Berlin. Aerosolexperten beklagen, dass ihre Forschungen ignoriert werden. Das Corona-Virus wird draußen kaum übertragen. Also: Open Air statt Lockdown?
Während die Bundesregierung mit der Notbremse kämpft, haben führende Aerosolexperten tief Luft geholt: In einem Brief an die Bundesregierung beklagen sie, dass „wesentliche Erkenntnisse“ ihrer Forschung „nicht in praktisches Handeln“ übersetzt werden.
Dabei klingen sie wie eine frohe Botschaft für die coronamüden Menschen: Sars-CoV-2-Viren würden fast nur in Innenräumen übertragen. Draußen liege die Ansteckungsgefahr im Promillebereich. Die Forscher nennen die Maskenpflicht beim Joggen nur ein Symbol, das „keinerlei nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen erwarten“ ließe. Also Biergarten statt Kaffeekränzchen? Open Air statt Lockdown?
Drinnen lauert die Corona-Gefahr
Gemach! Die Bundesregierung täte dennoch gut daran, die Erkenntnisse der Forscher aufzunehmen und den Fokus ihres Infektionsschutzprogramms stärker auf die Innenräume zu richten. Selbst in einem menschenleeren, ungelüfteten Raum, in dem zuvor ein Virusträger einkaufen oder arbeiten war, ist das Infektionsrisiko hoch. Drinnen lauert die Gefahr, hier muss der Schutz ansetzen: effektive Masken, oft lüften, dazu Raumluftreiniger – und vor allem möglichst schnell wieder nach draußen.
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Corona-Zahlen steigen wieder an
Aktuell steigen die Coronazahlen in Deutschland wieder an. Der Hilferuf des medizinischen Personals darf nicht überhört werden. Viele der Patienten sind jünger und kämpfen länger mit einer schweren Erkrankung. Die Notbremse ist unumgänglich, weil es Wochen dauert, bis ein positiver Trend in den Klinken ankommt.
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Frühling unter freiem Himmel
Aber sie muss dort ansetzen, wo sie wirklich nützt. Die meisten kennen den Ernst der Lage. Denen, die sie nicht wahrhaben wollen, ist nicht zu helfen. Symbolpolitik nützt niemandem. Aber ein Frühling unter freiem Himmel (mit Abstand natürlich), der ein Stück Leben zurückbringt, macht notwendige Restriktionen erträglicher.
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