Radtouren

Mit dem Rad unterwegs in der Region – die schönsten Routen

Am Ruhrtalradweg in Witten. Mit der Fähre Hardenstein geht's für die Radler zum anderen Ufer.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Am Ruhrtalradweg in Witten. Mit der Fähre Hardenstein geht's für die Radler zum anderen Ufer.

NRW.  Bei Radtouristen gehört NRW zu den beliebtesten Ausflugsregionen. Kein Wunder, bei dem Streckennetz. Ein Überblick über die schönsten Routen.

Auch wenn der RS1 erstmal nur wenige Kilometer lang ist, stimmen die Radexperten des ADFC bereits ein Lobeslied auf die Radautobahn quer durchs Revier an. "Der RS1 ist nicht nur für Alltagsradler, sondern auch für Radtouristen ein Highlight", heißt es in der 2018er-Radreisanalyse von ADFC und Travelbike, die Jahr für Jahr den Radtourismus in Deutschland unter die Lupe nimmt und die beliebtesten Radfernwege kürt.

Zu denen gehört unter anderem der Ruhrtal-Radweg, der es in der jüngsten Analyse sogar auf Platz 3 von insgesamt 137 Radrouten schaffte. Beliebter bei Radtouristen sind nur der Elbe-Radweg und der Weser-Radweg im Norden Deutschlands. Insgesamt verlaufen vier der zehn beliebtesten Routen durch NRW und das Ruhrgebiet hat sich hinter Bayern und dem Münsterland schon auf Platz 4 der beliebtesten deutschen Radregionen hochgearbeitet (Platz 3: NRW gesamt).

„Nordrhein-Westfalen oder auch das Ruhrgebiet haben verstanden, was wichtig ist: Sie setzen auf qualitativ hochwertige Angebote und innovatives Marketing. Außerdem betrachten sie Freizeit- und Alltagsverkehr zusammen. Das schafft Synergien", heißt es

Kein Wunder, denn über das Vorzeige-Projekt RS1 hinaus gibt es schon viele Wege, auf denen Radfahrer ungestört vom Autoverkehr fahren können. 1200 Kilometer lang – etwa zweimal die Strecke vom Ruhrgebiet zur Nordsee und zurück – ist das bestehende Radwegenetz im Verbandsgebiet des Regionalverbands Ruhr (RVR) bereits. Das muss man erst einmal erradelt haben. Und in den kommenden Jahren soll es sogar um weitere 700 Kilometer erweitert werden.

An dieser Stelle wollen wir Ihnen einige der Routen vorstellen, auf denen sie die Region in der Freizeit erkunden können:

Die großen Themen-Radwege

Der Emscherpark-Radweg: Diese Strecke ist einer der Hauptwege der Hauptroute KulturKanal. Der 238 Kilometer lange Rundkurs ist Teil der Route der Industriekultur. Der Weg verbindet zahlreiche Punkte der Route der Industriekultur zwischen Duisburg und Hamm miteinander.

Der Ruhrtal-Radweg: Der 240 Kilometer lange Ruhrtal-Radweg folgt der Ruhr von der Quelle im Sauerland bis zu ihrer Mündung in den Rhein in Duisburg-Ruhrort. Entlang der Strecke befinden sich viele Sehenswürdigkeiten: Museen, Industriekultur, Schlösser, Musicals oder Shopping. Start und Ziel des Ruhrtal-Radwegs sind sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn gut zu erreichen.

Die Römer-Lippe-Route: Diese Route löst die bisherige Römerroute ab. Sie beginnt am Hermannsdenkmal in Detmold, begleitet die Lippe von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein und führt entlang historischer Römerstätten bis nach Xanten. Die Hauptroute ist 295 Kilometer lang, wer noch ein paar Kilometer dranhängen möchte, rollt zusätzlich über eine der insgesamt 184 Kilometer langen Themen-Schleifen. Die Route verbindet den Teutoburger Wald, das Sauerland, das Münsterland, die Metropole Ruhr und den Niederrhein.

Der Radschnellweg: Der RS1 ist ein 101 Kilometer langer Schnellweg für Pendler, Touristen und alle, die sich mit dem Fahrrad schnell auf der Achse zwischen Hamm und Duisburg bewegen möchten. Realisiert ist momentan erst ein Teilstück zwischen Mülheim und Essen.

Die Route der Industriekultur: Dort, wo früher Güterzüge Rohstoffe und fertige Produkte zwischen den Industriestandorten im Ruhrgebiet transportierten, radeln heute auf mehr als 700 Kilometern Radwegen Tourenfahrer. Große Teile des Wegenetzes verlaufen auf Ufer- und Waldwegen, verkehrsarmen Straßen und stillgelegten Bahntrassen. Abseits des Autoverkehrs führt die Route vorbei an ehemaligen Industrieanlagen und erklärt dabei die Geschichte des Ruhrgebiets.

Der Sauerland-Radring: Der Rundkurs führt über alte Bahntrassen durch das Sauerland. Die 84 Kilometer lange Route verbindet Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt. Wer auf dem Sauerland-Ring unterwegs ist, kann die Radtour auch um eine erweiterte Runde um den Hennesee ergänzen. Diese Route führt am Ostufer des Sees entlang und verbindet den Sauerland-Radring mit dem Ruhrtal-Radweg. Die Tour eignet sich laut Sauerland-Tourismus auch für Familien, die Anstiege halten sich in Grenzen, heißt es auf der Homepage, die auch weitere Informationen und die Strecke zum Download bietet.

Der Bigge-Lister-Radring: Stets in Ufernähe schlängelt sich die Seenroute des Bigge-Lister-Radrings entlang. Rund 50 Kilometer misst die Rundfahrt, doch da es sich um eine Strecke mit gemäßigtem Höhenprofil handelt, ist sie gut zu bewältigen. Bis auf zwei kurze Teilabschnitte verläuft die Seenroute auf asphaltierten Wegen, so dass ein angenehmes Fahren möglich ist. Zugleich bieten sich viele Orte an, um eine kurze Rast einzulegen. Einen herrlichen Blick über den See kann man von der Aussichtsplattform „Biggeblick“ genießen. Weitere Infos zum Bigge-Lister-Radring gibt es auf der Homepage des Tourismusverbands Bigge-Listersee.

Alternative Höhenroute: Für die sportlich ambitionierteren Fahrer steht mit der Höhenroute eine Alternativstrecke zur Verfügung, die die Seen in etwas größerem Abstand umkreist. Diese misst etwa 15 Kilometer mehr und weist deutlich mehr Höhenunterschiede auf. Zudem ist nur rund ein Fünftel der Strecke asphaltiert. Die Höhenroute verbindet Attendorn, Olpe, Meinerzhagen und Drolshagen und führt an einigen Sehenswürdigkeiten der Region entlang, etwa der Burg Schnellenberg.

Die Agger-Bigge-Runde: Rund 68 Kilometer misst diese Tour durch das Sauer- und das Bergische Land, die Bigge- und Listersee mit der Aggertalsperre verbindet. Der wohl außergewöhnlichste Streckenabschnitt führt durch das Dunkle: Der Wegeringhauser Tunnel zwischen Hützemert und Pernze ist mit seinen 724 Metern der längste Fahrradtunnel in NRW. Weitere Infos zur Agger-Bigge-Runde gibt es auf der Homepage des Tourismusverbands Bigge-Listersee.

Der Ruhr-Sieg-Radweg: Der Ruhr-Sieg-Radweg verbindet auf 114 Kilometern Ruhr und Sieg.Auch wenn die Route durch eine Mittelgebirgslandschaft führt, kommt die Strecke mit wenigen Steigungen aus, da sie zu großen Teilen über ehemalige Bahntrassen führt. Ein Highlight ist sicherlich die Fahrt durch den berühmten "Fledermaus-Tunnel" bei Fehrenbracht.

Anschluss an andere Fernradwege: Der Ruhr-Sieg-Radweg ist an das Netzwerk der anderen Radrouten angeschlossen. Im Norden trifft er auf den Ruhrtalradweg, im Süden auf den Siegtalradweg, begleitet von Meschede bis Finnentrop den Sauerlandring und trifft in Olpe auf den Bergischen Panoramaradweg, der das Sauerland über das Bergische Land mit dem Ruhrgebiet verbindet. Weitere Infos zum Ruhr-Sieg-Radweg gibt es auf der gleichnamigen Homepage, dort kann man sich auch den GPX-Track der Strecke downloaden.

Der Möhnetal-Radweg: Wenn Sie das Sauerland abseits von Steigungen erleben wollen, fahren Sie auf dem Möhnetal-Radweg genau richtig. Südlich des Haarstrangs folgt er auf 65 Kilometern immer der Möhne und verbindet die alte Hansestadt Brilon, den Quellort der Möhne, mit ihrer Mündung in die Ruhr in Arnsberg-Neheim. Große Teile der Route folgen der Trasse der alten Möhnetalbahn. Landschaftliches Highlight ist der Möhnesee, einer der größten Stauseen in NRW.

Die Lenne-Route: 142 Kilometer lang ist der Radwanderweg entlang der Lenne, der 2005 eröffnet wurde. Die Strecke führt von Winterberg nach Wetter an der Ruhr. Neben der Hauptroute können sich Radfahrer auch für eine der zwei Nebenrouten entscheiden. Eine führt zu Sehenswürdigkeiten abseits des Flusstals, zum Beispiel an die Bigge, der "Energiepfad" führt unter anderem an einigen Kraftwerken vorbei. Weitere Infos unter lenneroute.de

Radtouristikfahrten oder einfach eine eigene Tour planen

Abseits dieser Themen-Radwege und Touren gibt es für Radsportler und auch Tourenradfahrer weitere Möglichkeiten, die Region zu entdecken. Zwischen April und Oktober bieten die Radsportvereine in NRW an Wochenenden und Feiertagen so genannte Radtouristik-Fahrten (RTF) an.

Diese Routen sind immer ausgeschildert, meist gibt es drei verschiedene Distanzen über rund 40, 70 oder 110 Kilometer und auch mehrere Verpflegungspunkte. Für 6 bis 8 Euro können auch nicht in Vereinen organisierte Radler als "Trimmfahrer" an diesen Touren teilnehmen. Infos darüber, welcher Verein wann seine RTF organisiert, steht im Breitensport-Kalender auf rad.net.

Darüber hinaus bietet das Internet viele Möglichkeiten, Radtouren zu planen oder die Strecken anderer Nutzer nachzufahren. Mit der entsprechenden Smartphone-App können sich Radfahrer dann sogar navigieren lassen. Im Radbereich sehr verbreitet sind die Online-Seiten GPSies.com die eine weltweite riesige Datenbank mit mehr als fünf Millionen Strecken bietet. Tourentipps bekommen Radfahrer auch auf der Seite Komoot.de, hier lassen sich ebenfalls selbst Touren planen.

Die oben in der Karte dargestellten Routen im Revier können Sie an dieser Stelle (direkt unterhalb dieses Artikels im Bereich Downloads) herunterladen, um die Strecke auf ihr Rad-Navi zu laden und abzufahren. Bis auf den noch nicht realisierten Radschnellweg RS1 haben wir die GPX-Dateien in ein zip-Archiv gepackt. Dieses können Sie auf Ihren Rechner laden und entpacken:

Downloads
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik