Grünes Licht für die Leverkusen-Brücke

Düsseldorf.  Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Mittwoch alle Einwände von Anwohnern und Umweltschützern gegen den geplanten Neubau der maroden A 1-Autobahnbrücke am Leverkusener Kreuz abgeschmettert. Eine der meistbefahrenen Rheinquerungen Deutschlands kann somit ab 2018 neu errichtet werden und – wenn alles gut geht – die unhaltbaren Zustände dort ab 2020 lindern.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Mittwoch alle Einwände von Anwohnern und Umweltschützern gegen den geplanten Neubau der maroden A 1-Autobahnbrücke am Leverkusener Kreuz abgeschmettert. Eine der meistbefahrenen Rheinquerungen Deutschlands kann somit ab 2018 neu errichtet werden und – wenn alles gut geht – die unhaltbaren Zustände dort ab 2020 lindern.

„Es ist ein Zeichen, dass man in Deutschland doch noch schnell planen kann“, freute sich NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. Das Urteil sei der „Startschuss“ für eines der ambitioniertesten Bauvorhaben in NRW seit langem. Die 50 Jahre alte Autobahnbrücke ist so marode, dass sie seit 2014 nicht von Lastwagen befahren werden darf. Um den Zusammenbruch zu verhindern, werden schwere Fahrzeuge automatisch mit einem Schrankensystem gestoppt. Zu Oppositionszeiten hatte die CDU Wüsts Amtsvorgänger Michael Groschek (SPD) für diesen „Checkpoint Mike“ verspottet. Inzwischen ist parteiübergreifend klar, was die Stunde geschlagen hat.

Entsprechend erleichtert zeigte sich am Mittwoch die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD), dass das Bundesverwaltungsgericht die 1200 Seiten starke Brückenneubauplanung „ohne Auflagen genehmigt“ habe. Und das trotz der von Ingenieuren vorgelegten Planungsrekordzeit von nur elf Monaten. Hätten die Richter Nachbesserungen gefordert, wären alle Bauszenarien auf einen Schlag zunichte gemacht worden.

Ein privater Grundstückseigentümer und die Umweltvereinigung „Netzwerk gegen Lärm, Feinstaub und schädliche Immissionen e.V.“ hatten geklagt. Sie waren wegen der Dringlichkeit der Brücke direkt ans Bundesverwaltungsgericht verwiesen worden. Sie kritisierten zum einen, dass für die neuen Brückenpfeiler Teile der ehemaligen Giftmüll-Deponie „Dhünnaue“ abgetragen werden müssen. Hier hatte der Bayer-Konzern bis in die 1960er-Jahre gefährliche Stoffe entsorgt. Zum anderen sahen die Brückengegner verschiedene Tunnellösungen als Alternativen nicht genügend geprüft.

Die Richter wiesen beide Einwände zurück. Das Sicherheitskonzept zum Öffnen der Giftmüll-Deponie sei ausreichend. Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebs Straßen NRW, machte am Mittwoch deutlich: „Wir planen den Eingriff in die Deponie mit höchster Vorsicht und Sorgfalt.“ So werde eine Waschanlage für alle Baufahrzeuge aufgestellt und der Baubereich mit einer Luftabzugshalle überdacht.

Eine Untertunnelung des Rheins als teure und aufwändige Alternative zur neuen Autobahnbrücke ist ebenfalls vom Tisch. Bereits im November werden nun linksrheinisch die ersten Erdarbeiten für das insgesamt 740 Millionen Euro teure, achtspurige Brückenbauwerk starten. Bis 2020 sollen die ersten vier neuen Fahrspuren stehen, die auch für den Lkw-Verkehr freigegeben werden sollen. Danach wird die alte Brücke abgerissen und bis 2023 durch vier weitere Fahrstreifen ersetzt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben