Schädlinge

Eichenprozessionsspinner – was man tun kann bei Ausschlag

Giftige Raupe: Fakten rund um den Eichenprozessionsspinner

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners sorgt für Ärger. Ihre giftigen Härchen können für Menschen gefährlich werden. Die Fakten im Überblick.

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Essen.  Die Population der Eichenprozessionsspinner in NRW ist 2019 besonders groß. Was macht die Raupe so gefährlich? Und wie sollte man sich verhalten?

Vom Eichenprozessionsspinner sind immer Grünflächen in den Ruhrgebiets-Städten befallen. Experten warnen schon lange vor der giftigen Raupe. Kommt man mit ihren Brennhärchen in Berührung, kann das allergische Reaktionen, Juckreiz oder Atemprobleme auslösen. Waren in der Vergangenheit vor allem freistehende Eichen befallen, sind die Raupen des Nachtfalters in diesem Jahr vermehrt auch in lichten Wäldern zu finden.

Nachts wandern tausende kleine Raupen in Prozessionen die Stämme der Eichen nach oben. Dort bauen sie dann ihre Nester und fressen die Blätter der Eiche ab. Was kann man tun, wenn man ihr begegnet? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus?

Nach dem Schlüpfen sind die Raupen zunächst gelblich-braun gefärbt, später eher gelb-schwarz. Sie werden vier bis fünf Zentimeter groß und bilden überall an ihrem Körper weiße Härchen (siehe Bild). Zum Schutz spinnen sie ihre Prozession, daher auch der Name, mit vielen Fäden ein, sodass sie für Vögel nicht als Raupen zu erkennen sind. In der Baumkrone angekommen, bauen sie ihre Nester und fressen die Blätter ab.

Verwechselt würden Eichenprozessionsspinner oft mit der ungefährlichen Gespinnstmotte, die zum Schutz ihrer Nachkommen ganze Baumgruppen einspinnen können. Seine Eichen prophylaktisch vor den Raupen schützen, könne man übrigens nicht.

Wo können die Eichenprozessionsspinner auftreten?

In der Regel findet man die Raupen auf Eichen. „Dort sind dann, in fünf bis elf Metern Höhe, Nester, die aussehen, wie von Spinnennetzen überzogen. Die Nester sind meistens so groß wie zwei Handflächen", erklärt Christoph Beemelmans, Forstwirt beim Regionalverband Ruhr. 2016 und 2017 traten die Eichenprozessionsspinner nicht so häufig auf, im vergangenen Jahr wurden sie bereits öfter gesichtet. In diesem Jahr sind ihre Populationen besonders groß. Daran sind auch die Klimaveränderungen und der warme Frühling in NRW schuld.

Was macht die Eichenprozessionsspinner so gefährlich?

Gefährlich sind die sogenannten Brennhaare. Denn: Geraten diese Härchen an die Haut, in die Augen oder in die Atemwege, verursachen sie Juckreiz, Bindehautentzündungen oder sogar Atembeschwerden. Besonders gefährdet sind Allergiker. Viele bekommen gar nicht mit, dass sie mit den Härchen in Berührung gekommen sind, weil sie vom Wind über hunderte Meter durch die Luft geweht werden können.

Was sollte man tun, wenn man eine befallene Eiche entdeckt?

„Zunächst sollte man abschätzen, welche Gefahr von dem Baum ausgehen könnte. Denn man sollte nicht jeder Eiche hinterhersprühen. Liegt der Befall in öffentlichen Parks, in bebauten Gebieten, in der Nähe von Kitas, Schulen oder direkt an einer Sitzecke, sollte man das Ordnungsamt darüber informieren. In eher ländlichen Gebieten ist der Wald- oder Grundstücksbesitzer selbst dafür zuständig", erklärte RVR-Forstwirt Beemelmans im Sommer 2018. Sollte noch unklar sein, ob es sich um einen Eichenprozessionsspinner handelt, könne man den Baum auch zunächst nur beobachten, denn Grund zur Panik seien die Raupen nicht.

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner her?

Ursprünglich kommen die Eichenprozessionsspinner aus dem Süden Europas, zum Beispiel aus Italien. Beemelmans erklärt, dass die Raupen auf der Durchreise nach Norden sind und sich zwei bis sechs Jahre an einem Standort aufhalten, bevor sie weiterziehen. Die Leute seien aufmerksamer geworden, was das Thema betrifft.

Wie sieht die Lage in der Region aus?

Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Raupen früher geschlüpft - vermutlich bedingt durch den warmen Frühling. Grünflächenämter wie Grün und Gruga in Essen erklärten bereits im vergangenen Jahr, dass man an Orten wie Spielplätzen, Sportanlagen oder an Kitas mit einem Industriesauger die Eichenprozessionsspinner von den Bäumen saugt. Wer an solchen Orten ebenfalls einen Befall entdeckt, soll ihn beim Ordnungsamt melden und von der Fundstelle fernbleiben.

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