Landwirtschaft

Dürre-Sommer: Möhren in NRW wachsen zu lang

Möhren, die zu lang sind, können die Supermärkte auch als Legeware oder im Beutel verkaufen.

Möhren, die zu lang sind, können die Supermärkte auch als Legeware oder im Beutel verkaufen.

Foto: Stefan Arend/ Funke Foto Services

Rhein und Ruhr.  Ein Teil der Möhren der Gemüsebauern in NRW ist wegen der Dürre zu lang geworden. So passen sie nicht in die Standard-Schalen für den Supermarkt.

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Durch die Trockenheit und Hitze sind manche Karotten dieses Jahr sehr lang gewachsen. Denn auf der Suche nach Wasser ist das Gemüse tiefer ins Erdreich gedrungen. Das Problem dabei: Jetzt passen sie nicht mehr in die Standard-Schale für den Einzelhandel.

Zwischen drei und fünf Zentimeter sind die Möhren dieses Jahr länger, bestätigt Carsten Abenhardt, Geschäftsführer vom gleichnamigen Betrieb. Das Unternehmen „Abenhardt“ aus Datteln zieht Möhren selbst und verkauft sie an den Einzelhandel. Auch Gerd Sauerwein, Betriebsberater der Landwirtschaftskammer NRW, bestätigt das. Er betont aber, dass dies nur für Teil der Möhren gelte.

Zehn bis 15 Prozent zu lang

„Bei vielen Landwirten haben bestimmte Möhren nicht die richtige Länge“, weiß Abenhardt. Zehn bis 15 Prozent seiner Möhren seien länger als die Schale, in der sie oft verpackt werden. Laut Gerd Sauerwein ist diese Schale 21 Zentimeter lang.

„Am Ende des Tages haben wir aber für alles eine Verwendung“, sagt Abenhardt. Sie seien zurzeit im Gespräch mit dem Einzelhandel, der ein „offenes Ohr“ für eine neue Vermarktung der Karotten habe. Ein Teil der Möhren werde in frische und verpackte Salate geschnitten – so wie sie es bereits mit den zu dicken Möhren handhaben. Die langen Karotten können auch im Beutel verkauft werden.

"Pauschal sehe ich das nicht als großes Problem – das haben eher die Packbetriebe", sagt Sauerwein. "Das ist Top-Ware."

Verbraucher kaufen mehr Karotten in der Schale

Doch warum wird generell so viel in der genormten Plastikschale verkauft? „Die Schale hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt, weil der Verbraucher eher dazu greift“, sagt Abenhardt.

„Oft liegen Beutel und Schale im Supermarkt nebeneinander, aber die Kunden greifen zur Schale.“ Zudem sei die Ware darin auch einfacher zu kühlen und leichter in die Mehrwegkiste zu packen, mit der das Gemüse in die Läden kommt.

"Die Schale gilt als Premiumprodukt", weiß Sauerwein. Beutelware gelte hingegen als Aktionsware. Dabei sei die Schale auch für die Betriebe als Verpackung teurer. "Es gibt Betriebe, die nur mit Schale verpacken – da wandern die besten Möhren ins Pferdefutter", sagt Sauerwein. Sind sie zu dick oder zu groß für diese Verpackung, fliegen sie raus, auch wenn sie sonst in Ordnung sind.

Hitze-Sommer ist Schuld an langen Möhren

Betroffen seien nach Abenhardt die Möhren, die sie Anfang Mai ausgesäht hätten. „Normalerweise können wir auf einem laufenden Meter 115 Möhren ernten“, sagt der Geschäftsführer. Dieses Jahr sind auf derselben Fläche aufgrund des Wetters nur 70 bis 90 Möhren gewachsen. „Die Möhren haben dadurch auch mehr Platz“, sagt der Landwirt. Doch sie gehen nicht in die Dicke, sondern in die Länge.

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