Demonstrationen

USA fordern weltweite Unterstützung der Proteste im Iran

Die Polizei im streng islamischen Iran will Frauen, die sich auf den Straßen „unislamisch“ kleiden oder benehmen, belehren statt bestrafen.

Die Polizei im streng islamischen Iran will Frauen, die sich auf den Straßen „unislamisch“ kleiden oder benehmen, belehren statt bestrafen.

Foto: Abedin Taherkenareh / dpa

Washington/Teheran  Während die Proteste im Iran erste Ergebnisse erzielen, setzten sich nun die USA für eine weltweite Unterstützung der Proteste ein.

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Die USA haben die Länder der Welt zur Unterstützung der Proteste im Iran aufgerufen. „Wir rufen alle Nationen dazu auf, das iranische Volk und seine Forderungen nach Grundrechten und einem Ende der Korruption öffentlich zu unterstützen“, teilte das US-Außenministerium in der Nacht zum Samstag in Washington mit. US-Präsident Donald Trump warnte die Führung in Teheran auf Twitter: „Die Welt schaut hin“.

In mindestens sechs iranischen Städten waren am Freitag regierungskritische Proteste ausgebrochen. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren Demonstranten zu sehen, die Slogans gegen den regierenden Klerus skandierten – etwa „Mullahs schämt Euch, lasst unser Land in Ruhe“.

Zusammenstöße mit Sicherheitskräften

In Maschhad, der zweitgrößten Stadt des Landes, kam es zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Rund 50 Demonstranten wurden festgenommen. Auch in der Stadt Ghom gingen viele Menschen auf die Straße, wie ein Video auf Twitter zeigt.

„Die USA verurteilen entschieden die Festnahme von friedlichen Demonstranten“, hieß es aus dem Außenministerium weiter. „Irans Führer haben ein wohlhabendes Land mit einer reichen Geschichte und Kultur in einen wirtschaftlich verdorrten Schurkenstaat verwandelt, dessen Hauptexporte Gewalt, Blutvergießen und Chaos sind.“

Der Iran hat die Unterstützung der USA für die Proteste im Land scharf verurteilt. „Das iranische Volk wird diese wertlosen und opportunistischen Bemerkungen der Amerikaner nicht beachten“, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Samstag.

Die Regierung von Präsident Donald Trump, die Iranern sogar die Einreise in die USA verbiete, sollte sich nun nicht besorgt um das iranische Volk zeigen, sagte der Sprecher. Im Iran gebe es demokratische Kanäle, über die das Volk legitime Forderungen erheben könne, fügte Ghassemi hinzu.

Diskriminierende Politik

Unter anderem für Frauen gelten im Iran strenge Vorschriften. Mädchen ab neun Jahren müssen ein Kopftuch tragen. Die Demonstrationen scheinen allerdings erste Ergebnisse zu zeigen: Die Polizei inzwischen in der iranischen Hauptstadt Teheran bekannt, dass Frauen, die auf der Straße ohne Kopftuch erwischt werden, künftig nicht mehr bestraft würden.

Wegen der Kopftuch-Pflicht können beispielsweise Turnerinnen des Landes nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Auch diese diskriminierende Sportpolitik im Zusammenhang mit Frauen gerät im Iran selbst immer mehr in Kritik. Obwohl in der Zwischenzeit auch im streng islamischen Saudi-Arabien das Stadionverbot für Frauen aufgehoben worden ist, dürfen iranische Frauen immer noch nicht in die Stadien. (dpa/sth)

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