Atomstreit

US-Außenminister für Nordkorea-Gespräche ohne Bedingungen

US-Außenminister Rex Tillerson beim Thinktank Atlantic Council in Washington.

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

US-Außenminister Rex Tillerson beim Thinktank Atlantic Council in Washington. Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Washington  Trump und sein Außenminister fahren erneut verschiedene Nordkorea-Strategien. Hauptsache, es fänden Gespräche statt, sagte Tillerson.

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Im Umgang mit Nordkorea marschieren US-Präsident Donald Trump und sein zuletzt von Rücktrittsgerüchten verfolgter Außenminister Rex Tillerson weiter asynchron.

Amerikas Chefdiplomat hatte am Dienstag bei einer Tagung einer Washingtoner Denkfabrik überraschend ein bisher fest verschlossenes Fenster geöffnet. Tillerson stellte erstmals Gespräche mit Pjöngjang ohne die Vorbedingung in Aussicht, dass Nordkorea vorher seine Atomraketenprogramm komplett einstellen muss.

Treffen mit Nordkorea ohne Vorbedingungen

Die bislang vom Weißen Haus fest vertretene Position sei „unrealistisch“. Diktator Kim Jong un habe „zu viel investiert“. Das wisse auch Präsident Trump, sagte Tillerson. Seine Schlussfolgerung: „Wir sind für ein erstes Treffen ohne Vorbedingungen bereit. Lasst uns einfach zusammenkommen.“ Einzige Einschränkung, laut Tillerson: eine Pause bei den Tests von Raketen, die zuletzt weltweit die Sorge vor einer militärischen Auseinandersetzung mit unabsehbaren Folgen ausgelöst hatten.

Wie wichtig ein direktes Treffen USA-Nordkorea aus Sicht von Tillerson ist, erfuhren die Gäste im Atlantic Council durch den texanischen Humor des Redners: Man könne bei der Premiere seinetwegen über die Größe des Verhandlungstisches oder das Wetter sprechen, sagte der frühere Öl-Manager. Tillerson: „Aber zumindest können wir uns hinsetzen, uns ins Gesicht sehen und anfangen, einen Plan auszuarbeiten, auf welches Ziel wir eventuell hinarbeiten wollen.“

Tillersons Aussagen verwundern, Trump scheint andere Politik zu verfolgen

Tillerson betonte, dass der Präsident seinen Ansatz „ermutigt“ habe. Was Beobachter in Washington verwunderte. Noch im Oktober hatte Trump Tillerson öffentlich gedemütigt. Diplomatische Verhandlungen mit dem kommunistischen Regime seien Zeitverschwendung. Diktator Kim Jong-un verstehe nur eine Sprache, twitterte Trump damals. Was international als Drohung eines militärischen Schlages der USA verstanden wurde.

Soweit ging Trump diesmal nicht, setzte sich gleichwohl unscharf von Tillerson ab und ließ seine Sprecherin Sarah Sanders folgendes mitteilen: „Die Ansichten des Präsidenten zu Nordkorea haben sich nicht geändert. Nordkorea handelt nicht nur gegenüber Japan, China und Südkorea unsicher, sondern gegenüber der ganzen Welt. Nordkoreas Handlungen sind für niemanden gut, vor allem nicht für Nordkorea.“ Trump hatte in den Monaten zuvor nach diversen Atom- und Raketentests Nordkorea mit „totaler Vernichtung“ gedroht. Unterdessen hat der von den Vereinten Nationen entsandte Emissär Jeffrey Feltman nach einer Visite in Pjöngjang in New York berichtet, dass die Tür für Verhandlungen „einen Spalt geöffnet ist“.

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