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Ukraine-News vom 24. Mai: Osten unter schwerem Beschuss

| Lesedauer: 55 Minuten
Markt in Butscha öffnet wieder - "Das Leben muss weitergehen"

Markt in Butscha öffnet wieder - "Das Leben muss weitergehen"

Vor wenigen Wochen waren die Straßen von Butscha noch übersät mit Leichen - nun hat in dem Kiewer Vorort der Markt wieder geöffnet. Kunden und Verkäufer sind sich einig: Das Leben muss weitergehen.

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Berlin   Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Lage seiner Truppen im Donbass als schwierig. Mehr Nachrichten im Blog.

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  • Die EU hat Oligarchen-Vermögen von 10 Milliarden Euro eingefroren
  • Laut Präsident Selenskyj sind die ukrainischen Truppen im Donbass in einer schwierigen Lage
  • Russlands Verteidigungsminister sagt, man bremse die Offensive für Evakuierungen von Zivilisten
  • Schröder verzichtet auf seine Nominierung für den Gazprom-Aufsichtsrat
  • Russland verhängt ein Einreiseverbot gegen 154 britische Lords

Berlin/Kiew/Moskau. Für die ukrainischen Truppen im Osten der Ukraine wird die Lage angesichts russischer Geländegewinne immer brenzliger. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer schwierigen Lage im Donbass. Im Angriffskrieg Russlands auf sein Land erneuerte er die Bitte um schwere Waffen wie Raketenartillerie, Panzer oder Anti-Schiffs-Raketen. "Das ist die beste Investition in den Erhalt von Stabilität in der Welt", sagte er am Dienstagabend in Kiew.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder stellte unterdessen klar, dass er keinen Aufsichtsratsposten beim russischen Energieriesen Gazprom übernehmen wolle. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine wird auch am Mittwoch viele internationale Treffen beschäftigen von den Außenministern des Ostseerates bis zum Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz.

News zum Ukraine-Krieg von Mittwoch, 25. Mai – Newsblog schließt

10.20 Uhr: Dieser Newsblog ist geschlossen. Aktuelle Nachrichten zum Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Ukraine berichtet von Kämpfen um Großstadt Sjewjerodonezk

8.41 Uhr: Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach Angaben aus Kiew zur Offensive übergegangen und führen schwere Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk. "Mit Hilfe von Artillerieunterstützung führen die russischen Okkupanten einen Angriff auf die Ortschaft Sjewjerodonezk, die Kämpfe halten an", teilte der ukrainische Generalstab am Mittwochmorgen in seinem Lagebericht mit.

Neben Sjewjerodonezk ist auch die nahe gelegene Stadt Lyman Ziel der russischen Attacken. Auch hier werde die Bodenoffensive durch Luftangriffe und Artillerie unterstützt. Daneben meldete der Generalstab Gefechte aus dem Raum Bachmut südwestlich von Sjewjerodonezk. Russische Truppen hätten die Ortschaften Komyschuwacha, Jakowliwka und Troitzke angegriffen, sich aber nach Verlusten wieder zurückgezogen. Im Raum Awdijiwka gebe es ununterbrochenes Artilleriefeuer auf die Stellungen der Verteidiger.

Oligarchen-Vermögen im Wert von 10 Milliarden Euro in EU eingefroren

7.40 Uhr: Russische Oligarchen haben im Laufe des Ukraine-Kriegs Zugriff auf Luxusjachten, Immobilien und andere Vermögen im Wert von knapp 10 Milliarden Euro verloren. Dies geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Zahlen der EU-Kommission hervor. Am 8. April lag der Wert noch bei 6,7 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch einen Gesetzesvorschlag vorlegen, der es ermöglichen soll, eingefrorenes russisches Geld zu beschlagnahmen. Dieses Geld könnte dann für den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte am Dienstag: "Wir sollten dafür jeden Stein umdrehen - wenn möglich auch russische Vermögenswerte, die wir eingefroren haben."

Ukraine: Saporischschja von Raketen getroffen

6.54 Uhr: Die Großstadt Saporischschja im Osten der Ukraine ist nach Behördenangaben von mehreren Raketen getroffen worden. "Heute, am 25. Mai um 05.13 Uhr haben die russischen Streitkräfte vier ballistische Raketen auf Saporischschja abgefeuert", teilte die Gebietsverwaltung auf ihrem Telegram-Kanal mit. Eine der Raketen sei von der Luftabwehr abgefangen worden. Die Rettungskräfte seien vor Ort, um sich ein Bild von der Lage, den Schäden und möglichen Opfern des Angriffs zu machen.

Derweil berichten die Militärexperten des US-Kriegsforschungsinstituts Institute for the Study of War (ISW) in ihrer jüngsten Ukraine-Analyse, dass das russische Militär im schwer umkämpften Gebiet Luhansk Kräfte aus verschiedenen Richtungen zusammenziehe. Die für eine Offensive nötigen Reserven würden aus den Gebieten um Charkiw, Isjum, Donezk und Saporischschja abgezogen. In der letzten Woche seien den russischen Truppen im Gebiet Luhansk mehr Geländegewinne als im gesamten Mai zuvor gelungen, erklärten die Analysten.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**