Plagiatsaffäre

Universität entzieht Franziska Giffey ihren Doktortitel

Wegen Doktorarbeit: Giffey tritt als Familienministerin zurück

Wegen Doktorarbeit: Giffey tritt als Familienministerin zurück

Familienministerin Franziska Giffey hat ihren Rücktritt eingereicht. Hintergrund sind die Plagiatsvorwürfe gegen die SPD-Politikerin wegen ihrer Doktorarbeit. Giffey will dennoch als Spitzenkandidatin der SPD bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl antreten.

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Berlin.  Nach langer Debatte hat die Freie Universität Berlin entschieden. Die SPD-Politikerin Franziska Giffey verliert ihren Doktortitel.

Die Freie Universität Berlin entzieht der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Doktorgrad. Der Titel sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden, teilte die Hochschule am Donnerstag zur Begründung mit.

Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei, erklärte die Universität.

Giffey war bereits im Mai als Familienministerin zurückgetreten

Nach langen Diskussionen um ihre Disseration hatte Giffey im Mai bereits das Amt der Bundesfamilienministerin aufgegeben. Sie machte damals öffentlich, dass sie auch bei einem Entzug des Doktortitels an ihrer Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September festhalten will. Giffey will als Nachfolgerin von Michael Müller Regierende Bürgermeisterin werden.

Die Dissertation aus dem Jahr 2010 war bereits zuvor durch die FU Berlin geprüft worden. Im Herbst 2019 hatte die Universität Giffey nach Plagiatsvorwürfen wegen Mängeln in ihrer Dissertation eine Rüge erteilt, ihr aber den Doktortitel nicht entzogen. Nach Kritik an diesem Verfahren kündigte die FU eine erneute Prüfung durch ein neues Gremium an. Diese nochmalige Untersuchung führte nun wohl zur Aberkennung des Titels.

(fmg/dpa)

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