Ermittlungen

Versuchte mutmaßlicher Lübcke-Mörder einen Iraker zu töten?

Stephan E., der Tatverdächtige im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, wird Anfang Juli nach einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof (BGH) zu einem Hubschrauber gebracht.

Stephan E., der Tatverdächtige im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, wird Anfang Juli nach einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof (BGH) zu einem Hubschrauber gebracht.

Foto: Uli Deck / dpa

Berlin/Karlsruhe.  Seit Juni steht Stephan E. im Verdacht, Walter Lübcke getötet zu haben. Nun hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen ausgeweitet.

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Der Tatverdächtige im Mordfall Walter Lübcke hat möglicherweise noch einen weiteren Menschen töten wollen. Wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, ermittelt die Behörde nun wegen eines weiteren Tötungsdelikts gegen den Rechtsextremisten Stephan E.

Laut den Ermittlern gibt es Hinweise darauf, dass Stephan E. im Januar 2016 im hessischen Lohfelden versucht hat, einen Asylbewerber aus dem Irak zu erstechen. „Stephan E. soll sich dem Opfer unbemerkt von hinten genähert und ihm dann unvermittelt mit einem Messer in den oberen Rücken gestochen haben“, teilte die Behörde mit. Das Opfer überlebte, musste aber zunächst schwer verletzt auf der Intensivstation behandelt werden. Bereits Ende Juli war der Verdacht einer Tatbeteiligung E.s in diesem Fall aufgekommen.

DNA-Spuren belasten Stephan E. im Fall Lübcke

Wie beim Mord an Walter Lübcke geht der Generalbundesanwalt bei der Tat von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der Verdächtige Stephan E. hatte im Fall Lübcke die Tat zunächst gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

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Der Kasseler Regierungspräsident war in der Nacht zum 2. Juni vor seinem Haus mit einer Schusswunde am Kopf entdeckt worden. Wenig später erlag er den Verletzungen in einer Klinik. DNA-Spuren am Tatort hatten die Ermittler auf die Spur von Stephan E. gebracht.

(br)

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