Rollenverteilung

Frauenrat NRW: "Corona-Krise hat altes Frauenbild verstärkt"

| Lesedauer: 2 Minuten
Monika Kleinefenn ist Vorstandmitglied im Frauenrat NRW. Sie sagt: "Corona verstärkt die klassischen Rollenbilder noch mehr."

Monika Kleinefenn ist Vorstandmitglied im Frauenrat NRW. Sie sagt: "Corona verstärkt die klassischen Rollenbilder noch mehr."

Foto: Joerg Brocks / Jörg Brocks

An Rhein und Ruhr.  Corona verstärkt die klassische Rollenverteilung in einer Partnerschaft. NRW-Frauenrat: Politik kann helfen, alte Rollenbilder zu durchbrechen.

Einkaufen, kochen, Kinder beim Homeschooling unterstützen – all diese Aufgaben übernehmen in Corona-Zeiten verstärkt die Frauen in den Familien. „Ganz eindeutig hat die Corona-Krise alte, traditionelle Frauenbilder wieder verstärkt“, ist sich Monika Kleinefenn, Vorstandsmitglied im Frauenrat NRW, sicher. Studien, wie die der Bertelsmann-Stiftung, unterstreichen ihre Aussage. Dabei, so sagt sie, sei die klassische Rollenverteilung nie richtig aufgebrochen gewesen. Die sogenannte "Mental Load", die Belastung der Organisation von Alltagsaufgaben, trage in jungen Familien seit jeher die Frau. „Corona verstärkt dies nur noch, wie ein Booster“, so Kleinefenn. Dabei sei gerade jungen Männern die unfaire Verteilung der Alltagsaufgaben oft gar nicht bewusst. „Bei vielen ist das keine böse Absicht. Viele junge Männer sprechen von einer gleichberechtigten Aufteilung und haben ein modernes Verständnis einer partnerschaftlichen Beziehung“, weiß Kleinefenn zu berichten.

Hauptteil der Familienarbeit liegt bei der Frau

Dennoch scheint der Hauptteil der Familienarbeit immer noch bei den Frauen zu liegen. Der NRW-Frauenrat sei davon überzeugt, dass „von alleine wenig passiert.“ In einer männlich dominierten Welt lasse sich das Rollenbild von Mann und Frau nur schwer ändern. In erster Linie müsste das Thema an die Öffentlichkeit gebracht werden, sagt Kleinefenn. Das Genderthema habe in der vergangenen Legislaturperiode kaum eine Rolle gespielt. Verbände und vor allem die Politik müssten auch die finanziellen Aspekte ändern. „Die alten Rollenbilder werden beispielsweise durch das Ehegattensplitting nur weiter erhalten“, ist sich Kleinefenn sicher.

Sie persönlich ärgere vor allem das Thema Homeoffice: „Bei Frauen ist es gleichzusetzen mit Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen.“ Niemand würde Männern diese Doppelbelastung zumuten. Es brauche nun „starke Frauen“, die das Thema nach vorne bringen, um die alten Rollenbilder endgültig zu durchbrechen.

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