Duisburg. Die Eltern denken, sie hätten einen Sohn. Erst nach und nach verstehen sie, dass ihr Kind ein trans* Mädchen ist.

Ein Kindergarten in Duisburg kurz vor Weihnachten. Bei der morgendlichen Runde fragen die Erzieherinnen: „Was wünscht ihr euch?“ Die meisten erzählen von einer besonders schönen Puppe oder einem richtig coolen Bagger. Doch plötzlich platzt es aus einem Kind förmlich heraus: „Ich wünsche mir eine Scheide.“ Das Kind heißt zu diesem Zeitpunkt Henrik*, hat einen Penis und möchte unbedingt ein Mädchen sein.

Damit gehört es zu den 60.000 bis 100.000 trans* Menschen, die es nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) in ganz Deutschland gibt. Viele von ihnen haben mit alltäglicher Diskriminierung zu tun. Und die beginnt manchmal schon im Kindergarten.