Tierbestand

Wölfe in Deutschland – Klöckner will Abschuss erleichtern

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Düsseldorf  Der Wolfsbestand in Deutschland wächst. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will eingreifen – und Wölfe leichter töten lassen.

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Wenn es nach der Bundesagrarministerin geht, sollen Wölfe in Deutschland leichter abgeschossen werden können. Die Population wächst rasant.

In einem Brief an Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), der der „Rheinischen Post“ vorliegt, forderte Julia Klöckner, alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithält.

Das Bundesnaturschutzgesetz müsse so geändert werden, dass künftig eine regelmäßige „gemäßigte Bestandsregulierung“ möglich werde, die mehr als nur einzelne Abschüsse ermöglichen würde, schrieb die CDU-Politikerin in der „RP“.

Wolfsbestand verdoppelt sich alle drei bis vier Jahre

Die von Schulze zugesagte Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zum Abschuss einzelner besonders auffälliger Wölfe reiche nicht aus, schreibt Klöckner dem Bericht zufolge in dem Brief.

In Deutschland sollen mittlerweile mehr als 600 Wölfe leben. „Der Wolfsbestand unterliegt einer hohen Populationsdynamik und wächst um circa 25 bis 30 Prozent pro Jahr, verdoppelt sich also alle drei bis vier Jahre“, schreibt die Landwirtschaftsministerin. „Die Wolfsübergriffe auf Nutztiere haben entsprechend zugenommen, bereits 2016 wurden mehr als 1000 Risse gezählt.“

Die große Koalition hatte sich im Sommer auf einen Kompromiss zum umstrittenen Thema Wolfspolitik geeinigt, in dem Landwirte gegen Umweltschützer stehen. SPD und Union beschlossen unter anderem, den Schadensausgleich für Landwirte zu erleichtern und die Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf weiter zu unterstützen.

Immer wieder Übergriffe von Wölfen

In Deutschland gibt es nach offiziellen Angaben insgesamt 73 Wolfsrudel – die meisten davon leben im Osten des Landes. Das Wolfsvorkommen konzentriert sich vor allem auf das Gebiet von der sächsischen Lausitz über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen.

Immer wieder kommt es zu Wolfsübergriffen auf andere Tiere. Im Oktober hatten Wölfe eine Schafsherde in Sachsen angefallen und 40 Tiere getötet. Erst vor wenigen Wochen hatte ein mutmaßlicher Angriff eines Wolfes auf einen Gärtner in Niedersachsen für Aufsehen gesorgt. Nach einer DNA-Untersuchung stellte sich aber heraus: Es war kein Wolf. (epd/dpa/sdo)

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