Energie-Kosten

Viele Stromkunden im Ruhrgebiet müssen mehr zahlen

Schlechte Kunde für viele Verbraucher: Der Stromzähler läuft unf läuft – und der Strom wird immer teurer.

Schlechte Kunde für viele Verbraucher: Der Stromzähler läuft unf läuft – und der Strom wird immer teurer.

Foto: dpa

Essen.   Auf viele Stromkunden kommen Preiserhöhungen zu. „Der Strompreis in Deutschland ist zu hoch“, so Peter Terium, Chef des Energiekonzerns Innogy.

Tausende Verbraucher im Ruhrgebiet müssen sich auf steigende Strompreise einstellen. Von den bundesweit 13 Energieversorgern, die nach Angaben des Vergleichsportals Check24 bereits Preiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt haben, stammen sechs Anbieter aus NRW. So müssen unter anderem die Kunden der Stadtwerke Bochum ab Januar 4,3 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden ergebe sich im Grundversorgungstarif eine Mehrbelastung in Höhe von rund 43,70 Euro im Jahr, erklärten die Stadtwerke. Zur Begründung verwiesen sie auf deutlich gestiegene Netzentgelte.

Auch die Herner Stadtwerke erwägen eine Preiserhöhung, die im Februar wirksam werden könnte. „Unser Aufsichtsrat wird darüber im kommenden Monat entscheiden“, kündigt Stadtwerke-Sprecherin Angelika Kurzawa an.

Neben den Bochumer Stadtwerken haben auch kommunale Energieversorger aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie aus Fröndenberg und Werl höhere Strompreise beschlossen. „Die Strompreise in NRW werden auch in diesem Jahr bei vielen Anbietern steigen“, sagt Céline Iding vom Berliner Vergleichsportal ­SwitchUp voraus. „Strompreiserhöhungen gehören leider schon zur jährlichen Routine.“

Preise stiegen im Schnitt um drei Prozent

Die Duisburger Stadtwerke planen zum Jahreswechsel zwar keine Strompreiserhöhungen. „Mit Sorge betrachten wir dennoch die Entwicklung der staatlichen Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte, die mittlerweile drei Viertel des Strompreises ausmachen“, sagt Thomas Kehler von den Stadtwerken Duisburg. „So ist aktuell nur noch ein Viertel des Strompreises von den Stadtwerken selbst beeinflussbar.“

„Noch nie war Strom so teuer“, sagt Mathias Köster-Niechziol vom Vergleichsportal Verivox. Im bundesweiten Durchschnitt müssen die Verbraucher demnach im Schnitt 28,19 Cent für eine Kilowattstunde bezahlen – drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In den zurückliegenden zehn Jahren sei der Strompreis um fast 40 Prozent gestiegen.

„Der Strompreis in Deutschland ist zu hoch“, sagt Peter Terium, der Chef des Essener Energiekonzerns Innogy. Die Kunden müssten vor allem deshalb mehr zahlen, weil Umlagen, Steuern und Abgaben massiv stark gestiegen seien. Innogy werde voraussichtlich im Frühjahr eine Entscheidung zu den Strompreisen treffen.

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