US-Politik

US-Wahl 2020: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Trump nennt US-Demokraten "krank"

Die US-Demokraten lieben laut Donald Trump die USA nicht, sie seien "krank", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Texas.

Beschreibung anzeigen

Berlin/Washington.  US-Wahl 2020: Am 3. November werden die Amerikaner ihren Präsidenten wählen. Bleibt Trump? Das Wichtigste im Überblick.

Die USA sind in Aufruhr: Die Corona-Pandemie breitet sich nach wie vor weiter aus und hat allein in Amerika mehr als 190.000 Tote gefordert, viele Millionen Menschen haben ihren Job verloren, das Land erlebt einen historischen Konjunktureinbruch.

Nach wochenlangen Protesten gegen tödliche Polizeigewalt gegen Afroamerikaner, Monaten in der Corona-Krise und nach dreieinhalb Jahren mit Donald Trump als Präsident ist nicht zu übersehen: Das Land ist zutiefst gespalten.

In wenigen Wochen stehen Wahlen an: Die US-Wahl 2020 wird entscheiden, ob Donald Trump vier weitere Jahre im Amt bleibt – oder ob sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ins Weiße Haus einzieht. US-Wahl in der Corona-Pandemie – wir klären die wichtigsten Fragen. Lesen Sie hier: So funktioniert das Wahlsystem in den USA.

US-Wahl 2020: Wann sind die US-Präsidentenwahlen?

Am Dienstag, 3. November 2020, soll der nächste Präsident der Vereinigten Staaten gewählt werden. Wahltag ist nach alter Tradition der Dienstag nach dem ersten Montag im November. Auch vor der US-Wahl gibt es entscheidende Termine.

Wie oft wird in Amerika der Präsident gewählt?

Der US-Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt. Ein Präsident darf nicht mehr als zwei Amtszeiten absolvieren.

US-Präsidentschaftswahlen: Wer sind die Kandidaten?

Für die Republikaner geht Amtsinhaber Donald Tru mp ins Rennen um das Weiße Haus. Die Republikaner haben ihn Ende August offiziell nominiert.

Sein größter Herausforderer ist der Demokrat Joe Biden. Biden grenzt sich klar von den Positionen Trumps ab. Im Falle eines Wahlsieges möchte er ein „Verbündeter des Lichts sein, nicht der Dunkelheit“.

US-Wahl 2020: Wer kandidiert als Vizepräsident?

Donald Trump tritt erneut mit seinem aktuellen Vizepräsidenten Mike Pence an.

Joe Biden hat die demokratischen Senatorinnen Kamala Harris (Kalifornien) als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft bestimmt. Zuvor war sie wochenlang seine Favoritin für das Amt.

US-Wahl 2020: Wer ist wahlberechtigt?

Im Prinzip sind alle amerikanischen Staatsbürger und Staatsbürgerinnen ab 18 wahlberechtigt. Bewohner von Außengebieten (etwa Puerto Rico) dürfen allerdings nicht wählen. Nicht wahlberechtigt sind auch illegale Einwanderer und Menschen, denen wegen einer Verurteilung das Recht aberkannt wurde.

Anders als in Deutschland kann in den USA aber nicht einfach jeder Wahlberechtigte mit dem Ausweis zum nächsten Wahlbüro gehen. Es gibt Wahlverzeichnisse, bei denen die Eintragung in einigen Bundesstaaten überraschend schwer ist. Beispielsweise ist teils eine Geburtsurkunde nötig – besonders einige ältere Schwarze in den Südstaaten haben kein solches Dokument. Wahlrechtsaktivisten erheben immer wieder den Vorwurf, dass damit die Wahl beeinflusst werden soll; Afro-Amerikaner wählen in der Mehrheit Kandidaten der Demokraten. Lesen Sie hier: Trump vs. Biden – Das sagen aktuelle Umfragen vor der US-Wahl.

Briefwahl bei der USA-Wahl 2020: Warum ist das ein Problem?

Immer häufiger äußern sich Präsident Trump und sein Justizminister William Barr abfällig über Briefwahl – inmitten der Corona-Pandemie für viele ältere und vor allem vorerkrankte Wählerinnen und Wähler die bevorzugte Art, ihre Stimme abzugeben.

Hintergrund: Vergleich: So wählen die Menschen in Deutschland und den USA

Seit Monaten behauptet Trump – ohne Belege –, dass durch Briefwahl einem Wahlbetrug Tür und Tor geöffnet werde. Führende Demokraten hatten spekuliert, dass sich das Präsidentenlager mit seinen Behauptungen auf eine mögliche Wahlniederlage Trumps im November vorbereiten will. Mit dem Verweis auf angeblichen Wahlbetrug könnte ein Sieg des demokratischen Trump-Rivalen Joe Biden vom jetzigen Präsidenten in Zweifel gezogen werden, befürchten sie. Lesen Sie auch: Joe Biden – „Trump wird versuchen, die Wahl zu stehlen“

Wird der US-Präsident direkt gewählt?

Nein, der US-Präsident wird vom „Electoral College“ gewählt, den von den Bundesstaaten abgestellten Wahlmännern und -frauen. Jeder Bundesstaat stellt – grob in Relation zur Bevölkerungsdichte – eine gewisse Anzahl der 538 Wahlleute. Präsident wird, wer mindestens 270 Stimmen der Wahlleute bekommt.

Weil fast alle Bundesstaaten die Wahlleute nicht nach dem Stimmenverhältnis, sondern nach dem Prinzip „the winner takes all“ vergeben – wer die meisten Wählerstimmen bekommt, bekommt alle Stimmen der Wahlleute des Staates – kann es passieren, dass der Kandidat zum Präsidenten gewählt wird, der tatsächlich weniger Wählerstimmen bekommen hat.

Das war 2016 der Fall, als die Demokratin als Donald Trump bekam, aber nur 227 Stimmen von Wahlmännern und Wahlfrauen. Schon 2001 war der Demokrat und frühere Vizepräsident Al Gore dem Republikaner George W. Bush unterlegen, obwohl rund eine halbe Million Wähler mehr für ihn gestimmt hatten. Lesen Sie hier: Wird Trump eine Wahlniederlage akzeptieren? Der Präsident sät Zweifel

Wie lange ist Donald Trump Präsident?

Donald Trump ist mindestens bis zum 19. Januar 2021 Präsident der Vereinigten Staaten. Am Mittwoch, 20. Januar 2021, wird der nächste US-Präsident vereidigt; er könnte wieder Donald Trump heißen.

Wer wird noch gewählt?

Nicht nur der US-Präsident wird am 3. November 2020 neu gewählt, auch viele Mitglieder des US-Kongresses stehen zur Wahl. Im Senat ist es ein Drittel der 100 Senatoren. Senatorinnen und Senatoren werden für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt; alle zwei Jahre steht ein Drittel der Sitze zur Wahl. Zurzeit haben die Republikaner eine Mehrheit im Senat.

In der zweiten Kammer des Kongresses, dem Repräsentantenhaus, stehen alle 435 Abgeordneten zur Wahl. Ihre Amtszeit dauert nur zwei Jahre. Zuletzt waren sie bei den Zwischenwahlen („midterms“) 2018 gewählt worden; zwei Jahre nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten hatten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus errungen. (moi/dpa)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben