Kommunalwahl

Landscheidt (SPD): "Menschen müssen merken, dass man kämpft"

Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt.

Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Nach der Kommunalwahl lecken viele SPD-Kandidaten ihre Wunden. Nicht in Kamp-Lintfort. Christoph Landscheidt holte als Bürgermeister 80 Prozent.

Christoph Landscheidt ist als SPD-Kandidat in Kamp-Lintfort mit überwältigender Mehrheit als Bürgermeister bestätigt worden, auch seine Partei schnitt bei der Kommunalwahl gut ab. Eine Suche nach den Ursachen.

55 Prozent für Ihre SPD, 80 Prozent für Sie als Bürgermeister. Was können andere Sozialdemokraten von Ihnen lernen?

Ein Vorbild bin ich wohl nicht, das Geheimnis sind oft Binsenweisheiten: Dass die Menschen merken müssen, dass man für eine Sache kämpft oder dass man stets genau erklären muss, welche Entscheidungen in der Stadt warum gerade nötig sind.

Ein Beispiel?

Für alle größeren Vorhaben haben wir „Arenen“ eingerichtet, wo mit den Bürgern diskutiert und erläutert wurde. Das ist mühsam, aber es lohnt sich. Und niemand sagt dann, dass Politik und Verwaltung die Dinge im Hinterstübchen aushandeln. Das war so bei der Entwicklung des Bergwerkgeländes und auch, als wir die Landesgartenschau geplant haben. Das war letztlich eine Entscheidung der Kamp-Lintforter.

Und das reicht, um die SPD vorn zu halten?

Man muss zudem erkennen, dass es die vielbeschworene Arbeiterklientel nicht mehr gibt. Längst sind nicht mehr alle in Gewerkschaften organisiert. Typisch sind eher alleinerziehende Frauen, sie wollen Bildungsgerechtigkeit. Im Blick haben wir auch die fragwürdigen Arbeitsverhältnisse.

Es ist schön, dass wir große Logistikzentren haben, aber Menschen können mit ihrem Einkommen dort keine Familie ernähren. Das sind die Themen, die übrigens auch von den Rechtsaußen gepflegt werden. Wir in Kamp-Lintfort hatten Glück, dass die AfD erst gar nicht angetreten ist. Man kann nur orakeln, was das fürs Wahlergebnis bedeutet hätte.

Was tun Sie denn konkret für Familien und Bildung?

Wenn Familien bauen wollen, gibt es 10 Euro pro Quadratmeter Nachlass für jedes Kind. Darum erleben wir eine Zuzug von Menschen. Und als Rot-Grün in NRW damals über die Abschaffung der Kita-Gebühren diskutiert hat, haben wir es bei uns einfach umgesetzt.

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