Überschallknall

Darum gab es Erschütterungen in Teilen von NRW

Zwei Eurofighter hatten die Schallmauer durchbrochen - und viele Menschen aus dem Schlaf gerissen.

Foto: dpa (Archivbild)

Zwei Eurofighter hatten die Schallmauer durchbrochen - und viele Menschen aus dem Schlaf gerissen.

Essen.  In Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern haben Menschen heute Erschütterungen und einen lauten Knall gehört. Das steckt dahinter.

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Ein lauter Knall und Erschütterungen. In drei Bundesländern berichteten am Donnerstagmittag Facebook-User von Erschütterungen und einem lauten Knall. Mitunter wurde über ein leichtes Erdbeben spekuliert, ehe die Polizei in Unterfranken die Erklärung lieferte: Ein Überschallknall.

Grund dafür war der zeitweise abgerissene Funkkontakt zu einem Flugzeug. Nach Angaben der Polizei habe ein Düsenjet der Bundeswehr daraufhin den Luftraum nach dem Flugzeug abgesucht. Dabei sei der Überschallknall entstanden.

Polizei: „Bei uns haben auch die Türen gewackelt“

Wie laut das Geräusch war, beschreibt ein Facebook-User eindrücklich: „Alter Schwede, ich hab erstmal vom Balkon (Maintal) geschaut ob das Kraftwerk Großkrotzenburg noch da ist“, kommentierte einer.

Eine andere Nutzerin schrieb, dass ihr ganzes Haus gewackelt habe. Ähnlich ging es den Polizisten in Unterfranken: „Bei uns haben auch die Türen gewackelt!“, teilten sie bei Facebook mit. Immerhin müsse man sich nach Angaben der Beamten keine Sorgen über das Flugzeug machen. Denn der Funkkontakt sei wenig später wieder hergestellt worden.

Explosionsgeräusche im Sauerland

Erst vor rund zwei Wochen hatten ohrenbetäubende Explosionsgeräusche zahlreiche Menschen im Sauerland aufgeschreckt. Anwohner berichteten, dass teilweise die Häuser und Fensterscheiben erzittert und deutlich feststellbare Druckwellen zu spüren gewesen seien. Auch in diesem Fall handelte es sich um Kampfflieger der Bundeswehr, die aufgestiegen waren, weil der Kontakt zu einem Passagierflugzeug abgebrochen war.

Ein Pressesprecher der Luftwaffe in Berlin erklärte damals auf Nachfrage dieser Redaktion, dass zwei Kampfflieger der Bundeswehr die Geräusche ausgelöst hätten. Zu einem ägyptischen Linienflugzeug war der Funkkontakt abgerissen.

„Alarmrotte“ aus zwei Eurofightern steigt auf

In solchen Fällen steige eine sogenannte „Alarmrotte“ aus zwei Eurofightern auf, von denen je eine in Nord- und eine in Süddeutschland stationiert ist. Über dem Luftraum in Bamberg hätten diese Eurofighter die Schallmauer durchbrochen, was zu den beiden lauten Knallgeräuschen und Druckwellen geführt habe, die in großen Teilen des Frankenlands und auch bis ins Sauerland sowie nach Wittgenstein und Nordhessen zu hören und spüren gewesen seien.

Der Pilot der ägyptischen Maschine hatte seinen Fehler jedoch selbstständig bemerkt, so dass die Piloten der Euroflieger keinen Sichtkontakt mehr zu ihm aufnehmen mussten und abdrehen konnten. Solche Vorfälle ereignen sich laut Aussage der Bundeswehr zwischen 15 bis 20 Mal pro Jahr, vornehmlich im süddeutschen Luftraum. (sat)

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