London

U-Bahn-Verkehr gestört: 300 Klimaschützer festgenommen

„Extinction Rebellion”: Ziviler Ungehorsam gegen den Klimawandel

Die weltweit aktive Bewegung will Regierungen mit drastischen Maßnahmen dazu bringen, mehr für den Klimaschutz zu tun.

Die weltweit aktive Bewegung will Regierungen mit drastischen Maßnahmen dazu bringen, mehr für den Klimaschutz zu tun.

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London  Sie hatten Brücken, Straßen und den U-Bahn-Verkehr blockiert: Jetzt hat die Polizei in London 300 Klimaschützer festgenommen.

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„Extinction“ Rebellion heißt die Bewegung, die in diesen Tagen weltweit für mehr Klimaschutz demonstriert. Der Polizei in London geht das Engagement der Klimaschützer zu weit. Sie hat 300 Aktivisten festgenommen.

Zum Protest gehört auch, Brücken und Straßen für den Autoverkehr zu blockieren. Am Mittwoch versuchten einige Teilnehmer überdies, den U-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt teilweise lahmzulegen. Drei Demonstranten klebten sich von außen an einen Zug fest: ein Mann und eine Frau oben auf dem Dach und ein weiterer Mann an der Scheibe.

Kritik vom Londoner Bürgermeister

Nach Angaben der Verkehrsbehörde Transport for London kam es nur zu geringen Verspätungen. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte, den öffentlichen Nahverkehr zu blockieren, sei nicht im Sinne des Klimaschutzes und gefährde außerdem die Sicherheit der Bevölkerung.

„Wir möchten nicht die Öffentlichkeit verärgern“ sagte Jenn Parkhouse von „Extinction Rebellion“. Andererseits sei es wichtig, dass Klimaschutz viel Aufmerksamkeit bekomme. „Die Aktion ist ambivalent“, sagte sie. In der britischen Hauptstadt blockierten die Demonstranten seit Montag – weitgehend friedlich – Straßen und Brücken. Viele von ihnen zelteten dort, machten Musik und unterhielten sich mit Passanten.

Proteste auch in Berlin

Am Oxford Circus tanzten sie um eine Bühne mit einem Boot herum. Zu den Teilnehmern gehörten zum Beispiel Familien, Forscher und Lehrer. Auch im schottischen Edinburgh und in Berlin hatten Klimaschützer in den vergangenen Tagen protestiert. Hier ist aber auch vor allem die „Fridays for Future“- Bewegung aktiv. Im März war die schwedische Aktivistin Greta Thunberg in Berlin , jetzt hat die Bewegung den raschen Kohleausstieg gefordert .

„Extinction Rebellion“ plant unterdessen weitere Aktionen etwa in den USA, Australien und Indien. Die Schweizer Extinction Rebellion rief auf Facebook dazu auf, mit einer Telefonaktion Banken lahmzulegen und „wütend“ in langen Gesprächen nach nachhaltigen Anlagen zu fragen. Banken seien über ihre Kredite an umweltschädliche Unternehmen für Emissionen verantwortlich.

Ökologischen Kollaps verhindern

Die internationale Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, gewaltfrei die Risiken des Klimawandels zu minimieren und den ökologischen Kollaps zu verhindern. Sie wird nach eigenen Angaben unter anderem vom früheren Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und von der britischen Schauspielerin Emma Thompson unterstützt. (dpa/jb)

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