so dass teils Fahrgäste am Bahnsteig zurückbleiben müssen. Auch die Einstiegshöhen passen nicht. Leser empörten sich gegenüber der WP über „rollende Schrotthaufen“. Probleme hatte es zuvor im Sauerlandnetz nur selten gegeben.

Bastisch sagte nun, er hoffe, dass sich bis zu den Sommerferien „eine stabile Situation“ ergebe. Zumindest Verspätungen und verpasste Anschlüsse sollten dann die Ausnahme sein.

Die jüngsten Zugausfälle bei der Hessischen Landesbahn in Westfalen-Süd sowie bei der Eurobahn unter anderem auf der Hellweg-Strecke seien auf Managementfehler zurückzuführen. Zudem fehlten Lokführer, erläuterte Bastisch.

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